1432

Kermisdahl und Tweestrom bilden den Vorfluter für Kleve, geregelt über ein einfaches Wehr

1647 - 1648

Ausbau des Vorfluters zum Spoykanal

1656

Erste hölzerne Schleuse durch Moritz von Nassau

1688 - 1693

Erste Steinschleuse 40,00 x 11,30 m für Schiffe bis 300 t

1809

Zerstörung der Schleuse durch Hochwasser: Pegel über 15 m. Johanna Sebus ertrinkt in den Fluten am 13.01.1809

1844 - 1846

Bau der zweiten Steinschleuse 51,00 x 6,90 für Schiffe bis 300 t

1847

wird die Schleuse Brienen unter amtliche Verwaltung gestellt

1907 - 1908

Bau der jetzigen Schleuse 67,00 x 8,20 für Schiffe bis 600 t

1909

Inbetriebnahme am 15.10.1909

1910

Erklärung des SRK zur Zollstrecke ab 01.01.1910

1927

Bau des Pumpenhauses auf der alten Schleusenkammer

1932

Einbau der mechanischen Antriebe und Erhöhung der Schleusenkammer um 1,50 für Schiffe bis 1.000 t

1945

Sprengung der Schleusentore, der Straßenbrücke und Teile des Spoykanals

1946

Einbau der neuen Stemmtore

1947

Wiederaufnahme des Schleusenbetriebs am 22.07.1947

1949

Einweihung der neuen Schleusenbrücke

1952

Einbau der neuen Stemmtore

1980

Sanierung der Schleuse Brienen

1988

Sanierung der Nischenpoller und Teile der Schleuse

2001

Erneuerung des Startplatzes im Unterwasser

2003

Sanierung der Straßenbrücke und des Straßenbelages

2008

Automatisierung der Wasserhaltung

Geschichte der Schleuse Brienen

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Anfang des 15. Jahrhundert suchte die Stadt Kleve einen guten direkten Zugang zum Rhein, da sich der Rhein mit den Jahren immer weiter von Kleve verlagerte.

Eine Möglichkeit bot sich über Kermisdahl und Tweestrom zum Rhein. Diese waren für den Schiffsverkehr jedoch nicht tauglich, da außer dem Sielabschluss gegen den Fluss auch noch ein Mühlenwehr bei Wardhausen bestand. Eine bessere Möglichkeit bot da der Spoygraben, der wohl als Vorfluter für das Cleverham entstand.

Der Spoygraben wurde im 15. Jahrhundert soweit vertieft, dass er mit Lastkähnen befahren werden konnte. Als 1609 Kleve Residenz und Verwaltungsmittelpunkt des Hauses Brandenburg war. bemühten sich Kurfürst Friedrich Wilhelm und Stadthalter Johann Moritz von Nassau um eine bessere Verkehrsanbindung an den Rhein.

1656 wurde die erste hölzerne Schleuse in Zirnrnermannskonstruktion erbaut und musste in den Jahren 1688 - 1693 bereits durch eine massive Bauweise erneuert werden. Dabei wurde die Schleusenkammer (Lange 40,00 m, Breite 11,30 m) für bis zu 300 t Schiffe gebaut. Hochwasser und Eisgang beschädigten das Bauwerk 1809 so schwer, das die Schleuse 1811 erneuert werden musste, jedoch nur als Flutschleuse zur Regelung der Vorflut benutzt wurde. Schiffe konnten diese Flutschleuse nur selten passieren. So musste die Verwaltung Jahrzehnte lang versuchen, dem Niederrhein bessere Straße zu geben, vermochten sie jedoch den Wasserweg nicht zu ersetzen.

1820 drängte die Stadt Kleve, Kanal und Schleuse wieder aufzubauen. Erst als der Regierungspräsident "von Bodeschingh" Finanzminister in Berlin wurde kam finanzielle Hilfe vom Staat. 1843 übernahm er alle Baukosten (ca. 150.000 Taler) für die Schleuse Brienen (Länge 51.00 m Breite 6.90 m) und die Erweiterung des Kanals mit einer Wassertiefe von 2,35 m und einer Sohlenbreite von 7,50 m. Durch den Einbau von 4 Stemmtoren konnte die Schifffahrt auch bei höheren Rheinwasserständen geschleust werden. Der Verkehr auf dem Spoykanal wurde am 25.08.1847 freigegeben. Große Mengen Kohle und Baumaterial für den Hausbau wurden per Schiff transportiert, so dass die Rheinwasserstraßenverwaltung 1907 -1908 die jetzige Schleuse (Länge 68.00 m, Breite 8.60 m, Tiefgang 2,52 m für 600 t Schiffe) neben der heutigen alten Kammer errichten lies. Diese Schleuse war am Oberhaupt mit einem Schiebetor und im Unterhaupt mit einem kleinen Tor und einem Hochwasserschutztor (Stemrntor) per Handbetrieb verschließbar. Der Kanal wurde auf eine Sohlenbreite von 10.50 m und einer Tiefe von 3.00 m erweitert. Als sich 1927 die Wasserwirtschaftsverwaltung entschloss die Niederung um Kleve durch ein Pumpwerk zu entwässern, welches auf der alten Schleusenkammer errichtet wurde, konnte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ihrerseits in den Jahren 1932 und 1933 die Schleuse um 1,50 m aufhöhen und den Kanalspiegel auf dieses Maß anpassen, so dass 1000 t Schiffe geschleust werden können.

Am 11.02.1945 wurde die Schleuse Brienen Schauplatz des Endkampfes im 2.Weltkrieges. Trotz eindringlicher Bitte des damaligen Wasser- und Schifffahrtsamtes Wesel die Schleuse Brienen zu verschonen, wurden die Tore und die Drehbrücke von dem Pionierbataillon der 84. Infanteriedivision der Deutschen Wehrmacht durch Sprengung erheblich beschädigt. Lange Zeit konnte die Schleuse nicht betrieben werden. Aufgrund mangelnder Materialkontingente mussten die Tore zur Firma C.H. Jucho nach Dortmund gebracht und in zeitraubender Arbeit saniert werden. Nachdem auch das Schleusenmauerwerk wieder Instand gesetzt war, konnte (zunächst wieder im Handbetrieb) die Schleuse am 22.09.1947 wieder in Betrieb genommen werden. Die heutige Hubbrücke der Schleuse Brienen wurde im Oktober 1949 dem Verkehr übergeben.

Die Kosten für die Instandsetzungsarbeiten der Kriegesschäden beliefen sich auf ca. 500.000 DM.

Der Wiederaufbau der Anlage hat dazu beigetragen, dass der Umschlag im Jahre 1949 wieder 40% des Vorkriegs-Umschlages von 185.0001 erreicht hat.

Das letzte Fracht-Segelschiff passierte die Schleuse am 04.12.1965. Das Schiff mit dem Namen „Eben Haezer", ein „Nederlands Aaksheep". war mit 100 t Futtermittel beladen. Die max. Tragfähigkeit dieses Schiffes war 122 t. Das Segelschiff hatte ein mit 70 PS motorisiertes Beiboot. Die Schleuse gehört heute zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und wird vom Außenbezirk Emmerich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein betreut. Neben der heutigen Schleuse steht das Spoyschöpfwerk (Pumpwerk) des Deichverbandes Xanten - Kleve. Die alte Schleusenkammer, die den Einlauf zum Pumpwerk bildet, sowie das Pumpwerk stehen heute unter Denkmalschutz. Die touristische Entwicklung der Stadt Kleve trägt dazu bei, dass auch vermehrt Fahrgastschiffe und Sportboote die Schleuse Brienen passieren.

(Verfasser: Michael Kirschbaum, Emmerich)

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zuletzt bearbeit am 23.08.2009