Klever Wochenblatt von Mittwoch, den 27. Februar 2002 

Die Caelius-Story

Die Varusschlacht

Der Caeliusstein - nur diese eine Inschrift erwähnt die Varusschlacht.

 

Kleve / Osnabrück. Wer kennt ihn nicht? Den Grabstein des Marcus Caelius, der so viele Lateinbücher schmückt? Wer aber kennt den engen Bezug zur Klever Geschichte, die Neugierde eines Osnabrücker Professors, der im Badischen lebt, aus Geldern stammt, mit einer Frau aus Rindern verheiratet ist und vor kurzem im sogenannten „Varus-Kurier" der Geschichte des Steins nachspürte?

„Der Stein", so beschreibt Professor Rainer Wiegels, „ist von so großem Interesse, weil die Inschrift erst- und einmalig das bellum Varianum - den Varus-Krieg - erwähnt." In diesem Krieg fand Caelius den Tod. Ausgegraben wurde der Stein im Jahr 1620 in Xanten, bevor er in den Besitz der „Edlen Herren Wesseln vom Loe. Herrn zu Wissen" überging. 

Nun betrat Johann Moritz von Nassau die Bühne. 

„Zu den großen Leidenschaften des Nassauers gehörte die Planung und Realisierung von Bauten und Gartenanlagen, verbunden mit einer besonderen Vorliebe für antike Überreste", schreibt Wiegels. In den Sog dieser Leidenschaft geriet auch der Caelius-Stein. Johann Moritz von Nassau ließ das Amphitheater anlegen, in dessen Brunnenanlagen antike Mirabilia (Wunderdinge), darunter auch der Caelius-Stein, eingefügt wurden, so Wiegels. Zwei Jahrzehnte später wurden die historischen Stücke wieder entfernt und in die Grabanlage in Berg und Tal eingefügt. Doch die Odyssee ging weiter - der Stein fand eine neue Heimstatt in der Schwanenburg. Das war Ende des 18. Jahrhunderts. Die Franzosen besetzten das Klever Land viele Kulturdenkmäler wurden nach Paris abtransportiert. Doch die Antiquitäten im Schloss blieben verschont, erst 1814 wurden die historischen Stücke dem Landesmuseum in Bonn übergeben. Dort steht der Originalstein noch heute.

Wer mehr über die Varusschlacht erfahren möchte, kann sich unter der Tel. 05401/49 52 19 weitergehend informieren. Am 21. April wird das neue Museum Varusschlacht im Osnabrücker Land - Museum - und Park Kalkriese" eröffnet. Infos gibt's auch im Internet.

Annette Henseler

zuletzt bearbeit am 12.08.2005