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Zu
Beginn des 18. Jahrhunderts ist von der Größe des ehemaligen
Herzogtums Kleve nicht mehr viel übrig geblieben. Nachdem Kleve
an Brandenburg gefallen und der herrschaftliche Hof gen Osten
gezogen ist, beginnt der wirtschaftliche und politische
Niedergang. Da Kleves Reichtum in den vergangenen Jahrhunderten
vor allem auf der Größe des herzoglichen Hofes beruhte, der
von der umliegenden Bevölkerung versorgt wurde, und die Stadt
keine spezifische Infrastruktur hat, verarmt sie schnell. Und
die wenigen Beamten, die auf der Schwanenburg verbleiben,
stellen nicht unbedingt die Elite des
preußisch-brandenburgischen Beamtentums dar. Friedrich der
Große drückt es drastisch aus: "Taugt er was, soll er in
Berlin eingesetzt werden, kann er nichts, soll er nach
Kleve."
Die
Rezession verläuft so dramatisch, dass sich in
zeitgenössischen Schriften häufig Klagen über die aggressive
Bettelei im Klever Raum finden - und im Volk wächst der Unmut
über diese Zustände. Neue Bauten entstehen in dieser Zeit kaum
in der ehemaligen Herzogstadt - es fehlt einfach der Anreiz,
sich in Kleve niederzulassen. Den an den Niederrhein
"strafversetzten" Beamten gefällt es im idyllischen
Kleve mit seinen schönen Parkanlagen aber anscheinend trotz
allem gut. Besonders nachdem an der Stelle, wo Jahrhunderte
später die Statue der Minerva stehen soll, eine angebliche
"Heilquelle" gefunden wird.
Die
Ausführungen des Klever Arztes Johann Heinrich Schütte über
die Wunderkräfte dieser Quelle ermöglichen es der Stadt, die
Idee eines "Bad Cleve" zu realisieren. Schon 1742
findet hier die erste Kursaison statt. Die betuchten Gäste, die
sich an der vermeintlich heilsamen Quelle laben, stammen zumeist
aus den benachbarten Niederlanden.
Bis
ins nachfolgende Jahrhundert wird die Stadt den Status eines
Heilbades genießen - der Bau des Kurhauses zeugt noch bis heut
von dieser Vergangenheit. Die Quelle selber versiegt alsbald -
ihre "Heilkraft" ist bis heute umstritten. Im
Zusammenhang mit "Bad Cleve" werden im 18. Jahrhundert
in Kleve die über die Landesgrenzen hinaus bekannten
Parkanlagen ausgebaut, um den Gästen die Möglichkeit des
entspannten Lustwandelns zu ermöglichen.
Anders
geht es den historischen Bauten: So wird die Schwanenburg Stück
für Stück demontiert, der Erhalt ist dem preußischen Fiskus
einfach zu teuer. Dem Rotstift fallen zwei Türme der Burg zum
Opfer, der Palast und das Kanzleigebäude - vor dieser Demontage
ist die Schwanenburg gut doppelt so groß gewesen.
Positiv
aber wird in zeitgenössischen Quellen die Toleranz und
Offenheit erwähnt, die am Klever Hof herrscht - die es sogar
zulässt, dass hier ein so revolutionäres Blatt wie der
"Courier de Bas-Rhin" erscheinen kann.
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