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"Wann
Henrick Douwermann das Licht der Welt erblickte, ist im Dunkeln
der Geschichte verborgen. Nur das Todesjahr des wohl
bekanntesten niederrheinischen Bildhauers des ausgehenden
Mittelalters ist überliefert: 1543 starb der Schnitzkünstler,
dessen Werke mit dazu beitrugen, den Niederrhein zu einer
wichtigen Kulturlandschaft erblühen zu lassen.
Als
Geburtsort Douwermanns gilt Dinslaken, Beweise hierfür gibt es
aber nicht. Er wurde bis 1506 in Kleve ausgebildet, als sein
Lehrer gilt Dries
Holthuis. In Kleve
richtete Douwermann 1510 seine erste Werkstatt ein und
heiratete.
Der
begnadete Künstler fiel in Kleve vor allem durch die Schulden
auf, die er gemeinsam mit seiner Frau machte. So lässt sich im
Klever Schöffenbuch nachlesen, dass die beiden innerhalb von fünf
Jahren mit gut 140 Gulden in der Kreide standen - eine für
damalige Verhältnisse überaus hohe Summe. Warum Douwermann
aber so hoch verschuldet war, bleibt fraglich.
Um
1517 zieht es Henrick Douwermann nach Kalkar - um dort 1518 den
Auftrag für sein wohl bekanntestes und umfangreichstes Werk
entgegenzunehmen: Das "Sieben - Schmerzen - Retabel"
in der Kalkarer St.-Nicolai-Kirche. Als Retabeln bezeichnet man
übrigens Aufsätze, die Altäre "krönen".
Als
Auftraggeber des Werkes traten die Stadt Kalkar, die Kirche und
die Kalkarer Marienbruderschaft auf - das Geld für das Retabel
wurde von wohlhabenden Bürgern gespendet.
Gut
vier Jahre arbeitete Douwermann an dem opulenten Werk, das noch
heute als eines der beeindruckendsten Zeugnisse der
Bildhauer-Kunst gilt. Ostern 1522 wurde das Retabel dann
feierlich eingeweiht, sogar der Weihbischof kam zu dem Ereignis
in die Hansestadt.
Insgesamt
sind im reich ausgestatteten Retabel 148 Figuren zu sehen, die
in einem Hintergrund von Architektur- und Landschaftsansichten
eingebunden sind. Alle Figuren sind mit Liebe zum Detail
geschnitzt, haben individuelle Gesichtszüge - für damalige
Verhältnisse außergewöhnlich. Nach der Rentabel schuf der Künstler
nur noch wenige, kleinere Werke."
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