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Nach
der "Schreckensherrschaft" der Jakobiner in den Jahren
1792 bis 1793 beginnt der Siegeszug der "revolutionären"
französischen Armee. Die übrigens eine Armee eines völlig
neuen Typs ist: Nach einer Entscheidung des
Wohlfahrtsausschusses, der Kriegsregierung unter Robespierre,
ist im Jahr 1793 die allgemeine Wehrpflicht eingeführt worden.
Insgesamt stehen 750.000 Mann unter Waffen - eine gigantische
Streitmacht für die damalige Zeit.
Im
März 1794 ist abzusehen, dass Preußen dieser Übermacht nichts
entgegensetzen kann und will - das Gebiet links des Rheins soll
kampflos in die Arme des Feindes fallen, der das Feuer der
Revolution in ganz Europa entzünden will.
Der
königstreue Hof in Kleve bekommt es mit der Angst zu tun: Im
Juli 1794 beginnt auf Befehl des Königs das große
Kofferpacken. Nahezu der gesamte Beamtenapparat, der Adel und
der Klerus, machen sich auf, die Stadt zu verlassen.
Unter
den Flüchtigen finden sich der Kammerpräsident, der Freiherr
von Stein nebst Gemahlin, diverse Geheimräte, Richter und
Buchhalter, genauso wie etliche Kanoniker des Klever Stiftes.
Nach
dem Abzug der rund neunzig Familien wirkt Kleve verwaist, jedes
zehnte Haus steht leer. Doch die durch den Abzug der Oberschicht
nun völlig verarmte ehemalige Residenzstadt interessiert die
Franzosen zunächst nicht: Sie nehmen als erstes Goch ein - wo
sie von der Bevölkerung mit offenen Armen empfangen werden.
Schließlich sind die Preußen gerade bei den unteren Schichten
nicht beliebt - und so regt sich auch keinerlei Widerstand, als
die revolutionären Truppen am 4. Oktober 1794 den Freiheitsbaum
auf dem Gocher Marktplatz errichten.
Die
preußischen Truppen, die in der Stadt stationiert waren, sind
schon vorher abgezogen: anlässlich eines zuvor abgehaltenen
Marktes waren Bauern nach Goch gekommen, die die Königlichen
Truppen der Preußen für eine Vorhut der französischen Armee
hielten - und eifrigst das Weite suchten.
Am
19. Oktober "nehmen" die Republikanischen Truppen dann
Kleve ein - ein nur 400 Mann starker Trupp reitet in die Stadt
ein, ohne auf Widerstand zu stoßen.
Der
Grundsatz der Revolutionäre "Friede den Hütten, Krieg den
Palästen" lässt nun auch die letzten verbliebenen Angehörigen
der Oberschicht die Flucht ergreifen. Zeitweilig liegen in
diesen Tagen über 100.000 Soldaten der französischen Armee in
und um Kleve.
Französisch
wird Amtsprache am Niederrhein - und es bis 1815 bleiben.
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