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Anfang
des 15. Jahrhundert suchte die Stadt Kleve einen guten direkten
Zugang zum Rhein, da sich der Rhein mit den Jahren immer weiter
von Kleve verlagerte.
Eine
Möglichkeit bot sich über Kermisdahl und Tweestrom zum Rhein.
Diese waren für den Schiffsverkehr jedoch nicht tauglich, da
außer dem Sielabschluss gegen den Fluss auch noch ein Mühlenwehr
bei Wardhausen bestand. Eine bessere Möglichkeit bot da der
Spoygraben, der wohl als Vorfluter für das Cleverham entstand.
Der
Spoygraben wurde im 15. Jahrhundert soweit vertieft, dass er mit
Lastkähnen befahren werden konnte. Als 1609 Kleve Residenz und
Verwaltungsmittelpunkt des Hauses Brandenburg war. bemühten sich
Kurfürst Friedrich Wilhelm und Stadthalter Johann Moritz von
Nassau um eine bessere Verkehrsanbindung an den Rhein.
1656
wurde die erste hölzerne Schleuse in Zirnrnermannskonstruktion
erbaut und musste in den Jahren 1688 - 1693 bereits durch eine
massive Bauweise erneuert werden. Dabei wurde die Schleusenkammer
(Lange 40,00 m, Breite 11,30 m) für bis zu 300 t Schiffe gebaut.
Hochwasser und Eisgang beschädigten das Bauwerk 1809 so schwer,
das die Schleuse 1811 erneuert werden musste, jedoch nur als
Flutschleuse zur Regelung der Vorflut benutzt wurde. Schiffe
konnten diese Flutschleuse nur selten passieren. So musste die
Verwaltung Jahrzehnte lang versuchen, dem Niederrhein bessere
Straße zu geben, vermochten sie jedoch den Wasserweg nicht zu
ersetzen.
1820
drängte die Stadt Kleve, Kanal und Schleuse wieder aufzubauen.
Erst als der Regierungspräsident "von Bodeschingh"
Finanzminister in Berlin wurde kam finanzielle Hilfe vom Staat.
1843 übernahm er alle Baukosten (ca. 150.000 Taler) für die
Schleuse Brienen (Länge 51.00 m Breite 6.90 m) und die
Erweiterung des Kanals mit einer Wassertiefe von 2,35 m und einer
Sohlenbreite von 7,50 m. Durch den Einbau von 4 Stemmtoren konnte
die Schifffahrt auch bei höheren Rheinwasserständen geschleust
werden. Der Verkehr auf dem Spoykanal
wurde am 25.08.1847 freigegeben. Große Mengen Kohle und
Baumaterial für den Hausbau wurden per Schiff transportiert, so
dass die Rheinwasserstraßenverwaltung 1907 -1908 die jetzige
Schleuse (Länge 68.00 m, Breite 8.60 m, Tiefgang 2,52 m für 600
t Schiffe) neben der heutigen alten Kammer errichten lies. Diese
Schleuse war am Oberhaupt mit einem Schiebetor und im Unterhaupt
mit einem kleinen Tor und
einem Hochwasserschutztor (Stemrntor) per Handbetrieb
verschließbar. Der Kanal wurde auf eine Sohlenbreite von 10.50 m
und einer Tiefe von 3.00 m erweitert. Als sich 1927 die Wasserwirtschaftsverwaltung
entschloss die Niederung um Kleve durch ein Pumpwerk zu
entwässern, welches auf der alten Schleusenkammer errichtet
wurde, konnte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ihrerseits in
den Jahren 1932 und 1933 die Schleuse um 1,50 m aufhöhen und den
Kanalspiegel auf dieses Maß anpassen, so dass 1000 t Schiffe
geschleust werden können.
Am
11.02.1945 wurde die Schleuse Brienen Schauplatz des Endkampfes im
2.Weltkrieges. Trotz eindringlicher Bitte des damaligen Wasser-
und Schifffahrtsamtes Wesel die Schleuse Brienen zu verschonen,
wurden die Tore und die Drehbrücke von dem Pionierbataillon der
84. Infanteriedivision der Deutschen Wehrmacht durch Sprengung
erheblich beschädigt. Lange Zeit konnte die Schleuse nicht
betrieben werden. Aufgrund mangelnder Materialkontingente mussten
die Tore zur Firma C.H. Jucho nach Dortmund gebracht und in
zeitraubender Arbeit saniert werden. Nachdem auch das
Schleusenmauerwerk wieder Instand gesetzt war, konnte (zunächst
wieder im Handbetrieb) die Schleuse am 22.09.1947 wieder in
Betrieb genommen werden. Die heutige Hubbrücke der Schleuse
Brienen wurde im Oktober 1949 dem Verkehr übergeben.
Die
Kosten für die Instandsetzungsarbeiten der Kriegesschäden
beliefen sich auf ca. 500.000 DM.
Der
Wiederaufbau der Anlage hat dazu beigetragen, dass der Umschlag im
Jahre 1949 wieder 40% des Vorkriegs-Umschlages von 185.0001
erreicht hat.
Das
letzte Fracht-Segelschiff passierte die Schleuse am 04.12.1965.
Das Schiff mit dem Namen „Eben Haezer", ein „Nederlands
Aaksheep". war mit 100 t Futtermittel beladen. Die max.
Tragfähigkeit dieses Schiffes war 122 t. Das Segelschiff hatte
ein mit 70 PS motorisiertes Beiboot. Die Schleuse gehört heute
zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und wird vom
Außenbezirk Emmerich des Wasser- und Schifffahrtsamtes
Duisburg-Rhein betreut. Neben der heutigen Schleuse steht das
Spoyschöpfwerk (Pumpwerk) des Deichverbandes Xanten - Kleve. Die
alte Schleusenkammer, die den Einlauf zum Pumpwerk bildet, sowie
das Pumpwerk stehen heute unter Denkmalschutz. Die touristische
Entwicklung der Stadt Kleve trägt dazu bei, dass auch vermehrt
Fahrgastschiffe und Sportboote die Schleuse Brienen passieren.
(Verfasser:
Michael Kirschbaum, Emmerich)
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