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Dieser
Altar ist auch ein Politikum - denn Herzog Johann I. von
Kleve, der jetzt von Dr. Wolfgang Rinke aus Dortmund als
Stifter dieses großen Dortmunder Triptychons
identifiziert wurde, stellte seinen Widersacher Dietrich
II., Erzbischof zu Köln und Graf von Moers, als
gottlosen Gesellen dar.
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siehe unten! |
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Matthias
Grass
Klevisch-märkischer
Altar in Dortmunder Kirche von Herzog Johann I. gestiftet:
"Kölner
Erzbischof als gottloser Geselle"
RP
vom 29. November 2000
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"Er
machte keinen Hehl daraus, was er von seinem Gegner hielt. Diese
seine Meinung überlieferte er über die Jahrhunderte hinweg in
einem Altarretabel der Nachwelt: Seht her, Erzbischof Dietrich
II. von Köln, Graf zu Moers, ist ein gottloser Geselle. Er
hingegen, Herzog Johann I. von Cleve, er ist der christliche
Ritter. Nicht der schwarze Rappe Dietrichs ist sein Pferd, er
reitet auf einem rein-weißen Schimmel, er zieht den Hut mit dem
Klever Wappen vor Christus, während Dietrich in ein Gespräch
mit dem verruchten Schächer Gismas vertieft scheint.
Johann
ist Reiter des wahren Glaubens, der sich einsetzt für die
Reform der Klöster, der als Ritter des Ordens vom Heiligen Grab
seinen Kampf gegen den Unglauben gelobt hat. Dass Johann I.
damit in der Tradition seiner Familie steht, das hat er auch
gleich der Nachwelt überliefert. Im Hintergrund steht seine
Stadt - idealisiert, aber doch (und das nicht nur über den
Schwanenturm) deutlich zu identifizieren - aus der Graf Dietrich
IV. im Mai 1189 zum 3. Kreuzzug ins Heilige Land aufbricht - mit
Kaiser Barbarossa. Doch damit nicht genug. Maria, die Mutter
Gottes, trägt die Gesichtszüge der Margareta von Berg, Gräfin
zu Cleve, die Großmutter Johann I.. Der "Gläubige
Hauptmann" ist sein Großvater Adolf I..
"Beide
Bildnisse hat Derick Baegert von der Tumba Adolfs I. und
Elisabeth in der Herzogsgruft der Stiftskirche Sank Maria
Himmelfahrt zu Kleve nachgezeichnet", sagt der (mit Kleve
verbundene) Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Rinke aus Dortmund.
Insgesamt
hat Rinke in dem Altarretabel zehn Generationen der klevisch-märkischen
Dynastie ausgemacht, die Johann hat abbilden lassen.
"Nahezu alle identifizierten Bildnisse gehen auf ältere
Vorlagen der Malerei oder Plastik zurück", so Rinke.
Das
mächtige Werk steht in der Dortmunder Sankt Johannes Baptista
(Propsteikirche), misst aufgeklappt fast acht Meter und besitzt
24 Quadratmeter bemalte Fläche. Den Altar hat, so Rinke, einst
der Klever Herzog dem damaligen Dortmunder Kloster zum Geschenk
gemacht. Gemalt hat den Flügelalter Derick Baegert, der sich
auf der linken Seite verewigt hat. Rinke widerspricht damit der
bisherigen Annahme, der Altar sei von dem Prior Johann van
Asselt gestiftet worden. Allerdings gibt es keine direkten
Zeugnisse, dass der Dortmunder Altar aus Kleve kam. Rinke belegt
seine Zuordnung u. a. mit einer Urkunde, die am 22. September
1470 von der Kanzlei des klevischen Hofes ausgestellt und
gesiegelt wurde. Die besagt, dass Johann I. das Kloster
"dienstfrei" gegeben hat. Gegenleistung: Die innere
Reform des Klosters muss fortgeführt und abgeschlossen werden
und die Brüder müssen für des Herzogs und seiner Familie
Seelenheil beten. Und weil diese, so Rinke, auch im Bilde dabei
sein sollten, sind sie im Altar abgebildet.
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