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Das Kino vor 1944.
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Bergung der Fliegerbombe.
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Aufbau nach dem Krieg.
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Das Gebäude 1936 - als Rathaus.
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Das Burg-Café, damals noch mit großem
Balkon.
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Der Wiederaufbau. (Repros: Thorsten
Lindekamp)
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Zarah,
Godot und nach 52, Jahren Abriss
BURGTHEATER / Platzanweiserin hat nur schöne Erinnerungen - Bürgermeister
auch.
KLEVE. Hans-Günther Gilles' (früherer VfB-Kleve-Vorsitzender)
liebste Kinoerinnerung stammt nicht aus dem Kino selbst, sondern
aus der dazugehörigen Kneipe. „Da habe ich mal René Carol
getroffen". Für den die Angestellten des Kinos, das damals
auch Theater, war, schon mal „die weißen Hosen gewaschen"
haben. Sagt Else Peters. Die 67-jährige war 30 Jahre lang
Platzanweiserin im Burgtheater - „die Frau vom Kino", sagte
man damals in Kleve. „Ans Burgtheater habe ich nur schöne
Erinnerungen", seufzt sie wehmütig.
An ihre Kollegen, mit denen sie abends oft Kartoffelsalat und
Spiegelei in der Burgklause aß. Und an die Schauspieler, die sie
dort traf. Marianne Schönauer bei der - Eröffnung nach dem Krieg
etwa, Lou van Burgh oder Cornelia Froboess. „Als sie hier war,
hatte sie immer Schleifen im Haar", erinnert sich Else
Peters. Und Zarah Leander hatte immer einen Chauffeur dabei, der
ihr, so Else Peters, schon mal hinter der Bühne ein Gläschen
Whiskey reichte.
Auch Petra Rinke (Präsidentin der Schildbürger) hat „nur nette
Kindheitserlebnisse" sagt sie. Denn: „Wenn Kino, dann
Burgtheater." Das Gebäude habe „ein besonderes
Flair".
Das findet auch Bürgermeister Josef Joeken. Vor allem als Theater
hat er das Haus liebgewonnen, erinnert sich gern an Bühnenaufführungen
des „Theaters am Niederrhein" wie den „Zerbrochenen
Krug" mit Josef Wirths oder "Warten auf Godot".
"Ich war immer als Schüler im Theater", blickt er zurück.
Wenn
Hermann van Eimern (Matenaar-Archiv) ans Burgtheater denkt, fällt
ihm zuerst der 14. Oktober 1949 ein. "An klingenden
Ufern" hieß der Film. "Und ich war als Gast
eingeladen." An diesem Tag wurde das Kino nach dem Krieg
wieder eröffnet.
Nun
knapp 52 Jahre später, heißt es Abschied nehmen. Das Burgtheater
schließt. Fin. The End. Das Ende. |
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Küsse,
Tränen, vorher und jetzt
ANJA HASENJÜRGEN
Das Burgtheater ist eines der schönsten Kinos am Niederrhein,
eines der schönsten Gebäude in Kleve, ein prägendes, eines mit
Charakter. Und es ist noch mehr: Es ist ein Herzklopfen-Ort - Händchen
halten, Küsschen geben und "Willst Du mit mir gehen? Ja?
Ach..." Wie oft haben sich Menschen hier die große Liebe
gestanden - vor der Leinwand und darauf? Wie viele Tränchen sind
hier heimlich gekullert, wie viele Taschentücher wurden zerknüllt?
"Dr: Schiwago", "Vom Winde verweht" - hier
liefen die Filme, die Geschichte schrieben, hier, waren
Schauspieler, die die Welt kannte.
Jahrelang wurde spekuliert, ob das Kino schließt. Jetzt ist es
soweit und mancher fragt sich, ob man das nicht hätte verhindern
können. Zu wenig wurde unternommen und zu spät. Das Burgtheater,
wird abgerissen. Und dass die Erinnerungen an Küsse und Filme, Tränen
und Glück, bleiben - das ist auch kein Trost. |
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Schräge
Fete zum Abschied
AUSBLICK / H & M will 2004 eröffnen. Kabarett künftig im Schützenhaus
Kellen.
KLEVE. Wird das Burgtheater ganz abgerissen oder entkernt? Dazu
Eigentümerin Stefanie Hammer, die das komplette Gebäude fürs
Modehaus Hennes & Mauritz (H & M), die 2004 eröffnen
wollen, umbauen lässt: ;,Es bleibt nur ein kleiner Teil
stehen" - Und selbst dafür wird es letztendlich keine
Garantie geben. Denn das Gebäude wird irgendwann einem Schweizer
Käse gleichen, - und niemand weiß, ob die alten Restmauern dem
Druck Stand halten.
Zurzeit gibt's viel zu tun: Ausräumen - zum Beispiel die gemütlichen
Kinosessel im Burgtheater. Und die will Stefanie Hammer verkaufen
- komplett. Klappt's nicht, dann eben einzeln. Gleiches gilt für
die Sitze im Burg 2, sagt Burgtheater-Geschäftsführer Reinhard
Berens. Der übrigens nicht sang- und klanglos den Vorhang schließen
will: „Im Oktober wird's eine schräge Party geben". Mit
Kabarett, Musik und einem Kino-Klassiker. Casablanca? Vom Winde
verweht? Will Berens noch nicht verraten. Mit Filmen wie diesen hätten
die Klever in den letzten Wochen mit Taschentüchern bepackt längst
einen romantischen Abend verbringen können. Wollten sie aber
nicht. Denn auf einen Film-Wunsch-Aufruf von Reinhard Berenes
reagierte keiner. Schade!
Eigentlich sollte Konrad Beikircher den Kabarett-Vorhang im Kino
zu ziehen. Hat nicht geklappt, bedauert Bruno Schmitz. Dafür
kommen Ingo Appelt und Stefan Sulke. Ein neues Domizil für die
beliebten Kabarett-Abend hat Bruno Schmitz im Kellener Schützenhaus
gefunden, das jetzt mit einem Zuschuss der Stadt von 120000 Euro
renoviert werden soll. Für Schmitz trotzdem keine langfristige
Perspektive: Er träumt - wie Berens - von einem sechsten Kino im
Tichelpark mit Kleinkunstbühne... (ga) |
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| Eröffnung
1937 - mit einer Sensation: einem Farbfilm! |
Filmpreisverleihung
1999: Joachim Krol, Tom Tykwer. (Foto: hei) |
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"Wunderschönes
Haus"
RÜCKBLICK / Das Burgtheater war mehr als nur Kino: Rathaus,
Theater, Cafe, Tanzschule. Stars von Peter Alexander bis Tom
Tykwer waren hier.
KLEVE. Wechselvoll ist sie, die Geschichte des Burgtheaters. Wenn
es nun abgerissen und als neues Haus aufgebaut wird, ist das schon
das dritte Mal. Denn als die Familie Hammer das Gebäude im Jahr
1936 kaufte, war es ... ein Rathaus. In nur fünf Monaten
verschwand das Verwaltungsgebäude samt Ratsklausel. Ein Kino
entstand. Am 21. Oktober 1937 wurde das Burgtheater eröffnet -
mit dem Film „Die großen Torheiten" in Farbe! Zu seinem
Namen, kam das Kino, so schrieb Eduard Wirths im Heimatkalender,
zufällig. Bei einem Dämmerschoppen wollte der damalige Bürgermeister
wissen, wie es denn heißen solle. Da es am Fuße der
Schwanenburg, liege, solle es doch Burgtheater heißen, habe
Elionore Hammer da spontan vorgeschlagen.
Am 7. Oktober 1944 war es Aus mit der Kino-Herrlichkeit. eine
Fliegerbombe zerstörte die Innenstadt - auch das Burgtheater.
Wieder wurde das Kino aufgebaut, wieder wurde Eröffnung gefeiert:
am 14. Oktober; die Handwerker waren gerade aus dem Haus, lief
„An klingenden Ufern." Große Filme flimmerten hier -
„Doktor Schiwago", „Vom Winde verweht". Und große
Stars wären zu Gast: bei Konzerten, Opern- und Theateraufführungen.
Marianne Schönauer, Peter Alexander, Zarah Leander sind nur
einige. Und das Burgtheater war mehr als nur Kino: Es war Bühne für
das „Theater am Niederrhein", eine Tanzschule logierte
hier, ein Cafe, dort, wo heute die NRZ arbeitet.
Stars kamen noch einmal im Jahr 1999: Zur Filmpreisverleihung der
Gilde deutscher Filmkunsttheater fuhren Horst Buchholz und Joachim
Krol vor, Regisseure wie Tom Tykwer und Alison Owen glitten aus
Limousinen, waren hingerissen von diesem „wunderschönen
Haus", so Adrian Katter; Vorsitzender der Gilde. Das war auch
die Hermes House Band - sie drehte hier im Sommer 2001 im Kino das
Video zum Sommerhit 2001: „Que sera Sera".
Nun wird das Gebäude wieder abgerissen - und bekommt eine neue
Bestimmung: Mode „H & M" zieht ein. (aha) |
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Plakat
zur Eröffnung nach dem Krieg. |
Alter
Vorführraum mit Rauchabzug (Filme waren brennbar!). |
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Das
Foyer 1937. |
Aktion
"Kino wie damals" (2001. |
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Die
Fassade in den 50ern. |
Videodreh
der "Hermes House Band", 2001. (Repros: ThoLi / Foto:hei) |
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