12000 Jahre Niederrhein - 800 Jahre Kleve

Am Ende der Eiszeit

 

Vor 12.000 Jahren setzte eine deutliche Klimaverbesserung ein.

 

Die Lebensbedingungen erlaubten eine Besiedlung durch altsteinzeitliche Jäger, die u. a. das Mammut jagten. Im Raum Dinslaken fanden sich ca. 8.000 Jahre alte Harpunen aus Hirschgeweih.

Bearbeitete Maasfeuersteine aus dem 7. Jahrtausend v. Chr., gefunden in der Nähe der Weezer Niersebene, beweisen, dass damals auch der untere Niederrhein bevölkert war.

Weitere Funde in Hamminkeln - Hülshorst, wie Steinbeile und Flintgeräte aus der Jungsteinzeit, belegen ebenso, dass der Niederrhein bereits sehr früh besiedelt war.

 

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Mammutschädel, gestiftet von Hans Hiby (Kleve, 5.7.1913 - 26.6.2000),

Geologisches Museum der Schwanenburg, Kleve

Ackerbau und Viehzucht

 

Gegen Ende der Jungsteinzeit, etwa um 2.500 v. Chr., wanderten Schnurkeramiker aus Nord- und Mitteldeutschland zu. Aus dem Westen drangen Vertreter der Glockenbecherkultur in das Gebiet am Niederrhein. Beide Gruppen verschmolzen sich zur "Rheinischen Becherkultur".

 

Fundplätze aus dieser Zeit, in der sich am Niederrhein auch die Übergänge zur Schafzucht und die Anfänge des Ackerbaus vollzogen, gibt es in Kleve und Emmerich, ebenso wie im mittleren und im südlichen Teil des Niederrheins. Mit ihren hervorragenden Steinwerkzeugen erstellten die Bandkeramiker Holzbauten bis zu einer Länge von 36 Metern, deren Flechtwerkwände mit Lehm verputzt wurden. Zur Zerkleinerung des Getreides wurden Handmühlen aus Sandstein verwendet, und offenbar war auch das Rad bekannt.

 

Überregionale Handelsbeziehungen

 

Ab etwa 2.000 v. Chr. wurde Kupfer importiert und am Niederrhein kalt verarbeitet.

 

Fertigwaren aus Bronze, namentlich Schmuck und Schwerter, wurden aus Norwegen bezogen.

 

Die Ackergeräte waren jedoch meist aus Holz, so dass für den Feldbau nur leichte Böden genutzt werden konnten.

 

Umfangreiche Rodungen veränderten das äußere Bild der Landschaft. Das weidende Vieh verhinderte durch Abbiss ein Wiederaufkommen des gerodeten Waldes.

 

Keltische und germanische Siedler

 

Im Verlauf des letzten Jahrtausends vor der Zeitrechung ließen sich zunehmend, vom Süden kommend, keltische Gruppen am Niederrhein nieder.

 

Sie nutzten im 5. Jahrhundert v. Chr., namentlich in der Niersebene, an der Lippe und im Emschergebiet, die Raseneisenerzfelder und verhütteten das Erz auch in kleinen Eisenschmelzen.

 

Ebenso drangen in der Zeit nach 700 v. Chr. germanische Stämme aus dem Osten zum Niederrhein vor, wo sie mit den keltischen Jägern, Viehzüchtern und Ackerbauern zusammenprallten.

 

Obwohl viele der germanischen Gruppen von hier aus in die heutigen Niederlande und nach Flandern weiterzogen, wurde das Gebiet zwischen Issel und Maas zunehmend dichter besiedelt.

 

Etwa seit 400 v. Chr. ermöglichten es die höher beanspruchbaren landwirtschaftlichen Geräte aus Eisen, auch schwerere Böden zu bebauen. Die dadurch erzielte Ertragssteigerung erweiterte den Nahrungsspielraum der Bevölkerung. Einen Hinweis auf deren Anwachsen gibt das große germanische Gräberfeld bei Duisburg - Wedau, das 5.000 bis 6.000 Grabhügel umfasste.

 

In der Siedlungsform begannen sich in den letzten fünf Jahrhunderten v. Chr. die Funktionen der Häuser zu differenzieren: neben Wohnbauten, Speichern und Ställen bildeten sich, wie eine Grabung in Weeze - Baal im Kreis Kleve belegt, Bauformen für bestimmte Arbeiten mit einem von Wohnteil der Siedlung abgetrennten Wirtschaftsteil heraus.

Die Kelten in Europa
Die Ausbreitung der keltischen Stämme

dunkelbraun: Kerngebiet der Laténekultur

hellbraun: Ausbreitungsgebiet keltischer Stämme ab dem späten 5. Jh. v. Chr.

grün: Kelt-Iberer: kulturelle und sprachliche Einflüsse aus Mitteleuropa vor dem 6. Jh.

zuletzt bearbeit am 05.08.2005