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GOCH
(RP). Vielleicht weiß es nicht jeder: Kaiser Otto III. war ein
"Kesseler Kind". Auf dem Weg von Nimwegen nach Köln
bringt im Jahr 973 die griechische Prinzessin Theophanu, die mit
Otto II. verheiratet ist, etwas verfrüht einen Sohn zur Welt:
am Ufer der Niers, im "Ketelewald". Da es keine andere
Stadt gibt, die die Geburt des Thronfolgers für sich
beansprucht, sind sich die Kesseler ganz sicher: Otto III. ist
"ihr" Kaiser, und deshalb sprach sich der
Hauptausschuss der Stadt Goch gestern Abend dafür aus, den
Platz vor der St. Stephanus-Kirche künftig
"Kaiser-Otto-Platz" zu nennen.
Vor
1000 Jahren
Schon
mit drei Jahren wird Otto zum König gekrönt, mit 16 ist er
Kaiser - dabei hilft wohl seine Verwandtschaft zu Papst Gregor
V. Zum Dank setzt Otto den Papst 998 ab, er selbst stirbt schon
1002. Sein Leichnam wird im Aachener Dom beigesetzt. Weil all
das einen Bezug zu den Kesselern hat, feiert die Kirchengemeinde
"ihren" Otto im kommenden Jahr - 2002 jährt sich der
Tod Otto III. zum 1000sten Mal. Das Gedenken beginnt bereits im
November - eine mehrtägige Fahrt zur großen
Ottonen-Ausstellung in Magdeburg wird vom 19. bis 22. November
angeboten. Offiziell eröffnet, berichtete Pfarrer Norbert
Hürter der Rheinischen Post, wird das Kaiser-Otto-Jahr während
des traditionellen weihnachtlichen Fackelzuges in Kessel am 27.
Dezember. Zum festlichen Gottesdienst am 24. Januar, dem
eigentlichen Gedenktag, hat Organist Daniel Verhülsdonk eigens
eine vierstimmige Messe für den Chor komponiert. Das Dorfarchiv
bietet eine Ausstellung an. Durch die Kirche St. Martinus
Zyfflich, die mit der Lebensgeschichte Otto III. in Zusammenhang
steht, wird am 27. Januar eine Führung angeboten. Im Frühjahr
gibt`s dann eine Fahrt zur Grabstätte in Aachen, die
Sternsinger und Ministranten fahren im Sommer. Der Höhepunkt
des Kaiser-Otto-Jahres führt die Kesseler gar nach Rom: Eine
Pilgerreise, die auch ins lazialische Umland führen wird.
Pastor Hürter, mit Rom und seinen theologischen sowie
Kunstschätzen bestens vertraut, wird die Gruppe begleiten.
Von
Anja Settnik |