Rheinische Post vom 16. November 2002

Einst großartiger Kinopalast - jetzt nur noch Ruine.

Abriss-Arbeiten in der Klever City haben begonnen / etwa ein Jahr Bauarbeiten

H & M will mit Neuer Mitte öffnen


Von MATTHIAS GRASS

KLEVE. Die alten Glastüren, sind verklebt - Plakate der nächsten Kabarettveranstaltungen versperren die Sicht in das einstige Foyer des Klever Filmpalastes Burgkino. Es ist vorbei: Ein Bauzaun versperrt den direkten Zugang, feiner Staub liegt in der Luft. Der große Bau inmitten der Klever City wird entkernt - besser gesagt: Zum Abriss vorbereitet.

Abriss

„Das Gebäude wird von Innen heraus abgebrochen, das Material vom alten Innenausbau muss sortiert werden" , sagt Klaudia Kressin, Sprecherin der Repp GmbH, die den alten Bau abreißen und hier ein neues Kaufhaus aufbauen wird. Abgerissen wird alles - der alte Kinosaal, die Fassade aus den 50er, die verwinkelten Treppen und Gänge im Inneren - noch eine Großbaustelle in - der City wird sich auftun. „Die Umbauzeit wird voraussichtlich ein Jahr dauern", sagt Kressin. Beginn ist Ende des Jahres. „Wir werden eine neue Mauerwerksfassade errichten", erklärt Repp-Geschäftsführer Thomas Euwens den Plan seiner Architektin Christiane Berens. Im Erdgeschoss sollen Schaufenster über zwei Etagen auf die Straße schauen, Licht großzügig ins Innere lassen. Die Wandflächen werden verputzt. „Allerdings steht die Fassade noch nicht im letzten Detail fest - da sind noch Feinabstimmungen mit der Bauherrin nötig", sagt Repp. Es sei aber keine hochmoderne Fassade wie die Glasflächen am Hoffmann-Kontor, so Euwens. Verbaut werden auf der Großbaustelle rund 3,6 Millionen Euro, es entstehen fast 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die sind zum größter Teil an einen Anbieter, H&M, vergeben.

Herbst 2003?

„Wir hoffen unseren neuen Standort Kleve schon im Herbst 2003 eröffnen zu können", sagt H&M - Sprecher Mathias Geduhn im RP-Gespräch Mit vollem Sortiment will der internationale Bekleidungs-Riese nach Kleve kommen. „Auf dieser Fläche ist das ganze Programm möglich: Damen, Herren, Kinder bis hin zu Young Trend für die Jugend. Von High Fashion bis classic basic", sagt Geduhn. Will sagen: Vom Wintermantel bis zu Bademode in allen Preislagen... .

Einst großartiger Kinopalast - jetzt nur noch Ruine.  

RP-Foto: Gottfried Evers

Kommentar:

Jugend mit Initiative

von MATTHIAS GRASS

Schaut man auf die Themen der vergangenen Woche zurück, so scheint es die Woche der Klever Geschäftsleute gewesen zu sein, scheint die Woche ein bestes Beispiel für das so genannte a-zyklische Investieren zu sein: Der wirtschaftlichen Talsohle zum Trotz wird in Kleve nämlich kräftig investiert: Am Elefantengelände, in der neuen Mitte und nur wenige Meter die Stadt 'runter dann im alten Burgkino für ein großes H & M-Kaufhaus. Unterm Strich muss man sagen: Wenn all diese Arbeiten Ende 2003 abgeschlossen sein sollten, sollte Kleve, so alles glatt verläuft, um ein Vielfaches attraktiver geworden sein. Einer, der das schon früh erkannt hat, ist Jürgen Vrede aus Goch. Der Sprecher des Gocher Werberings hat nämlich eine Filiale genau zwischen Neue Mitte und H & M gesetzt.

Auch ein anderer Gocher zeigte Gespür für die Wirtschaft: Rudolf Lange konnte wieder einen großen Betrieb in der Weberstadt ansiedeln. Wieder aus der Türkei.

In alle „Welt" hinaus gingen die Schüler der Berufsbildenden Schulen in Kleve: Beachtlich, was die Jungen und Mädchen im Ausland leisteten, erlebten - das sollten Erfahrungen fürs Leben sein. Es sind aber auch Praktika, die zeigen, dass es durchaus eine Jugend mit Initiative gibt...

zuletzt bearbeit am 31.03.2006