Klever Wochenblatt v. 23.05.2001

 

Kneipp umfasst viel mehr als nur kaltes Wasser.


Zum 180. Geburtstag wird eine Wassertretanlage eröffnet.

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In diesem schönen Becken können Gesundheitsbewusste die Kneippschen Anwendungen durchführen. Vorsitzender Theo Vervoorts (kleines Foto) ist stolz auf diese neue Einrichtung

 

Kleve. Nach fast zweijähriger Bauzeit ist es Morgen um 11 Uhr so weit: Zum 180-jährigen Geburtstag von Sebastian Kneipp wird eine Wassertret- und Armbadeanlage „Im Stillen Winkel" feierlich eingeweiht. Dabei soll der Bevölkerung durch ein Rahmenprogramm gezeigt werden, wie modern der gesundheitsbewusste alte Pfarrer Kneipp gewesen ist.

Die inoffiziellen Eröffnungen sind zwar schon gelaufen, denn die Nachbarschaft und auch die 80 Mitglieder wollten gerne wissen, was sich denn da so alles auf dem Gelände des Kneipp-Vereins in den letzten Jahren so abspielte. Morgen wird Bürgermeister Josef Joeken das Kneippbecken offiziell einweihen. Weiterhin werden die Kneipp'schen Anwendungen und deren gesundheitliche Aspekte erklärt. Bei Vorführungen der Kurse Tae Bo, Aerobic, Gymnastik, Yoga und Entspannungsübungen sind alle herzlich eingeladen, auch mitzumachen.

Die neu erstellte Wassertretanlage wird der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt. An einem Nachmittag, der noch gesondert bekannt gegeben wird, können Gesundheitsbewusste auch unter Anleitung von Annemarie Peschke ins Wasser steigen.

Aber wie der kommissarische Vorsitzende des Kneipp-Vereins, Theo Vervoorts, erklärt, ist die Heilmethode des Sebastian Kneipp ganzheitlich zu verstehen. Der Kneipp-Bund mit über 160.000 Mitgliedern versteht sich als Bürgerinitiative zur Gesunderhaltung der Menschen. Fünf Elemente gehören dazu: Wasseranwendungen, Bewegung, Heilpflanzen, Ernährung und eine positive Lebensgestaltung.

Der Wunsch von Sebastian Kneipp, der am 17. Mai 1821 geboren wurde, „Ich will, dass meine Lehre allen Menschen zuteil werde", ist in Erfüllung gegangen. Wer hat nicht schon einmal von Wechselbädern, Wadenwickeln oder Kräuterbädern gehört oder sie sogar angewendet? Uralte Hausrezepte etwa gegen Erkältungskrankheiten - Halswickel und Kräutertees - gehören ebenso dazu wie Bewegungstraining, gesunde Ernährung und Meditationen.

Auch wenn die Methoden zunächst etwas altbacken wirken, im Zuge der Gesundheits- und Fitnesswelle ist auch der alte Kneipp wieder hochmodern geworden mit seinen Ideen von Wasser, Wickel & Co. Und kann man nicht nur Morgen selber ausprobieren.

Gisela Behrendt

zuletzt bearbeit am 02.12.2005