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12000 Jahre Niederrhein - 800 Jahre Kleve
Kurbrandenburg
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Das
Denkmal des Kurfürsten
Johann Sigismund
wurde im Jahre 1857 zum Andenken an die 250jährige
Zugehörigkeit des Herzogtums Kleve zu Brandenburg-Preußen
errichtet. Seit der Zerstörung Kleves im 2. Weltkrieg
gilt das Denkmal als verschollen. Eine
weitere Fotografie (Privatbesitz) vom Denkmal finden Sie
hier. |
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Erbstreit
um das Herzogtum Kleve
Nach
dem Tod des vorletzten Klever Herzogs, Wilhelm der
Reiche, im
Jahre 1592 übernimmt der Sohn, Johann
Wilhelm, zwar offiziell
die Führung des Hauses Kleve - aber hinter seinem Rücken tobt
schon der Streit um das - immer noch - reiche Erbe.
Brandenburg
hatte seine Ansprüche auf den Länderbesitz am Niederrhein
unter Berufung auf das
Recht der weiblichen Erbfolge erhoben:
Maria Eleonore, die auf der Schwanenburg geborene Herzogin in Königsberg,
Hauptstadt des ehemaligen Deutschen Ordensstaates Preußen, war
die älteste Tochter Wilhelms des Reichen und als Nachfolgerin
vorgesehen, wenn Johann Wilhelm kinderlos sterben sollte. Da sie
jedoch bereits ein Jahr vor Johann Wilhelm gestorben war, erhob
nun ihr Schwiegersohn, Kurfürst Johann Sigismund von
Brandenburg (1608 - 1619) diesen Anspruch auf die Nachfolge der
niederrheinischen Herzöge in eigenen Namen.
Ihm
trat Pfalzgraf Philipp Ludwig (1569 - 1614) von Pfalz-Neuburg,
einem Wittelsbacher Territorium an der Donau, entgegen. Er war
der
Gemahl
Annas, der zweiten Tochter Wilhelms des Reichen: Da
Maria Eleonore vor Johann Wilhelm verstorben sei, sei die zweite
Tochter und deren Sohn, Wolfgang Wilhelm, allein erbberechtigt.
Magdalena,
die dritte Tochter Wilhelms hatte ihre Ansprüche gegen eine
Geldsumme abfinden lassen. Nichtsdestotrotz verlangte ihr Sohn,
der Pfalzgraf von Zweibrücken, in ihrem Namen die Teilung der Länder.
Auch
die jüngste Tochter, Sybilla, die zur katholischen Fraktion zählte,
meldete sich. Sie verlangte eine Teilung unter den noch lebenden
Töchtern, so dass Kurbrandenburg leer ausgehen sollte.
Kaiser
Rudolf II. (1576 - 1612) bezeichnete Kleve demgegenüber als
erledigtes Reichslehen und erwartete eine gerichtliche Klärung
seiner Ansprüche.
Weitere
Anwartschaften wurden unter anderem aus Kursachsen geltend
gemacht.
Insgesamt
neun Parteien meinten Erbrechte erworben zu haben!
Auch
Kaiser Rudolf II. sicherte sich im Land Jülich einen festen
Platz. Als der Kurfürst von Brandenburg und der Pfalzgraf von
Neuburg eine Aufforderung des Kaisers erhielten, die Länder
nicht eigenmächtig zu besetzen, sondern ihre Ansprüche seiner
Begutachtung zu unterwerfen, schlossen die beiden Fürsten am
31. Mai 1609 in Dortmund
einen Vergleich, in dem
sie bis auf weiteres eine gemeinsame Herrschaft über das Gebiet
vereinbarten. Der Versuch des Kaisers die klevischen Länder mit
Waffengewalt zu besetzen, scheiterte an dem Widerstand, den die
Niederländischen Generalstaaten, England und Frankreich einer
weiteren Ausdehnung der habsburgischen Hausmacht am Rhein
entgegensetzten.
Im
"Duisburger Revers" einem Toleranzvertrag vom 14. Juni
1609, gewährleisteten die beiden lutherischen Fürsten von
Brandenburg und Pfalz-Neuburg - fast vierzig Jahre vor dem Westfälischen
Frieden - den Katholiken und den Anhängern "anderer
christlicher Religionen" in den niederrheinischen Herzogtümern
das Recht zur freien Ausübung ihres persönlichen Glaubens.
Mit
dieser Erklärung, die der bisher zum Wohle des Landes geübten
Praxis der klevischen Herzöge entsprach, wurde erstmals in der
deutschen Geschichte der Grundsatz durchbrochen, dass der
Landesherr über die Konfession seiner Untertanen entscheidet.
Eine
Wende im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit trat 1613 ein, als
sich die beiden lutherischen Fürsten entzweiten. Beide
wechselten die Konfession: Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg
wurde katholisch, um so den Kaiser und Spanien für sich zu
gewinnen, Sigismund von Brandenburg wurde Calvinist, um die
volle militärische Unterstützung der Generalstaaten zu
erhalten.
Zuvor
hatte der Erbprinz von Pfalz-Neuburg noch versucht über eine
Heirat mit der Tochter des brandenburgischen Kurfürsten eine
einheitliche Lösung des Erbfolgestreits herbeizuführen. Die
Braut sollte die Erbländer als Mitgift in die Ehe einbringen;
notfalls war man auch gewillt zusätzlich eine Geldentschädigung
zu leisten. Diesem Projekt und damit auch dem Schicksal der
klevischen Länder wurde jedoch eine Ohrfeige zum Verhängnis,
die der Kurfürst seinem zukünftigen Schwiegersohn bei den
Verhandlungen über die Mitgift verabreichte, als man dem Wein
schon etwas zu reichlich zugesprochen hatte.
Während
die Spanier und Niederländer am Niederrhein aufmarschierten, um
ihren Bundesgenossen zu helfen, zeichnete sich, unter dem Druck
der Westmächte, eine Aufteilung der Erbschaft ab. Im Vertrag
von Xanten wurde 1614 das Land am Niederrhein in zwei etwa
gleich große Teile zerschnitten: Der Pfalzgraf erhielt die
Verwaltung der Herzogtümer Jülich und Berg, der Kurfürst von
Brandenburg die des Herzogtums Kleve und der Grafschaften Mark
und Ravensberg.
Als
dauerhaft erwies sich die für beide Seiten wenig befriedigende Teilung
des niederrheinischen Großherzogtums
(Passwortgeschützter
Bereich) lediglich dadurch, dass Spanien, ebenso wie
die Generalstaaten, ihre Garnisonen in den ihren Bundesgenossen
zugesprochenen Gebieten beließen und zu Festungen ausbauten.
Der
spanische Feldherr Spinola
kämpfte mit seinen Truppen weiter für Pfalz-Neuburg; und Prinz
Moritz von Oranien, der
Statthalter der niederländischen Republik, besetzte im
Einvernehmen mit Brandenburg die Städte Emmerich und Rees, die
- unter anderem mit Wesel und Orsoy - die "rheinische"
oder "klevische Barriere" der Republik bildeten.
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Der
Dreißigjährige Krieg im
Klever Land
Der
im Jahr 1618 ausgebrochene Dreißigjährige Krieg war anfangs
ein Bruderkrieg zwischen Rudolf und Mathias von Habsburg um den
böhmischen Königstitel. Bald aber wurde die Religion
herangezogen, um Reserven zu mobilisieren. So eskalierte dieser
Streit zu dem großen Krieg, bei dem zwei Drittel der Bevölkerung
des Deutschen Reiches durch Feldschlachten und Mord, Hunger und
Seuchen den Tod fanden.
Am
Niederrhein war der Dreißigjährige
Krieg die unmittelbare
Fortsetzung des holländisch-spanischen Krieges, der 1621,
nach dem zwölfjährigen Waffenstillstand, mit gleicher Härte
fortgesetzt wurde. Von den 60.000 Mann, mit denen die Spanier
den lange vorbereiteten Angriffskrieg gegen die Niederlande
wieder aufnahmen, lagen zwei Drittel im Gebiet zwischen Maas und
Rhein. In dieser Phase fällt auch der unvollendet gebliebene
Bau des Kanals "Fossa
Eugeniana" mit dem
die Spanier versuchten die Niederländer vom Handel
abzuschneiden.
Aber
darüber hinaus war das Land am Niederrhein jetzt der
Nebenschauplatz eines noch größeren Krieges geworden, zum
Tummelplatz der Pfälzer und Brandenburger, der Spanier und
Niederländer, der Kaiserlichen und Franzosen, der Schweden, der
Hessen und Bayern, unterstützt von Italienern und Kroaten.
Dabei
zeichneten nicht große Schlachten den Fortgang des Krieges in
dieser Region aus, sondern das ununterbrochene Hin- und
Herziehen der Heere, ihr gewaltsame Selbstversorgung aus dem
Land, gleichgültig, ob sie als Beschützer oder Eroberer kamen.
Truppen aus aller Herren Länder lagen Monate und Jahre hindurch
bei den bedauernswerten Einwohnern im Quartier, trieben rücksichtslos
Kontribution über Kontribution ein, plünderten und mordeten.
Furchtbarer
noch als die Heereszüge und Einquartierungen war die
Pest, die vom Militär eingeschleppt wurde und auf die Bevölkerung
übergriff, und als weitere Geißeln kamen Missernten, Hexenwahn
und die Spanische Krankheit hinzu. Bittprozessionen pilgerten
vergeblich mit wallenden Standarten zu den Gnadenbildern.
1635
verwüsteten Kaiserliche Truppen des Generals Piccolomini mit
kroatischen Söldnern die jülich-bergischen und klevischen Ländern.
Beim Durchzug der Kroaten durch Kevelaer im August 1635 wurden
hundert geängstigte Menschen niedergemetzelt.
Seit
1633 kämpften die Holländer um die Wiedereroberung der Festung
Schenkenschanz, die durch ihre Lage an der Gabelung von
Rhein und Waal für die Generalstaaten eine unersetzliche Schlüsselstellung
einnahm. Unter den langen Anstrengungen der Holländer, die erst
im Jahre 1636 nach drei Jahren zum Erfolg führten und viel
fremdes Kriegsvolk anzog, hatte besonders die Stadt
Kleve und ihre Umgebung zu leiden
(Passwortgeschützter
Bereich). In den Laufgräben vor
Schenkenschanz war es übrigens, wo der junge Kurprinz
Friedrich-Wilhelm von Brandenburg, der spätere "Große
Kurfürst", den die Belagerung der Festung leitenden
Prinzen Moritz von Nassau-Siegen kennen lernte, den er später
zum Statthalter in den klevischen Landen machen sollte.
Der
Not des Dreißigjährigen Krieges verdankt auch die Wallfahrt
nach Kevelaer
(Passwortgeschützter
Bereich) ihren Ursprung. Von Soldaten einer spanischen
Kompanie erhielten der Hausierer Hendrik Busman und seine Frau
Mechel 1642 den unscheinbaren Kupferstich mit dem Bild
"Unserer Lieben Frau von Luxemburg", für den sie,
nach einer dreimaligen Vision, ein Heiligenhäuschen auf der
Kevelaerer Heide stifteten. Schon bald kam eine große Zahl von
Menschen hierher, um das Gnadenbild aufzusuchen. Im
darauffolgenden Jahr wurde dort die erste Wallfahrtskirche - die
heutige "Kerzenkapelle" - errichtet. Heute ist
Kevelaer mit 600.000 Pilgern jährlich einer der fünf größten
Marienwallfahrtsorte der Welt.
Im
brandenburgischen Herzogtum Kleve übten, fast schlimmer als
zuvor, die Spanier und die Kaiserlichen die
Protestantenverfolgung. Im Gegenzug bedrängten die Holländer
die Katholiken. Alle zusammen plünderten das Land aus, das
gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges zu den meistverwüsteten
Gegenden Deutschlands gehörte. Erzählungen vom einstigen Glanz
der Residenzstadt, vom Wohlstand, ja Reichtum der klevischen Städte
und Dörfer, von Sicherheit und Ordnung im Land klangen wie eine
Sage, an die niemand mehr glaubte.
1643,
beim Einzug eines brandenburgischen Korps, glich die zuvor durch
kaiserliche Regimenter gebrandschatzte Stadt Kleve einem
Ruinenfeld. Leergeplündert war auch die Schwanenburg: ein
Gespensterschloss mit aufgebrochenen Portalen und zerbrochenen
Fenstern.
Selbst
nach dem westfälischen Frieden im Jahre 1648 zog in den
niederrheinischen Ländern noch keine Ruhe ein, da die
Religionsklauseln des Friedensvertrages, durch die eine freie
Religionsausübung garantiert sein sollte, mehr oder weniger
unbeachtet blieben. Insbesondere der Herzog von Pfalz-Neuburg
zeigte sich von einer Intoleranz, die viele Protestanten aus den
Herzogtümern Jülich und Berg, ja selbst aus der Pfalz zur
Abwanderung ins Klevische veranlassten. Es wäre wahrscheinlich
zu erneuten kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen
Brandenburg und Pfalz-Neuburg gekommen, wenn der Kaiser nicht
eingegriffen und beiden Fürsten den Verlust ihrer Rechte an den
Erbländern angedroht hätte, sofern sie zu den Waffen greifen würden.
Erst
nach dem Tode des alten Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm kam es
zwischen seinem Sohn Philipp-Wilhelm und Kurfürst
Friedrich-Wilhelm nach
langen Verhandlungen am 19. September 1666 zu den entscheidenden
Teilungsvertrag von Kleve, durch den Brandenburg Kleve, Mark und
Ravensberg erhielt, während Jülich, Berg sowie die flämischen
Besitzungen Winnendahl und Breskensand dem Pfalzgrafen von
Neuburg zuerkannt wurden. Über den Besitz von Ravenstein sollte
ein Schiedsgericht entscheiden. Ein weiterer Vertrag im Jahre
1672 regelte schließlich die streitigen
Religionsangelegenheiten.
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Kleve
unter dem Statthalter Moritz von Nassau (1647 - 1679)
Politisch
hatte das Klever Land unter Statthalter Moritz von Nassau keine
eigene Geschichte mehr.
Zwar
erwählte der Kurfürst Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst
die Schwanenstadt als vorübergehenden Regierungssitz, doch
endet diese Phase 1653 mit dem Umzug nach Berlin.
Anlass
für den vorübergehenden Regierungssitz in Kleve war der Wunsch
seiner Frau Louise-Henrietta von Den Haag, die Tochter des
Statthalters der niederländischen Republik. Louise war der Hof
in Berlin zu provinziell und sie liebt die lokale und
sprachliche Nähe des Niederrheins zu ihrer Heimat.
Der
Große Kurfürst begann mit maßgeblicher Unterstützung seines
Freundes Prinz Moritz, Berlin umzubauen. Die von Kleve aus
unternommene Umstrukturierung des Provinznestes Berlin hatte
gigantische Ausmaße: Nach Beendigung stand am Ufer der Spree
eine eindrucksvolle Barockstadt. Deren Architektur basierte auf
den in Kleve gewonnenen Erfahrungen.
Im
Jahr 1665 kam es in Kleve auf der Schwanenburg zu
Friedensverhandlungen zwischen den Niederlanden und England. An
den Gesprächen nahm auch der englische Philosoph John
Locke teil. Wenngleich
die Verhandlungen fruchtlos verliefen, erlebte John Locke bei
diesem Aufenthalt, dass Toleranz
lebbar (Passwortgeschützter
Bereich) ist. Im Herbst 1685 besuchte John Locke Kleve ein
zweites Mal. Diesmal diente ihm die Stadt als Exil.
Zwischen
diesen Besuchstermin
war das Klever Land wieder Schauplatz eines
Krieges (Passwortgeschützter
Bereich): dem "Holländischen
Krieg". Da
Brandenburg seit dem Regierungsumzug 1653 weit entfernt lag,
musste Moritz untätig zusehen, wie Ludwig XIV. von Frankreich
mit seinen Generälen Turenne
und Condé
und einem Heer von 100.000 Mann im Jahre 1672 im Krieg gegen
Holland die klevischen Städte am Niederrhein einnahm und,
nachdem der Kurfürst zusammen mit dem kaiserlichen General
Monteculi vergeblich versuchte hatte, Widerstand zu leisten,
auch die westfälischen Länder, die zu Kleve gehörten,
besetzte.
Als
das Hauptereignis dieses Kriegszuges wurde von den Franzosen der
Rheinübergang bei dem alten Zollhaus in der Nähe von
Schenkenschanz am 12. Juni 1672 gefeiert. Boileau, der Hofpoet
Ludwig des Vierzehnten, hat ihn in der dem König gewidmeten
Epistel IV verherrlicht. Der Kanzelredner Bossuet sah darin das
Wunder des Jahrhunderts und die bemerkenswerteste Tat im Leben
Ludwigs XIV., und selbst Voltaire gibt in seinem Werk "Das
Zeitalter Ludwigs XIV." eine genaue Darstellung dieses
Rheinübergangs, die trotz ihrer Sachlichkeit den Stolz verrät,
den Frankreich noch im 18. Jahrhundert mit der Erinnerung an
dieses Geschehen verband.
Der
König ließ zwei Gedenkmünzen schlagen, deren eine die
Inschrift trägt:
URBES
IV SIMUL EXPUGNATAE ORSOVIA BURCHIUM WEALIA RHINBERGA
während
die zweite neben den vorerwähnten Städten die Namen von
Schenkenschanz (Schinck), Emmerich (Embrik), Bommel, Grave,
Nijmegen, Deventer, Zutphen, Doesborg und Arnhem mit ihren
Festungsgürteln wiedergibt. Im Spiegelsaal des Versailler
Schlosses wurde als Deckengemälde die Landkarte des Herzogtums
Kleve angebracht und in einem anderen Raum der Rheinübergang in
einem Monumentalgemälde verewigt, das Ludwig
mit seiner Armee im Angesicht der "berühmten Feste
Schenkenschanz" (Passwortgeschützter
Bereich) zeigt. Aus Anlass des Einzugs des
siegreichen Heeres in Paris wurde als Triumphbogen die heute
noch vorhandene Port St. Denis errichtet, die in ihrem großen
Querrelief ebenfalls den Rheinübergang wiedergibt.
Erkennt
man in dieser übertriebenen Verherrlichung eines Kriegszuges,
der bei nüchterner Betrachtung eine besondere Leistung nicht
darstellte, auch ohne weiteres das Bestreben, dem "Sonnenkönig"
zu schmeicheln, so klingt doch in den vielfältigen Äußerungen
der zeitgenössischen Künstler noch der Nachhall mit, der mit
dem Namen des einst mächtigen Kleve in Frankreich verbunden
war.
Moritz
von Nassau erlebte es gerade noch, dass die Franzosen auf Grund
des in Saint-Germain am 29. Juni 1679 geschlossenen Vertrages
die klevischen Länder räumten, bevor er am 20. Dezember 1679
in seiner klevischen Residenz die Augen schloss.
Zu
den kulturhistorisch wichtigen Daten seiner Statthalterschaft zählt
der 14. Oktober 1655, an dem er im Namen des Landesherrn zu
Duisburg auf Grund des Herzog Wilhelm dem Reichen im Jahre 1566
erteilten kaiserlichen Privilegs eine klevische Landesuniversität
feierlich einweihte. Der von dem brandenburgischen Hause
bestimmte streng reformiert-protestantische Charakter der
Hochschule hemmte zwar von vornherein ihre Entwicklung, da der
katholische Bevölkerungsteil in den niederrheinischen Ländern
immer noch überwog. Dennoch bestand die Universität 163 Jahre
bis 1818.
Am
1. August 1972 wurde die neue Universität - Gesamthochschule
Duisburg per Gesetz wieder errichtet und am 7. August feierlich
eröffnet. Damit wurde Duisburg wieder Universitätsstadt.
Der
Grosse Kurfürst verstarb am 9. Mai 1688, er wurde beerbt von
seinem Sohn Friedrich der III.. Am 18. Januar 1701 krönte
Friedrich III. von Brandenburg sich selbst im Schloss zu Königsberg
als "König Friedrich I in Preußen".
Damit
wurde Kleve ein Teil von Preußen. |
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