Archäologischer Park Xanten

Besuch am 8. Oktober 2007

Meere, Flüsse und Eis gestalteten die Landschaft um Xanten. In den Eiszeiten schoben mächtige Gletscher Stauchmoränen auf: So entstand der Fürstenberg. Der Rhein veränderte sein Bett und lagerte Kiese und Sande ab. In römischer Zeit war der Rhein von zahlreichen Seitenarmen begleitet.

Der Xantener Raum bewahrt die Spuren der Geschichte. Älteste Funde belegen die Anwesenheit von Menschen seit der Steinzeit über Jahrtausende hinweg. Mit der Besetzung des Rheinlands durch die Truppen Cäsars begann eine Epoche intensiver Siedlungstätigkeit und kultureller Veränderung.

Zur Zeit des Augustus wurde das erste Militärlager Vetera I auf dem Fürstenberg angelegt: strategisch günstig in erhöhter Lage. Das Lager war ein Stützpunkt für die Eroberung des rechtsrheinischen Germanien.

Nach der Niederlage im Teutoburger Wald 9 n. Chr. wurde der Rhein als Grenze, „Limes", des römischen Reichs gesichert. Mehrfach wurde das Lager neu gebaut. Am besten erhalten waren die Reste des letzten Lagers: Es war in Stein errichtet.

Die Limesstraße verband die Militärlager am Rhein. Nördlich des Fürstenbergs liegen die Überreste eines Hafens und einer zivilen Siedlung aus dem 1. Jh. n. Chr.. Die Stadt war ein bedeutender Handelsort.

 

Geologische Veränderungen beeinflussten die Siedlungsgeschichte. Der Rheinverlauf änderte sich, der Fluss unterspülte Teile des Fürstenberges. Die Reste des Militärlagers Vetera II fielen ihm zum Opfer. Erst seit 1800 besitzt die Landschaft ihre heutige Gestalt.

In einem Aufstand der einheimischen Bataver 69/70 n. Chr. wurde das Lager Vetera I zerstört. Das neue Lager Vetera II wurde an anderer Stelle errichtet. In diesem Lager war von 70 n. Chr. bis mindestens 270 n. Chr. eine Legion stationiert.

Die zivile Siedlung bekam um 100 n. Chr. das Stadtrecht einer Colonia. Kaiser Trajan gab ihr den Namen COLONIA ULPIA TRAIANA. Umfassende Neuplanung veränderte das Bild der Siedlung. Die neue Stadtanlage überdeckte die Spuren der früheren Siedlung.

Nach dem Ende der römischen Epoche verfiel die Stadt. Franken besiedelten die Region. Eines der römischen Gräber wurde als christliches Märtyrergrab verehrt. Hier entwickelten sich die Kirche St. Viktor, das Stift und die
mittelalterliche Stadt - gebaut mit den Steinen der römischen Colonia.

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Das römische Reich besaß zur Zeit Kaiser Trajans im zweiten Jahrhundert nach Chr. eine Ausdehnung von Spanien bis Syrien und von Afrika bis nach Britannien.

Etwa 150 Orte hatten das höchste Stadtrecht: Sie durften sich COLONIA nennen. Diese Städte galten als "Abbilder Roms in der Fremde". Die Städte verwalteten sich selbst. Ihre Bürger besaßen das römische Bürgerrecht.

In der Provinz Niedergermanien gab es deren zwei: Die COLONIA CLAUDIA ÄRA AGRIPPINENSIUM (Köln) und die COLONIA ULPIA TRAIANA (Xanten).

Die COLONIA ULPIA TRAIANA war ein Hauptort der Provinz Niedergermanien. Für ein weites Umland bildete die Stadt das Zentrum. Ihre öffentlichen Bauten verdeutlichen die Zugehörigkeit zum Römischen Reich. Zugleich kennzeichneten sie den hohen Status der Stadt.

Innerhalb der Mauern lebten auf 73 Hektar etwa 10.000 Menschen. Die Bevölkerung bestand aus romanisierten Galliern und Germanen. Eine wirtschaftlich starke Einwohnerschicht bildeten auch Veteranen, die nach ihrer Entlassung Grundstücke erhalten hatten.

Die neue Stadt erhielt mit Wasserleitung, Kanalsystem und Straßennetz eine planmäßige Infrastruktur. Tempel, Forum, Amphitheater, Mauern und Tore wurden errichtet.

Das Vordringen der Franken beendete um 276 n. Chr. die Blütezeit der Stadt. Eine starke Festung wurde später aus dem Material niedergelegter Bauten in ihrem Zentrum errichtet. Sie beherbergte Bürger und Soldaten. Um die Mitte des 4. Jhs. n. Chr. wurde auch sie zerstört.

Zum Teil blieb ältere Wohnbebauung zunächst erhalten. An den Ausfallstraßen außerhalb der Stadt lagen die Gräber.

Die verfallende Stadt diente als Steinbruch: Alles verwendbare Material wurde zum Bau von Kirche und Stadt Xanten verwendet oder verkauft. Die römische Stadt verschwand von der Oberfläche. Erst archäologische Untersuchungen machen sie wieder erkennbar.

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zuletzt bearbeit am 08.10.2007