Wilhem (II.)

Graf bzw. Herzog von Berg (um 1348 - 25.06.1408) 

Land im Mittelpunkt der Mächte. Die Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg. Kleve 1984, S.  339

Die finanzielle Basis seiner Herrschaft war 1368 durch die Verpfändung des Rheinzolls zu Kaiserswerth an das pfalzgräfliche Haus arg geschmälert worden, konnte aber durch die Errichtung eines neuen Zolles zu Düsseldorf gegen den Widerstand seines linksrheinischen Nachbarn Kurköln wieder abgesichert werden.

Als Residenz bevorzugte Wilhelm immer stärker die Stadtburg von Düsseldorf und baute sie dementsprechend aus. Auch die Stadt selber hat er kräftig gefördert, er gilt als ihr zweiter Begründer.

Obwohl er in den achtziger und neunziger Jahren das Herzogtum Berg durch eine Reihe von Friedensbündnissen zu sichern suchte, wurde ihm ein Konflikt mit seinem nordöstlichen Nachbarn Mark wegen eines wiedererlangten Teils der Kaiserwerther Zolleinkünfte zum Verhängnis. Graf Dietrich von der Mark (gestorben 1398), Sohn des Grafen Adolf I. von Kleve und der Margareta von Berg, einer Schwester Wilhelms, fand die Unterstützung seines älteren Bruders, des Grafen Adolf II. von Kleve. Wilhelm fiel mit einem stattlichen Heer und vielen Verbündeten, darunter Reinald von Jülich, ins Klevische ein, wurde aber am 7.06.1397 in der Flussaue von Kleve, dem Kleverham, besiegt und mit seinem Heere gefangengenommen. Ein klevischer Chronist sah zunächst die menschliche Tragödie: "Was mag, da der Kampf anhielt, die hochgeborene Fürstin Frau Margarete von Berg, Gräfin von Kleve, empfunden haben, als sie hoch oben auf den Zinnen der Burg von Kleve stand und ihren Bruder gegen ihre beiden Söhne kämpfen sah?" Die von den Siegern erhobenen kolossalen Lösegeldforderungen bedeuteten eine politische Katastrophe für das Land und das Haus Berg.

Wilhelms Söhne, angeführt von Adolf, rebellierten in Düsseldorf, Wilhelm musste sie abfinden. 1403 setzte Adolf seinen Vater gefangen, verglich sich aber am 2.7.1405 mit ihm, indem er ihm Düsseldorf mit einigen Ämtern überließ, selbst aber faktisch die Landesherrschaft behielt, Wilhelm starb am 25.06.1408 und wurde in der Lamberti-Stiftskirche zu Düsseldorf bestattet.

zuletzt bearbeit am 19.09.2005