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12000
Jahre Niederrhein - 800 Jahre Kleve
Die
Franken
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Reich der
Franken um 478 n. Chr.
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Die
Franken setzten sich aus verschiedenen Kleinstämmen zusammen. Der
Name Franken (die "Freien , Kühnen" ) wurde von den Römern
ab Mitte des 3. Jahrhunderts verwendet. Die beiden Hauptgruppen
der Franken waren die Salier und die Rheinfranken bzw. Ripuarier.
Die Rheinfranken siedelten um den Herrschaftsschwerpunkt Köln.
Die Salier drangen nach Westen über den Niederrhein nach
Toxandrien (entspricht in etwa der heutigen Grenzregion zwischen
den Niederlanden und Belgien) vor, wurden dort von Kaiser Julian
358 besiegt und in Toxandrien als römische Bundesgenossen (foederati)
angesiedelt. In der Folge
dienten sie vielfach im römischen Heer und dehnten ihr
Siedlungsgebiet in Nordgallien kontinuierlich aus. Sie standen
unter der Herrschaft merowingischer Kleinkönige.
Aus
dem Geschlecht der
Merowinger entstammt auch Chlodwig van Dornick.
Er besiegte 486 bei Soissons den letzten römischen Befehlshaber
in Gallien, Syagrius, und beendete damit endgültig die römische
Herrschaft in Gallien.
Zusammen
mit dem König der Rheinfranken, Sigibert, gelang in der Schlacht
bei Zülpich im Jahre 498 der entscheidende Sieg gegen die von Süden
vordringenden Alemannen. Chlodwig soll vor der Schlacht unter
Anrufung des Christengottes den Sieg erfleht haben. Der gewonnene
Kampf begründete die Hinwendung Chlodwigs zum Christentum. Der Übertritt
zum christlichen Glauben ist jedoch eher dem Einfluss seiner
bereits getauften Ehefrau zuzusprechen.
Damit
waren die Franken der erste und zu dieser Zeit einzige
Germanenstamm, der sich zur katholischen Glaubenslehre bekannte.
Dies war die Grundlage für die Verbindung zwischen fränkischem Königtum
und Papsttum und half bei der Befriedung des von Christen und
Heiden bewohnten Reiches. Zugleich wuchs mit dem Sieg auch
Chlodwigs Einfluss auf die
rheinischen
Franken. Denn als nach
dem Tod des Rheinfrankenkönigs
Sigeberts,
etwa zehn Jahre später, über dessen Nachfolge zu entscheiden war, wählten sie ihn zu
ihrem König.
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Der
fränkische Kleinkönig Chlodwig aus dem Geschlecht der Merowinger
wurde zum Herrscher über ein abendländisches Großreich, das im
heutigen Rückblick einen Markstein auf dem Wege Europas von der
Antike zum Mittelalter darstellt und Westeuropa
ein neues Gesicht gab. Als er 511 starb erstreckte sich das fränkische
Reich von Aquitanien bis zum Rhein- und Maingebiet. Das römische
Weltreich war endgültig untergegangen. |
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Die
Straßennamen "Merowinger- und Frankenstraße" erinnern
in Kleve an diesem Geschichtsabschnitt. Denn
auch der linke Niederrhein war in fränkische
Gaue eingeteilt. Ein Gau war jedoch keineswegs ein in sich
geschlossener politischer Raum, sondern eher Bereich mehr
oder weniger stark gestreuter Amts- oder Herrschaftsrechte, die
von Gaugrafen, den "Grafio" im Namen des Königs ausgeübt
wurden. In den Urkunden des 9. Jahrhunderts finden sich für die
Region des oberen Niederrheins die Gaubezeichnungen Hamaland (nördlich
von Emmerich), Hattuarier-Gau
(im Hauptraum beiderseits des Rheins), Mühl-Gau (im südlichen
Niers-Maas-Gebiet) sowie Düffel-Gau (im Bereich von
Kleve-Nimwegen).
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Zusammengehalten
wurde die Vielzahl von Herrschaftszellen durch das Lehnswesen, das
den Adel persönlich an den König band. Mit dem Erblichwerden der
vom König verliehenen Ämter wurde zugleich die Teilnahme der Großen
an der Regierung deutlich. Viele künstlich angelegte Burghügel,
Motten genannt, weisen am Niederrhein auf die frühe Herrschaft
des einheimischen fränkischen Adels hin.
Dennoch
lag das Niederrheingebiet lange in einer Abseitslage des fränkischen
Interesses, weit entfernt vom Zentrum, der Hauptstadt
Paris.
Nach
dem Tod Chlodwigs wurde das Königreich unter seinen vier Söhnen
aufgeteilt. Im 6. Jahrhundert erfuhr das Reich weitere Teilungen
und Wiedervereinigungen, bis schließlich Chlotar II. 613 das
Reich, das sich nun auch tief in rechtsrheinisches Gebiet
ausgedehnt hatte, wieder zusammenfasste.
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Fränkischer
Schmuck - gefunden als Grabbeilage in Rindern
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Kurz
nach seinem Tod verloren die merowingischen Könige jedoch ihre
Macht zunehmend an die Hausmeier. Im östlichen Teil des
Frankenreichs, in Austrasien, begann der Aufstieg der Karolinger,
die über 100 Jahre lang die Hausmeier stellten und über das
Reich herrschten wie Könige. 687 siegte Pippin II., der Mittlere,
der karolingische Hausmeier von Austrasien, über die Heere von
Neustrien (dem westlichen Teil) und Burgund und beherrschte als
Hausmeier nun das gesamte Fränkische Reich.
Sein
Sohn Karl Martell dehnte das Reich nach Osten aus und wehrt 732 in
der Schlacht bei Tours und Poitiers die Mauren ab.
Die
Macht der Franken erreichte ihren Höhepunkt unter dem Enkel von
Karl Martell, Karl
dem Grossen, der zu
seiner Zeit der mächtigste Herrscher Europas war.
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Büste von
Karl dem Großen |
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Bereits
vor Karl dem Großen war der Niederrhein wieder zum begehrten
Territorium geworden. Der Rhein hatte bereits im 7. Jahrhundert
seine Funktion als wichtiger Fernhandelsweg zwischen Nordeuropa
und Mittelmeerraum wiedergewonnen. Er
wurde damit das Ziel der von Nordosten heranziehenden Sachsen. Zur
Sicherung der Grenze zwischen Sachsen und Franken errichteten
diese wehrhafte Stützpunkte (z. B. in Nimwegen, in der Nähe von
Schermbeck, bei Wesel und in Duisburg sogar einen Königshof).
Karl dem Großen gelang es in blutigen Kämpfen 772 bis 804 die
Sachsen endgültig zu besiegen und in das Frankenreich
einzugliedern.
Weihnachten
800 wurde Karl der Große vom Papst zum Kaiser gekrönt. Diese
Auszeichnung symbolisiert wiederum die enge Verbindung des Fränkischen
Reichs mit den Würdenträger des christlichen Glaubens. Karl
der Große war zu seiner Zeit der mächtigste Herrscher Europas.
Nach seinem Tod 814, unter der Herrschaft Ludwig des Frommen,
wurde die Politik Karls weitergeführt, nach dessen Tod zerfiel
das Reich. Später entstand daraus Deutschland und Frankreich.
Übrigens:
ein weltberühmter Franke war Niederrheiner: Siegfried
der Drachentöter aus
Xanten, der im Nibelungenlied
verewigt wurde.
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Willibrord
Der
Niederrhein wurde bereits Ende des 7. Jahrhunderts während der
Regierungszeit Pippins II. vom angelsächsischem Missionar und
ersten Bischof von Utrecht Willibrord
(695-739) missioniert.
Der
aus Yorkshire stammende, 658 geborene, Mönch, der seine
Ausbildung bei den Benediktinern absolvierte, hatte sich zum Ziel
gesetzt, die "Friesenmissionierung" zu forcieren. Der
Stamm der Friesen war noch sehr heidnisch orientiert, der
christliche Glauben stieß auf massiven Widerstand. Ausgangspunkt
der Reisen zu den Heiden, die sich vor allem in der Gegend um das
heutige Nimwegen angesiedelt hatten, war die Missionsstation in
Rindern (heute ein Stadtteil von Kleve) - hier stand Willibrord noch unter dem Schutz der
christlichen Franken. Diesen Schutz erhielt der Mönch, indem er
ein historisches Bündnis mit dem Nachfolger und Sohn Pippin II.,
Karl Martell, einerseits und dem Papst andererseits zustande
brachte. Dieses Bündnis prägte das gesamte spätere Mittelalter.
In
Emmerich gründete Willibrord die erste Lateinschule auf
niederrheinischem Boden um dafür zu sorgen, dass der
Missionsarbeit neue klerikale Kräfte zugeführt werden. Der Überlieferung
nach soll Willibrord um das Jahr 700 auch die Martinikirche gegründet
haben. Damit hätte Emmerich von Anfang an zu dem neugegründeten
Bistum Utrecht gehört und die religiöse und kulturelle
Entwicklung Emmerichs und des Niederrheins mit beeinflusst. Die
Martinikirche bewahrt die sogenannte "Arche des Heiligen
Willibrords". Die Inschrift der Arche lautet: "HE SVNT
RELIQUIAE QUAS SCS WILLIBRORDVS ROME A PAPA SERGIO ACCEPIT ET
EMBRIKI TRANSPORTAVIT" (das sind die Reliquien, die der
heilige Willibrord von Papst Sergius in Empfang genommen und nach
Emmerich gebracht hat). In der Arche (Arche, von lat. arca =
Kasten) ruhen bemerkenswerte Reliquien: Knochen des Apostels
Petrus und der Heiligen Walburga, Splitter vom Kreuz und von der
Lanze Jesu, und ein Stück vom Bußgewand, das er auf Geheiß von
Herodes tragen musste.
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Der
fränkische Adlige, Graf Ebroin, machte im Jahre 720 der Kirche zu
Rindern aus seinem Grundbesitz
eine reiche Schenkung. Neben anderen Besitzungen überließ er der
Rinderner Kirche damals auch einen Wald. Durch die
Schenkungsurkunde wird deutlich, dass der heilige Willibrord um
720 "custos" (Wächter) der Kirche in Rindern, die
damals schon sicherlich hundert Jahre bestand, war.
Durch
großzügige Schenkungen der fränkischen Adligen vor allem im 8.
Jahrhundert war die Petruskirche zu Rindern zu einer reichen
Pfarre geworden.
Als Willibrord, der "Apostel des
Niederrheins" im Jahre 739 mit 81 Jahren starb, fiel der
gesamte Grundbesitz der Rinderner Kirche an das Kloster Echternach
(Luxemburg). Dort, an Willibrords Sterbeort, fand er auch seine letzte
Ruhestätte.
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