Rheinische Post vom 26.09.2001

Am Ufer der Niers geboren: Otto III. / Jubiläum

Kessel bekommt Kaiser-Otto-Platz

 

GOCH (RP). Vielleicht weiß es nicht jeder: Kaiser Otto III. war ein "Kesseler Kind". Auf dem Weg von Nimwegen nach Köln bringt im Jahr 973 die griechische Prinzessin Theophanu, die mit Otto II. verheiratet ist, etwas verfrüht einen Sohn zur Welt: am Ufer der Niers, im "Ketelewald". Da es keine andere Stadt gibt, die die Geburt des Thronfolgers für sich beansprucht, sind sich die Kesseler ganz sicher: Otto III. ist "ihr" Kaiser, und deshalb sprach sich der Hauptausschuss der Stadt Goch gestern Abend dafür aus, den Platz vor der St. Stephanus-Kirche künftig "Kaiser-Otto-Platz" zu nennen.

Vor 1000 Jahren

Schon mit drei Jahren wird Otto zum König gekrönt, mit 16 ist er Kaiser - dabei hilft wohl seine Verwandtschaft zu Papst Gregor V. Zum Dank setzt Otto den Papst 998 ab, er selbst stirbt schon 1002. Sein Leichnam wird im Aachener Dom beigesetzt. Weil all das einen Bezug zu den Kesselern hat, feiert die Kirchengemeinde "ihren" Otto im kommenden Jahr - 2002 jährt sich der Tod Otto III. zum 1000sten Mal. Das Gedenken beginnt bereits im November - eine mehrtägige Fahrt zur großen Ottonen-Ausstellung in Magdeburg wird vom 19. bis 22. November angeboten. Offiziell eröffnet, berichtete Pfarrer Norbert Hürter der Rheinischen Post, wird das Kaiser-Otto-Jahr während des traditionellen weihnachtlichen Fackelzuges in Kessel am 27. Dezember. Zum festlichen Gottesdienst am 24. Januar, dem eigentlichen Gedenktag, hat Organist Daniel Verhülsdonk eigens eine vierstimmige Messe für den Chor komponiert. Das Dorfarchiv bietet eine Ausstellung an. Durch die Kirche St. Martinus Zyfflich, die mit der Lebensgeschichte Otto III. in Zusammenhang steht, wird am 27. Januar eine Führung angeboten. Im Frühjahr gibt`s dann eine Fahrt zur Grabstätte in Aachen, die Sternsinger und Ministranten fahren im Sommer. Der Höhepunkt des Kaiser-Otto-Jahres führt die Kesseler gar nach Rom: Eine Pilgerreise, die auch ins lazialische Umland führen wird. Pastor Hürter, mit Rom und seinen theologischen sowie Kunstschätzen bestens vertraut, wird die Gruppe begleiten.

Von Anja Settnik

zuletzt bearbeit am 11.09.2005