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12000
Jahre Niederrhein - 800 Jahre Kleve
Die
römische Zeit
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Weder
ertragreiche Böden noch Edelmetalle waren die Beute als Gaius
Julius Caesar während des Gallischen
Krieges in den fünfziger
Jahren vor Christus bis zum Rhein vorstieß.
Die
Ausdehnung des römischen Herrschaftsgebiets sollte die ständigen
Übergriffe germanischer Stämme, die den Bestand der römischen
Eroberungen gefährdeten, entgegentreten. Um die Grenze des Römischen
Reiches nachhaltig vor den aus dem Osten vordringenden Volksstämmen
zu sichern, sollte "Germanien" bis zur Elbe dem Reich
einverleibt werden.
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Zur
Vorbereitung der in der Regierungszeit des Kaisers Augustus
vorgesehenen Offensive nach Germanien, richtete der römische
Feldherr Drusus,
ein Stiefsohn des Kaisers Augustus, in den Jahren 16 bis 14 v.
Chr. am linken Rheinufer, auf dem Abschnitt von Bonn bis Nimwegen,
Bereitstellungsräume für fünf bis sechs Legionen ein.
Zugleich
wurde eine hochwasserfreie Militärstraße erster Ordnung
geschaffen. Diese Straße verlief von Köln über Neuss und
Moers-Asberg (Asciburgium) zum Kastell Castra
Vetera (bei Xanten-Birten).
Entlang
dieser Straße wurden zahlreiche Stützpunkte mit festungsartigem
Charakter angelegt. In
deren Nachbarschaft entstanden bürgerliche Niederlassungen, mit
Bewohnern aus oft fremden Gegenden, mit Marketendern, Handwerkern,
Krämern und Händler, die zur Versorgung der Truppe notwendig
waren und hier gute Verdienstmöglichkeiten fanden.
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| Der
niedergermanische Limes (nach H. von Petrikovits) |
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Über
vier Jahrhunderte bestimmten römische Organisation und Verwaltung
mit ihrer Verkehrsinfrastruktur, den militärischen Befestigungen
und der Anlage neuer Siedlungen das Leben am Niederrhein. Die
Basis war ein auf einfachen liberalen Grundsätzen beruhendes und
für jedermann in gleicher Weise geltendes Recht. Auch die
Besteuerung war klar geregelt. Mit
dem Ziel der Romanisierung der einheimischen Bevölkerung wurden
die linksrheinischen Germanen als römische civitates in das
Staatsgefüge eingegliedert.
Im
Klever Stadtteil Rindern wird das römische Kastell Harenatium
vermutet. Dort
gefundene römische Zeugnisse, wie die Reste eines Gebäudes
mit Fußbodenheizung, haben bisher aber noch keinen eindeutigen
Beweis einer militärischen Ansiedlung erbracht. Aus Rindern
stammt auch der Mars
Camulus-Stein,
ein Kalksteinblock, ungefähr ein Meter hoch, achtzig Zentimeter
breit und siebzig tief. Eine Inschrift auf der Vorderseite besagt,
dass römische Bürger von Reims ihn "zum Heile des Kaisers
Tiberius, des Siegers über die Germanen" für einen
Mars-Tempel in Harenatium gestiftet haben. Dieser Stein war
Bestandteil eines Antikenkabinetts auf der Schwanenburg. Die
Sammlung wurde vom brandenburgischen Statthalter Prinz Moritz von
Nassau-Siegen begonnen. Seit 1974 befindet sich ein Teil dieser
Funde zusammen mit späteren im Xantener Regionalmuseum neben dem
Viktor-Dom. Den Mars-Camulus-Stein allerdings wurde von Rinderner
Bürger 1967 in einer Nacht- und Nebelaktion zurück in die
Rinderner Kirche gebracht. Mit einer Altarplatte versehen, steht
er dort seither im Chor der Kirche.
Auch
heute noch finden sich immer wieder - weniger spektakuläre - Fundstücke
im niederrheinischen Boden. Anfang der 1960er Jahre wurden z.
B. auf einem Grundstück am Jungferngraben in Kleve - Kellen
römische Bronzemünzen aus der Zeit des Kaisers Commodus (180 -
192 n. Chr.) entdeckt. Im Rinderner
Heimatmuseum werden
einige Fundstücke ausgestellt.
Kleve,
so sagt man hier gern, "liegt wie Rom auf sieben Hügeln",
auf jenem Höhenzug von Xanten nach Nimwegen. Auf dem Burgberg gab
es schon zu Römerzeiten eine Postenstellung zum Schutz der
Heerstraße von Ulpia Trajana (Xanten) nach
Ulpia
Noviomagus (Nimwegen). Auf dem Berg soll ein Herkulestempel
gestanden haben. (siehe Anonymus, "Mit der Armee am
Niederrhein", 1793)
Auch
das heutige Dorf Qualburg, vor den Toren Kleves, gehörte unter
der Bezeichnung Quadriburgium zu den 125 Grenzstationen entlang
des Verteidigungssystems "Limes".
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Widerstand
gegen Rom
Vom
Winterlager Castra Vetera aus drangen römische Legionen in
mehreren Feldzügen entlang der Lippe in das innere Germaniens
vor. Die Unterwerfung der östlich des Rheins gelegenen Gebiete
gelang jedoch nicht! Die entscheidende und größte Niederlage
Roms fand im Jahr 9 nach Christus statt. Die germanischen Truppen
um Hermann dem Cherusker vernichteten im Teutoburger Wald (oder
war es im Achterhoek,
unweit von Emmerich?) drei von
Varus angeführte Legionen. An diese Schlacht erinnert der in
Xanten gefundene
Grabstein
des Marcus Caelius.
Obwohl
die Römer und Cherusker im Jahr 16 erneut aneinander gerieten und
diesmal der Cheruskerfürst Arminius dem römischen Feldherrn
Germanicus unterliegt, gibt der Kaiser Tiberius endgültig
den Plan auf, die Grenze über den Rhein nach Osten zu
verschieben. Damit wurde der Rhein zur Westgrenze des Römischen
Reichs.
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Allerdings
auch hier formierte sich im Jahr 69 nach Christus der Widerstand. Julius
Civilis, Führer des
Germanenstammes der Bataver,
deren Stammesgebiet sich von Nimwegen bis zur Rheinmündung
erstreckte, organisierte vom Niederrhein aus bis in den Trierer
Raum den Aufstand gegen die Willkür der römischen Herrschaft. Die
Düffel (zwischen Kranenburg und Kleve) wird Schauplatz des ersten
Bürgerkriegs auf niederrheinischem Boden.
Gemeinsam
mit keltischen Fürsten wollte Civilis ein Germanisch / Keltisches
Reich gründen. Damit war er ein Vorläufer späterer Reichsgründer.
Die Rivalitäten der Stammesfürsten untereinander führten jedoch
zum Scheitern des Aufstands.
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Das
beim
Bataveraufstand
zerstörte Kastell Vetera wurde nicht wieder aufgebaut. Allerdings
entstand eine Zivilsiedlung: die Colonia Ulpia Trajana (CUT). Diese Stadt war neben dem heutigen Köln
und Trier die drittgrößte Kolonie auf deutschem Boden. Der Archäologische
Park Xanten zeigt von der
Pracht der römischen Lebensweise am linken Niederrhein vor
zweitausend Jahren (Colonia Ulpia Traiana: Eine kurzer Film über
das "römische Xanten"
(zip-Datei,
ca. 60Mb, Passwortgeschützter
Bereich)). Der
Rhein als Verkehrsader ermöglichte einen umfangreichen
Warenaustausch. Im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus erreichte
die Romanisierung der Rheinprovinz ihren höchsten Stand.
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| Römische
Waffen aus dem Rheinkies bei Xanten. Zeugnisse der
Bataver-Schlacht des Jahres 70 n. Chr. (aus: Monumente,
Magazin für Denkmalkultur in Deutschland, Sonderausgabe
Krieg & Frieden, Bonn 2005, S. 23) |
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Was
kommt nach Rom?
Der
einseitige Wohlstand erweckte den Neid der Stämme auf dem rechten
Ufer, die sich wohl mit der Absicht, später die andere Rheinseite
zu erobern, im 3./4. Jahrhundert zum Stammesverband der Franken
zusammengeschlossen hatten.
Durch
Seuchen und sich häufende Überfälle reduzierte sich die Bevölkerung
des römischen Grenzgebietes. In der Mitte des 4. Jahrhunderts
wurden die römischen Truppen vom Rhein abgezogen und Trajana etwa
um 352 auch von den Bewohnern, die wahrscheinlich nach Gallien flüchteten,
verlassen.
Zuvor
noch hatte das Christentum den Niederrhein erreicht. Auch in
Trajana wurden Christen gefoltert und hingerichtet. So wurden in
dem Gräberfeld, außerhalb der Stadtmauern, auch mehrere Römer
bestattet, die offenbar als Märtyrer umgebracht worden waren. Zu
ihrem Gedächtnis nannte man diesen Platz später "ad
sanctus", woraus sich dann der Name "Xanten"
entwickelte.
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Tacitus:
Germania (Hörbuch, Sprecher: Erwin Grosche, Gesamtlänge:
ca. 58 Minuten) (Passwortgeschützter
Bereich)
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I.
Germanien in seiner Gesamtheit und die Germanen selbst
(mp3-Datei, 8.189 kb).
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II.
Könige wählen sie aufgrund ihrer adligen Abstammung, Heerführer
aufgrund ihrer Tapferkeit (mp3-Datei, 4.554 kb).
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III.
Über weniger wichtige Angelegenheiten entscheiden die führenden
Männer, über die bedeutenden alle (mp3-Datei, 4.650 kb).
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IV.
Wenn sie nicht in den Krieg ziehen, verbringen sie nicht viel
Zeit mit der Jagd, mehr mit Nichtstun, dem Schlafen und Essen
ergeben (mp3-Datei, 5.998 kb).
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V.
Spät kommen die jungen Männer mit der Liebe in Berührung
(mp3-Datei, 6.749 kb).
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VI.
Einrichtungen und Gebräuche der einzelnen Stämme (mp3-Datei,
10.523 kb).
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