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Bedburg-Hau
(Till) St. Vincentius
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Auf
das hohe Alter der Kirche zu Till (1257 Tille), die 1292 erstmals
genannt wird, weisen zwei Memoriensteine des 9. oder 10.
Jahrhunderts sowie die seltenen, aus dem Fränkischen stammenden Patrozinien
St. Vincentius und Genovefa hin. Letzteres wurde erst im 19.
Jahrhundert verdrängt. Patronatsherr war seit spätestens 1405
der Herzog von Kleve. Das Kirchspiel Till mit Moyland lag im
Dekanat und Archidiakonat
Xanten und war von 1804-21 Sukkursale ("Vertretung") der
Kantonskirche in Kalkar.
An
der Kreuzung der Landstraßen Till-Goch und Kalkar lag unweit des
sog. Moyland'schen Baumes eine Kapelle mit den Patrozinien St.
Antonius und St. Sebastian, die vor 1469 gegründet war. Unter
Freiherr Alexander von Spaen auf Schloß Moyland gelangte die
Kapelle 1662 an die Reformierten. Die Materialien der verfallenen
Kapelle übernahmen 1706 die Bewohner von Grietherbusch zum Bau
einer eigenen Kirche.
Franziskanerinnen
von Nonnenwerth
gründeten 1852 ein Kloster mit Schulpensionat, das jedoch im
Kulturkampf 1874 wieder aufgehoben wurde. Von dem als Quadrum
geplanten Klosterbau kam nur die Südostecke zur Ausführung.
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Pfarrkirche
St. Vincentius, 220 Sitzplätze, 2. Hälfte 15. Jh.,
nördliches Seitenschiff 1850-52. F. von Schmidt. |
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Glocken:
d' 140 cm, Bronze, 1494, Gerhard van Wou, f ', 111 cm,
Bronze, 1773, Christian und Rutgerus Voigt, e" 69 cm
Bronze, 13.-14. Jh., unbekannt. |
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In
der 1850 an das Seitenschiff angebauten Taufkapelle steht
der alte Taufstein aus Namurer Blaustein. In der Zeit um
1200 entstanden, schmückte er schon die Vorgängerkirche.
Er verdeutlicht, wie sehr die Taufe als zentrales
Geschehen im Leben der Menschen verstanden wurde. Die Zeit
der Mission war noch lebendig, ebenso die Erinnerung an
die Tradition und Ängste der Vorväter. Der Stein stammt
aus den Ardennen. Sein Vorhandensein an diesem abgelegenen
Ort ist auch ein Beweis für den Rang und das Alter der
Kirche von Till. |
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Ältestes
Zeugnis einer Kirche in Till ist der Memorienstein neben
der Sakristeitür.
Er
erinnert an die Stiftung des Jahrgedächtnisses für den
Laien Hildesuind. Dieser starb zwischen 1020 und 1040,
wenn man dem Xantener Totenbuch folgt.
Der
Stein ist die Urkunde für das Stiftungsvermögen, aus
dessen Zins die Kosten für die Feier der Heiligen Messe
am Todestag bezahlt wurden. |
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III ID MAI |
Ante
diem quartum Idus Mai |
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0
HILDESUIND LA |
obiit
Hildesuind laicus |
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REQUIESCAT
I PACE A |
Requiescat
in Pace Amen. |
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Frei
übersetzt: Am 4. Tag vor den Iden des Mai starb der Laie
Hildesuind. Möge er ruhen in Frieden. Amen. |
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Der
Heilige Vincentius ist Patron der Kirche von Till. Dadurch wird
diese als eine der Urkirchen am Niederrhein ausgewiesen. Osterrath
hat ihn mit dem weißen Raben und der Siegespalme der Märtyrer
dargestellt. Sein Gedenktag und das Patronatsfest der Tiller
Kirche sind am 22. Januar.
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In
den Jahren 1875 -1877 hat der Bildhauer Francois Perey in Kempen
auch 34 Bänke für die Kirche in Till gefertigt. Sie stehen heute
im Hauptschiff. Die Bänke im nördlichen Seitenschiff sind
älter. Die erste Bank tragt folgende Inschrift:
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IN
HET JAAR ANNO 1803 IN MONAT OCTOBER ALTEM STYL SYN DIE
BANKEN
IN DE KERK VAN HAER EIGEN HOLT GEMAKT DOOR DEN
DEMMALIGEN
PASTOOR J WELLEM WESSELS EN DEN KERKMEI-
STER
DERK VAN BEBBER EN DEN KERKENVOORSTANT FRANS
VAN
ARSEM EN HENDRICK BRIENEN EN HENDRICK BRAAM EN
GRADUS
VAN LAAK EN DEN TIMMER MEISTER BART FELINGS EN
SEINEN
ZOON GRADUS IN HET 12. JAAR DER REPUPLICK VRANZE |
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