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"Als
"Vater Rhein" sich noch frei und ungezügelt durch die
niederrheinischen Landen schlängelte, machte er des öfteren
Kapriolen - die dann für die Bewohner der an seinem Bett
entstandenen Siedlungen oft massive Schwierigkeiten mit sich
brachten.
In
den 30er Jahren des 13. Jahrhunderts traf es Schmitthausen - bis
dato ein großer Zoll- und Handelsplatz, der viele Kaufleute, Händler
und fahrendes Volk in seine Mauern zog und dessen Reichtum die
Nachbarorte in den Schatten stellte. Durch die Versandung des
Rheins verlagerte dieser sein Bett - wobei böse Zungen
behaupten, dass auch die Bewohner der Stadt Emmerich durch
Grabungsmaßnahmen dazu beigetragen hätten, dass Schmitthausen
binnen kurzem auf dem sprichwörtlichem Trockenen saß.
Die
Verlagerung des Rheins führte dazu, dass Schmitthausen in die
Bedeutungslosigkeit versank. Emmerich und Kleve dagegen wuchsen,
lagen sie doch nun beide an Flussufern (Rhein und Niers) und
konnten somit regen Handel treiben. Einen bis heute sichtbaren
Preis musste Emmerich aber zahlen: Ein Teil der Martini-Kirche
wurde von den Fluten weggerissen, der seltsame Grundriss des
Gotteshauses zeugt noch heute von "Vater Rheins"
Macht."
von
Jan Jessens
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