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Kleve
/ Osnabrück. Wer kennt ihn nicht? Den Grabstein des Marcus
Caelius, der so viele
Lateinbücher schmückt? Wer aber kennt den engen Bezug zur
Klever Geschichte, die Neugierde eines Osnabrücker Professors,
der im Badischen lebt, aus Geldern stammt, mit einer Frau aus
Rindern verheiratet ist und vor kurzem im sogenannten „Varus-Kurier"
der Geschichte des Steins nachspürte?
„Der
Stein", so beschreibt Professor Rainer Wiegels, „ist von
so großem Interesse, weil die Inschrift erst- und einmalig das
bellum Varianum - den Varus-Krieg - erwähnt." In diesem
Krieg fand Caelius den Tod. Ausgegraben wurde der Stein im Jahr
1620 in Xanten, bevor er in den Besitz der „Edlen Herren
Wesseln vom Loe. Herrn zu Wissen" überging.
Nun
betrat Johann Moritz von Nassau die Bühne.
„Zu
den großen Leidenschaften des Nassauers gehörte die Planung
und Realisierung von Bauten und Gartenanlagen, verbunden mit
einer besonderen Vorliebe für antike Überreste", schreibt
Wiegels. In den Sog dieser Leidenschaft geriet auch der Caelius-Stein.
Johann Moritz von Nassau ließ das Amphitheater anlegen, in
dessen Brunnenanlagen antike Mirabilia (Wunderdinge), darunter
auch der Caelius-Stein, eingefügt wurden, so Wiegels. Zwei
Jahrzehnte später wurden die historischen Stücke wieder
entfernt und in die Grabanlage in Berg und Tal eingefügt. Doch
die Odyssee ging weiter - der Stein fand eine neue Heimstatt in
der Schwanenburg. Das war Ende des 18. Jahrhunderts. Die
Franzosen besetzten das Klever Land viele Kulturdenkmäler
wurden nach Paris abtransportiert. Doch die Antiquitäten im
Schloss blieben verschont, erst 1814 wurden die historischen Stücke
dem Landesmuseum in Bonn übergeben. Dort steht der
Originalstein noch heute.
Wer
mehr über die Varusschlacht erfahren möchte, kann sich unter
der Tel. 05401/49 52 19 weitergehend informieren. Am 21. April
wird das neue Museum Varusschlacht im Osnabrücker Land - Museum
- und Park Kalkriese" eröffnet. Infos gibt's auch im Internet.
Annette
Henseler |