Im
20. Jahrhundert gesellten sich noch die Kakaofabrik
(1903) und die Biskuitfabrik Holland "XOX" (1910)
dazu.
Strom,
Abwasser - und die Stadt dehnt sich aus
Der
wirtschaftliche Aufschwung infolge der Industrialisierung schlug
sich unter anderem auch in der städtebaulichen Entwicklung
nieder. Neue Wohngebiete wurden errichtet. Am 10. Juli 1902
gründeten 34 Firmen und Bürger die gemeinnützige
Wohnungs-Gesellschaft und schufen damit Wohnraum
insbesondere für Arbeiterfamilien. Darüber hinaus begann man
1900 mit dem Bau von Abwasserkanälen, und 1911 wurde Kleve an
das elektrische Stromnetz angeschlossen. All das schuf die
Voraussetzungen dafür, dass die Stadt allmählich den neuen
Lebensanforderungen angepasst werden konnte.
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Am
1. Oktober 1898 war es der aus den Nähten platzenden Kreisstadt
gelungen, zu Lasten der umliegenden Gemeinden neuen
Entwicklungsraum zu erwerben. An diesem Tag wuchs das
Gemeindegebiet von 179 auf 644 ha, die Einwohnerzahl von
11.200 auf etwa 14.000.
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Das
Verkehrsnetz: Die Stadt verändert ihr Gesicht.
Die
Industrialisierung um 1900 hatte also weitreichende Folgen.
Besonders wichtig war, dass sie gerade im richtigen Augenblick
einsetzte, und dadurch der Stadt zwei große Vorteile brachte.
Erstens bot sie einen wirtschaftlichen Ausgleich für den
nachlassenden Kurbetrieb, der mit Ende des Ersten Weltkriegs
schließlich ganz eingestellt wurde. Zweitens führte sie zu der
Errichtung von neuen Arbeitsplätzen, die unter anderem
denjenigen Menschen zugute kamen, die in den kommenden
Jahrzehnten durch die Änderung der landwirtschaftlichen
Betriebsstrukturen nach neuen beruflichen Möglichkeiten
Ausschau halten mussten.
Die
dynamische Entwicklung stellte erneut Herausforderungen an das
Verkehrsnetz: Im Jahr 1890 griff man auf Pläne aus den
vierziger Jahren zurück und plante eine Eisenbahnverbindung von
Emmerich über Kleve nach Moers. Die Bahnverbindung zwischen
Emmerich und Kleve scheiterte an der Weigerung der Regierung, so
dass nach einer Alternative Ausschau gehalten wurde. Die
"Sächsischen Akkumulatorenwerke" mit ihren
schienengebundenen Automobilwagen boten sich als Lösung an.
Alles schien auf schönste geregelt, da machte die dresdner
Firma Pleite. Der Landeshauptmann reagierte mit erstaunlicher
Eile und teilte mit, nach diesem Konkurs werde das
Kleinbahnprojekt Kleve - Emmerich seinerseits als erledigt
betrachtet und die Akten desselben geschlossen. Bereits Ende
April 1902 wirft man die Frage auf: Wie wäre es mit einer
Automobilverbindung Kleve - Emmerich? Diese Idee fiel auf
fruchtbaren Boden und am 9. Juni 1905 nahm die neugegründete
Firma "Automobilfahrt Emmerich - Kleve G. m. b. H."
den Linienverkehr auf. Sechs Jahre lang, von 1905 bis 1911 wurde
der Verkehr mit Emmerich auf diese Weise bewältigt. Dann erst
wurde der Omnibus durch die Straßenbahn abgelöst.
Bereits 1904 konnte ein anderes Verkehrsprojekt realisiert
werden. Die Bahnlinie von Kleve nach Duisburg wurde freigegeben.
Man benötigte damals 2 Stunden und 41 Minuten bis zur
Revierstadt.
Der
Personenverkehr hatte sich allein am Bahnhof Kleve von 71.425 im
Jahre 1888 in nur sieben Jahren bis 1895 auf 146.988 mehr als
verdoppelt; noch stärker war der Güterverkehr gestiegen: von
34.531 Tonnen im Jahre 1888 auf 108.601 Tonnen im Jahre 1897 -
und das auf einer eingleisigen Strecke. Um weiteres Wachstum zu
ermöglichen wurde in 1907 das Schienennetz zweigleisig
ausgebaut.
Nun
galt es ein weiteres Wachstumshemmnis zu beseitigen: Alle
Projekte für eine brauchbare Verkehrsverbindung der Stadt mit
Emmerich endeten am Rhein. Eine Brücke musste die Dampffähre
ablösen. Die nächsten stehenden Brücken sind die Rheinbrücke
bei Wesel und die Waalbrücke bei Nimwegen, dies bedeutete, dass
das 9 km entfernte Emmerich nur auf dem 85,5 km weiten Weg über
Goch - Wesel oder auf der etwas kürzeren Strecke über Nimwegen
- Arnheim - Zevenaar erreichbar war. Die Kosten für den
Brückenbau wurde 1906 auf etwa 3 Millionen taxiert. Die Klever
Straßenbahngesellschaft in Verbindung mit der AEG aus Berlin
sollten die Trasse einschließlich Brücke gemeinschaftlich
umsetzen. Die Energie für den Betrieb der Kleinbahnverbindung
würde das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE)
liefern, dass in Kleve ab 1911 die Stromversorgung
sicherstellte. Die Straßenbahn wurde verwirklicht, die
Brückenpläne fielen jedoch spätestens dem 1. Weltkrieg zum
Opfer.
Die
Eigendynamik der Gründerzeit verwandelte die Stadt. Kalte
rationale Technik des 20. Jahrhunderts verdrängte die Kultur
und Gemütslage des 19. Jahrhunderts. Kleve verliert Teile seine
gepriesene Schönheit. Man reißt die schönsten Häuser
nieder, ohne zu fragen: was kommt an diese Stelle. So sind in
der letzten Zeit sehr viele Bauten und landschaftliche
Schönheiten der Vernichtung anheimgegeben worden. Man denke nur
an den wunderbaren Abschluß der Lindenallee gegenüber der
Nassauer Allee! Und warum fiel dies echt niederrheinische Haus
mit seinen vorgelagerten Bäumen? Nur damit eine
Straßenbahngesellschaft keine "S-Schleife" einzubauen
brauchte. ... Dem Vernehmen nach beabsichtigt die
Stadtverwaltung (im Jahr 1913), den Eisernen Mann aus
seinem alten Bereiche heraus zu reißen und ihm einen Ruhesitz
im Prinz-Moritz-Park einzuräumen. Als geborener Klever kann ich
nicht umhin, dies als eine Ungeheuerlichkeit anzusehen, da seit
Urgroßvaterszeiten die Kanone dort gestanden hat und die ganze
Gegend um sie herum nach ihr "Am Eisernen Mann"
geheißen wird. Soll das auf einmal anders werden, nur um der
"Elektrischen" Platz zu machen?
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| Das
Kaufhaus Weyl (heute:
Kaufhof) mit der geplanten Straßenbahn (1912). |
Das
Kaufhaus Weyl (heute:
Kaufhof) mit der geplanten Straßenbahn (1912).
In
der Großen Straße wurde ein großes Warenhaus geschaffen, ohne
zu bedenken, daß diese kolossale Hausteinfassade das ganze
Straßenbild zerstören würde. Die Nachbarhäuschen stecken
jetzt ihren zerfetzten Giebel gegen den Himmel. Die eigentliche
Baumasse ist durch das Warenhaus totgeschlagen worden. An der
einen Seite bemüht sich auch ein schlankes Häuschen mit
verfehltem Dach zu imponieren, ohne zu bedenken, daß der
Reklamegiebel des Warenhauses ihm die Faust in den Nacken legt.
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Diese
Ansichtskarte - von Rob Mulder am 2.1.2012 zur
Verfügung gestellt - zeigt den "Kaiser -
Wilhelm - Platz" um 1900. Im Jahr 1909 wird
das Denkmal des Klever Sagenhelden Lohengrin vom
Kleinen Markt hierhin versetzt. Ganz links das
"Hotel Verweyen". Das linke
Torhäuschen daneben diente als Eingang zur
Gartenwirtschaft. Rechts der Gasthof "De
Poort van Kleef", wie der Bäckermeister
und Restaurateur Franz Dyckmans um die
Jahrhundertwende das Anwesen am Eingang der
Stadt nennt. |
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| Der
selbe Platz ca. 25 Jahre später (um 1925) auf
einer weiteren Ansichtskarte. |
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Der
Fortschritt verlangt seinen Tribut! Das änderte auch das 1882
nach vielen hin und her errichtete
Lohengrin-Denkmal
(Passwortgeschützter
Bereich)
am Kleiner Markt nicht mehr. Am 20. März 1894 wurde in Kleve
das erste Auto gesehen: Das in schnellem Tempo auf seinen
Gummirädern geräuschlos dahin eilende unbespannte Gefährt
erregte natürlich die allgemeine Aufmerksamkeit unserer
Mitbürger. Der Wagen, welcher kräftig, dabei doch zierlich
gebaut ist, enthält unter einem abschlagbaren Verdeck Platz
für 3 Personen. Die krafterzeugende 2 1/2 (!)
Pferdekräfte starke Maschine wurde vom Sitz aus bedient ... .
Wie uns der Leiter des Fuhrwerks mitteilte, legt der Wagen
durchschnittlich per Stunde 25 km ... zurück, jedoch kann
die Fahrgeschwindigkeit noch weiterhin gesteigert werden. Die
Kraftübertragung von der Maschine auf die Räder des Wagens
erfolgt ... durch Ketten.... Bereits ein gutes Jahrzehnt
später - 1906 - gibt es die ersten Klagen: Sie (die
Automobile) dürfen durch ihren Staub und Gestank die
Straßen verpesten, die Häuser und die Kleider ihrer
Mitmenschen beschmutzen und deren Gesundheit gefährden; sie
dürfen uns unsere Promenaden verderben und damit auch einer
Stadt wie Kleve, die auf ihre Promenade den größten Wert legen
muß, großen Schaden zufügen, indem sie die Spaziergänger von
denselben verscheuchen. An schönen verkehrsreichen Sonn- und
Feiertagen, wenn zahlreiche Fremden unserem schönen Kleve
zuströmen und alles gern einen Spaziergang macht, kann man das
genugsam beobachten. Recht drastisch zeigte sich das z. B. an
den diesjährigen schönen Ostertagen im Tiergarten, wo die
jeden Augenblick vorbeisausenden Automobile zahlreiche
Spaziergänger tatsächlich zum Umkehren und zum Aufsuchen
stiller Wege veranlaßten.
Der
Spoykanal - II. Teil
Anfangs
erfreute sich dieser klever Anschluss an den Rhein hoher
Beliebtheit. Doch die fehlende Akzeptanz der Industrie,
insbesondere der Margarinefabriken, die die Eisenbahn
präferierten, führten zu einem deutlichen Rückgang der
Schleusendurchfahrten. In 1860 waren es noch 790 Bewegungen, zur
Jahrhundertwende lag diese Zahl nur noch bei ca. 300!
In
1901 wurde der Grund treffend beschrieben: So
sind wir heute dazu gekommen, daß der Kanal an 112 Tagen im
Jahre nicht genügend Wasserstand hat, um die für seine
Verhältnisse berechneten Schiffe von 300 bis 400 Tonnen
über den Drempel der jetzigen Schleuse in den Kanal zu führen.
Kostspielige
und zeitraubende Leichterungen sind an der Tagesordnung, um die
Frachten bis Kleve bringen zu können. ... Abhülfe läßt sich
auf verschiedene Arten schaffen. Er kommt zu dem Schlusse, daß
die Anlage einer Kammerschleuse in der Mitte zwischen Keeken und
Düffelward (Vossegat)
und die Vertiefung
des alten Rheins auf einer Strecke von 300 m die beste und
zweckmäßigste Lösung der Frage sein würde.
Doch
wieder einmal war die preußische Regierung, diesmal in Form der
Rheinschifffahrtskommission, nur zu Flickwerk bereit. Weder
entschied man sich zu Gunsten einer Schleuse am Vossegat, die
für eine zuverlässige Wasserhaltung nötig war, noch
befürwortete man eine andere Variante: Einen Rheinhafen am
Spyck und Fortführung des Kanals von Brienen durch den
Hellenstrang zum Hafen. Die
Stadt Kleve, so berichtete die "Kölnische
Zeitung" am 23. Oktober 1906, hat
sich in dem Bestreben, Gewerbe und Handel ihres Platzes
tatkräftig zu fördern und in richtiger Erkenntnis der
vorhandenen Verkehrsbedürfnisse zur Tragung erheblicher Opfer
beim Ausbau des Spoykanals entschlossen und sich bereit
erklärt, die vom Staat geforderte Garantie für die Verzinsung
und Tilgung der entstehenden Kosten zu übernehmen und einen
Teil des Spoykanals, der zur Anlage eines Industriehafens dienen
soll, selbst auszubauen. Weiter hat die Stadt die Schaffung von
Lager- und Zollschuppen sowie die Herstellung einer
Hafenanschlußbahn geplant. Die Tragfähigkeit des
Unternehmens blieb jedoch auf Schiffe bis zu 600 t
Tragfähigkeit beschränkt. Es dauerte noch drei Jahre bis der
Ausbau beendet und die neue Schleuse in Brienen eingeweiht
werden konnte.
Das
Telefon
Warten
müssen hat man in Kleve gelernt. Das erste deutsche
Ortsfernsprechnetz wurde im Januar 1881 im elsässischen
Mülhausen eröffnet und bald darauf, am 1. April, mit 94
Teilnehmern in der Reichshauptstadt eingeführt.
Am
30. November 1893 wurde durch
Herstellung einer besonderen Anlage zur dauernden Verbindung der
Cornelischen Besitzungen Prinzenhof und Badhotel mit der
Heilanstalt von Dr. Bergmann der Anfang gemacht. Das
eigentliche Ortsfernsprechnetz hingegen konnte erst am 1. August
1896 mit 31 Teilnehmern eingeweiht werden.
Allerdings
zu Teilnehmern anderer Ortsnetze gab es noch keine Verbindung.
Dies änderte sich erst am 16. Januar 1907 als die
Fernsprechlinie Kleve-Krefeld dem Verkehr übergeben wurde. In
Kleve spürte man täglich mehr, dass man sich auf dem letzten
Zweiglein des letzten Astes am reichsdeutschen Verkehrsbaum
befand statt am Hauptverkehrsstrang Europas. Mit
den uns am nächsten liegenden Orten Emmerich, Rees, Wesel ist,
abgesehen davon daß man nicht selten stundenlang auf eine
Verbindung warten muß, wegen der Länge der Leitung mit ihren
vielen Umschaltungen eine Verständigung nur selten möglich.
Und ebenso können für die Telefonbesitzer Kleves die Städte
im rheinisch-westfälischen Kohlenrevier, obschon allerdings
für die meisten Geschäftsleute die wichtigsten Plätze, kaum
erst nach stundenlangen Warten zu haben ist.
Zwar
konnte man bereits im Februar 1899 eine Verbindung mit
Antwerpen, Brüssel, Lüttich und Verviers herstellen, ab noch
im Mai 1906 klagte man, daß
man nach wie vor eine Stunde und länger warten muß, um aus
Emmerich mit Kleve
sprechen zu können. Plätze, die 9 Kilometer auseinander
liegen, erhalten telefonischen Anschluß, der in zahllosen
Fällen unverständlich ist - und das nach einem so großen
Zeitverlust, der den Wert der an sich so segensreichen
Einrichtung vielfach illusorisch macht. Damals zählte das
klever Ortsnetz bereits 200 Teilnehmer.
Ende
der Malerei - das Kino kommt
Nach
dem Tod von Barend
Cornelius Koekkoek im
Jahre 1862 übernahm Johann
Bernard Klombeck (Passwortgeschützter
Bereich)
noch ein Vierteljahrhundert
die Tradition der Klever Malschule. Der Ertrag seiner Tätigkeit
schaffte ihm, der im Jahre 1863 ein durchschnittliches Einkommen
von 883 Taler (etwa 25.000 Euro) hatte, großbürgerliche
Wohlhabenheit. In den siebziger und achtziger Jahren wurde es
immer stiller um Klombeck. Die Schüler Koekkoeks hatten Kleve
verlassen. Die Qualität der hiesigen Kunstszene wurde
bescheidener. Außerdem wurde seine Kunst zu einem Relikt
vergangener Zeiten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war das Foto
gewünscht, wenn die Realität abgebildet werden sollte. Daher
suchte die Malerei neue Ausdrucksformen: Der Naturalismus und
Impressionismus kam auf und die Kunst, die in den vierziger
Jahren des vorigen Jahrhunderts so viel Begeisterung ausgelöst
hatte, war längst nicht mehr gefragt. Als er am 28. November
1893 starb war dies auch das Ende der Koekkoekschule.
Zwei
Jahre später zeigen die Brüder Lumière die ersten bewegten
Bilder vor einem pariser Publikum. Das Kino war geboren! Aber
auch diese Entwicklung erreichte Kleve nur mit großer
Verzögerung: Johannes Wehnes richtete im November 1910 das
erste ortsfeste Kino ein. Das "Clever Theater lebender
Photographien" im Hause Große Straße Nr. 4 (gegenüber
der Reichsbankfiliale) überlebte nur bis April 1912. Doch
zugleich traten zwei Nachfolger auf den Plan. Zwei neue
Lichtbildtheater, so erfuhr man bereits am 26. April, soll
Kleve in kürzester Zeit erhalten. So ist man seit einigen
Wochen mit dem inneren Umbau des Hauses Hagsche Straße Nr. 32 (später
55, am Hagschen Tor) beschäftigt. Das Lichtspielhaus soll
mit allem Komfort modernster Kinoeinrichtung ausgestattet
werden. Doch nicht am Hagschen Tor, sondern an der
Wasserstraße im Adlersaal - an der Geburtsstätte des klever
Filmtheaters - wurde am 14. Mail 1912 das
"Lohengrin-Theater" eröffnet und bot 1000 Personen
Sitzgelegenheit. Am 13. Juli sollte dann auch die
"Lichtspiele G.m.b.H." ihr Kino an der Herzogbrücke
eröffnen.
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| Die
Lichtspiele G.m.b.H. an der Herzogbrücke. Sie sehen das
III. Bataillon IR 56 auf dem Marsch zum Bahnhof, am 6.
August 1914. Der
Erste Weltkrieg hatte begonnen. |
Die
Lichtspiele G.m.b.H. an der Herzogbrücke. Sie sehen das III.
Bataillon IR 56 auf dem Marsch zum Bahnhof, am 6. August 1914.
Der Erste
Weltkrieg hatte begonnen.
Es
lebe der Sport ...
Die
Ideen von Turnvater Jahn
fielen auch in Kleve - mit der gewohnten zeitlichen Verzögerung
- auf fruchtbaren Boden. Am 6. September 1863 wurde der
militärnahe "Turn-Verein zu Cleve" gegründet.
Bald
nach der Gründung der ersten Margarinefabriken blühten weitere
Vereine auf. Unter dem Namen "Turnclub
Merkur", so heißt es im Januar 1897, hat sich seit
einiger Zeit am hiesigen Platze aus jungen Kaufleuten und
Beamten ein Verein gebildet, welcher an wöchentlich 2 Abenden
in der Turnhalle des hiesigen Gymnasiums 9 Uhr beginnend, seinen
lobenswerten Bestrebungen unter sachkundiger Leitung
obliegt.
Der
Fußball fand erst nach der Jahrhundertwende Eingang. Und wieder
war es eine Gruppe von Kaufleuten aus der Margarineindustrie -
die "Butterfritzen" - die den ersten Fußballverein
gründete, den "Verein für Bewegungsspiele von 1903".
Im Oktober 1904 hatte die Mitgliederzahl ein halbes Hundert
bereits überschritten, zweifelsohne ein Zeichen dafür, daß
den Bestrebungen des Klubs in immer weiteren Kreisen das regste
Interesse entgegengebracht wird. Der Antrag des Vorstands auf
Beitritt des V.f.B. v. 1903 zum Rheinisch-Westfälischen
Spielverbande, wodurch der Verein gleichfalls Mitglied des
großen "Deutschen Fußball-Bundes" wird, gelangte
nach längerer bewegter Debatte ... zur Annahme. Der
Fußball schickte sich an zum Volkssport zu werden. Großen
Auftrieb gab die Austragung der Westdeutschen Meisterschaft auf
dem neuen Platz am 5. April 1908 und der im August 1910 an
gleicher Stelle stattfindende Fußball-Länderkampf Deutschland
- Holland.
 |
| Zur Erinnerung an das Fussball-Wettspiel der "Ersten Mannschaft" Verein für Bewegungsspiele von 1903 Cleve gegen Fussball-Klub "Preussen Crefeld". Resultat 7:1. Cleve, den 13. Mai 1906 - Verlag L. A. Knipping, Cleve |
Auf
dem Fußballplatz des "VfB 03 Cleve" in der Nähe der
Triftstraße und im Bereich der später neu erbauten
Krohnestraße gelegen, hat am 16. August 1910 ein
Fußball-Länderspiel zwischen der deutschen
Fußballnationalmannschaft und der aus Holland stattgefunden.
Die meisten der holländischen Zuschauer waren mit dem Fahrrad
angereist und kamen aus Nimwegen. Der
"Fußball-Länder-Wettkampf", so lautete damals die
offizielle Bezeichnung für dieses Spiel der beiden
Nationalmannschaften, endete vor 6.000 (andere Quellen: 10.000) Zuschauern mit einem 2:1
Sieg der Gäste.

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Unser
Blick geht hier von der Schwanenburg aus in den
Königsgarten.
In
den Häusern am oberen rechten Bildrand wohnten damals
die Familien Ernst Schulz und Bernhard Hoymann und im
nächstgelegenen Doppelhaus, hier etwas vom
Schornstein der Badeanstalt verdeckt, die Kinder der
Witwe August Gietmann. Daneben folgen die Gebäude der
beiden Fuhrunternehmen von Heinrich Schöning und Karl
Schürmann. Der Sohn von Karl Schürmann, der
Vizewachtmeister Peter Schürmann brachte nach
Beendigung des Ersten Weltkrieges von der Front im
Westen auch gleich seinen braunen Wallach, der ihm
jahrelang in vorderster Linie treu gedient hatte, mit
in seine Heimat. Von nun an zog Moritz die schwer mit
Kohlen beladene lange Schlagkarre von der
Bahnhofsrampe aus die steilen Straßen der Hügelstadt
empor. Über seine Futterkrippe im Königsgarten hing
eine in einen Kranz eingelassene Tafel mit der
Aufschrift "Moritz, geb. 1908, aktives
Artilleriepferd der reitenden Batterie des
Feldartillerie-Regiments No. 7 von 1912 bis
1918". |
Als
Folge der Errichtung der Badeanstalt ließen
Neugründungen von Schwimmvereinen nicht lange auf
sich warten. So entstand damals auch der heute noch
bestehende "Clever Schwimmverein 1910 e. V."
dessen damaliger Vorsitzender der
Landesbauamtssekretär Karl Grabemann war. Vorsitzende
vom ebenfalls neu gegründeten
"Damenschwimmverein Cleve" war die die Frau
von Wilhelm Startz sen. von der Nassauerallee.
Gleichzeitig
mit der Errichtung des Stadtbades hatte sich der
Bauunternehmer Franz Kleindorp am Kermisdahlufer
gleich nebenan, hier rechts im Bild zu erkennen, ein
neues Wohnhaus gebaut. Auch dieses Haus wurde im
letzten Krieg zerstört.
Diese
Ansichtskarte aus dem Jahre 1910 zeigt uns die neue
Badeanstalt vom Kermisdahl her gesehen und das
Motorboot "Beatrix", hier einmal ohne
Sonnendach, vor der ebenfalls neu errichteten
Anlagestelle. |
Die
Gründung des "Schwimmverein Cleve 1909" wurde erst
möglich nachdem Kleve an Stelle der alten, abgebrochenen
Gasfabrik eine neue
Badeanstalt errichtete. Die Eröffnung geschah am 22.
Dezember 1908. Dadurch wurde ein jahrzehntelanger Missstand
beendet, denn für gut zahlende Kurgäste gab es seit dem 18.
Jh. die Heilbäder im Tiergarten, seit 1846 das luxuriöse
Friedrich-Wihelms-Bad, später die Kaltwasser-Heilanstalt im
Kurhaus und das Kneippbad, für die breite Masse der
Bürgerschaft bestand nicht eine einzige Anstalt. Daher behalf
man sich anfangs mit einem Freibad am Kermisdahl (1838 bis
1841), später am Spoykanal (1847 bis 1907). Selbstverständlich
hat es wohl schon immer "unorganisiertes"
Schwimmvergnügen in den Teichen und Flussläufen der Niederung
gegeben.
Der
Kaiser kommt
Das
klever Land ist der älteste Besitzteil der preußischen
Monarchie im Westen; in wenigen Jahren feiern wir das
300jährige Jubiläum der Zugehörigkeit Kleve`s zur Krone
Preußen, denn am 4. April 1609 ließen die Preußen zum
Zeichen ihrer Besitznahme kurzerhand ihr Wappen
an die Schwanenburg annageln
(Passwortgeschützter
Bereich).
Die
Dreihundertjahrfeier in 1909 wurde von einem Festausschuss, der
unter dem Vorsitz des Landrat Eich tagte, seit 1905 vorbereitet.
Beschlossen wurde: Das Fest wird in Kleve gefeiert; es wird
ein Denkmal errichtet und an dem Festtage enthüllt; es sollen
Festspiele oder lebende Bilder veranstaltet werden; das Denkmal
soll ein Hohenzollernbrunnen sein, dessen figürlicher Schmuck
einem Gedanken Ausdruck verleiht, der in direkter oder
symbolischer Beziehung zu der Vereinigung des Herzogtums Kleve
mit der Krone Preußen steht.
Das
Denkmal wurde auf dem Kleinen Markt errichtet und daher musste
das Lohengrin-Denkmal
(Passwortgeschützter
Bereich)
weichen, das seinerseits bereits das Johann-Sigismund-Denkmal
verdrängt hatte. Das Johann-Sigismund-Denkmal stand am
Schlossberg. Seit der Zerstörung Kleves im 2. Weltkrieg gilt
das Denkmal als verschollen. Ein ähnliches Schicksal erlitt das
Lohengrin-Denkmal. Es stand bis zum letzten Krieg am
Brücktor. Heutzutage erinnert der von Prof. Seemann
gestaltet "Elsa-Brunnen" am Fischmarkt an den
Schwanenritter.
Ein
weiterer Versuch die Schwanenburg wiederherzustellen (die
letzten intensiven Bemühungen hat der Bürgermeister Ondereyck
1845 vergeblich eingeleitet) wurde im Vorfeld des Kaiserbesuchs
unternommen. Trotz starken Engagements von Direktor Manger -
Leiter der Magarinewerke - konnten die ehrgeizigen Vorstellungen
nicht realisiert werden. Die Verhältnisse liegen ungünstig.
Die Burg ist fiskalischer Besitz. Benutzt wird sie vom
Landgericht, das unter dem Justizministerium, und von der
Gefängnisverwaltung, die unter dem Ministerium des Inneren
steht. Endlich ist der Schloßberg der Königlichen
Forstverwaltung und damit dem Landwirtschaftsministerium
unterstellt; und das Kultusministerium ist als vorgesetzte
Behörde des Provinzial- und Landeskonservators an der Erhaltung
des Bauwerks als Denkmal interessiert. Vier Ministerien also! Wo
so viele einig werden sollen, ist es schwer, bald großes für
die Burg zu erreichen. Immerhin: Für bauliche Besserungen
wurden Mittel - man spricht von einer Summe von 40.000 Mk. -
bereit gestellt.
Die
Vorbereitungen waren abgeschlossen, die Stadt herausgeputzt: Das
Kaiserpaar konnte kommen. Am 9. August 1909 um 11 Uhr fuhr der
Sonderzug ein. Bei schönem Wetter wurde das Amphitheater
besichtigt. Anschließend setzte sich der Zug der kaiserlichen
Kutschen über die Tiergartenstraße, Kavariner-, Große und
Hagsche Straße hinauf, schwenkte vor dem Hagschen Tor links in
die Kapitelstraße ein und hielt bei der Stiftskirche. Auf
ein Zeichen des Kaisers fiel die von 8 Mitgliedern der hiesigen
Freiw. Feuerwehr gehaltene Hülle des neuen Denkmals, während
ein Salut von 101 Schuß der auf dem Schloßberg aufgestellten
Batterie des Cleveschen Feldartillerie-Regiments ... die Kunde
donnernd in die Weite trug.
Bevor
der Kaiser den Festplatz verließ, nahm er den Parademarsch der
Ehrenkompanie ab. Alsdann begaben sich die Majestäten und die
zum Empfang befohlenen Gäste in die durch einen Laubengang mit
dem Festplatz verbundene Stiftskirche, an deren Eingang der
Bischof von Münster, zu dessen Bistum Kleve gehört, das
Kaiserpaar mit der Geistlichkeit erwartete. Im Verein mit Herrn
Dechanten Sprenger und Konservator Prof. Dr. Clemen führt
er die Majestäten zur Besichtigung der Grabdenkmäler des
Grafen Adolf von der Mark und Margareta von Berg wie auch
des Herzogs Johann II. in die Pfarrkirche. Mit lebhaftem
Interesse nahmen die kaiserlichen Gäste alles in Augenschein.
Nach huldvoller Verabschiedung wurde der Weg (durch die
Goldstraße und die Reitbahn) an der reichgeschmückten, im
Innern in einem Lichtermeer strahlenden jüdischen Synagoge
vorbei, zum Schloß fortgesetzt. In der Schwanenburg rief
der Kaiser voller Begeisterung emphatisch aus: "Meine
Burg". In dem alten Schlosse seiner Vorfahren, in dem zwei
Söhne des Großen Kurfürsten geboren sind und an das sich die
Sage vom Schwanenritter knüpft,... fand die Besichtigung
weiterer Grabmäler statt.
Beim
Abgang äußerte sich der Kaiser bezüglich des im Schlosse
befindlichen Gefängnisses dahin, daß dieses unbedingt aus dem
Schlosse verlegt werden müsse. Nach dem Verlassen des
Schloßhofes bot sich dem Kaiserpaare vom Schloßplatz aus eine
herrliche Aussicht auf die Ebene dar. Sichtlich hochbefriedigt
bestiegen darauf kurz vor ein Uhr die hohen Gäste die auf dem
Schloßberg bereitstehenden Wagen zur Rückfahrt durch die
Alleen und die Stadt.
Die
Bürger der Stadt fühlten sich sicherlich an diesem Tag an die
große Geschichte der Stadt erinnert. Man war auch stolz ein
Deutscher zu sein. Und dieses Gefühl begleitete die Menschen
freudig (!) in den Ersten Weltkrieg - nur fünf Jahre nach dem
Kaiserbesuch!
Seit
dem 25. Juli 1914 stand Kleve im Zeichen der Erwartung der
kommenden großen Ereignisse. Drei Tage später las man:
Die Würfel sind gefallen! Aber man fragte sich auch, ob
es lediglich bei einer
Strafexpedition
der Monarchie nach Serbien sein Bewenden haben wird, oder ob
über ganz Europa die Kriegsfurie einherschreiten wird.
Man
hoffte, daß die russischen Staatsmänner in letzter Stunde
doch noch starke Bedenken bekommen haben, die Fackel des
Weltenbrandes zu entzünden. So ist zur Stunde noch alles
ungewiß, doch kann jede Minute die Entscheidung bringen.
Vielleicht stehen wir am Anfang einer neuen weltgeschichtlichen
Epoche, einer gewaltigen Umwälzung im alten Europa. Wenn jetzt
der Weltkrieg losbrechen sollte, weiß niemand, welche Zukunft
seinem Volk und Staat beschieden sein wird. Wir Deutschen haben
aber dennoch keinen Grund zur Unruhe oder gar Mutlosigkeit. Ab
dem 1. August war auch Mut von Nöten.
Deutschland
erklärte Russland den Krieg!
Am
Niederrhein spürte man jetzt wieder, dass man Grenzland war.
Der Verkehr von Kraftfahrzeugen nach Holland war nur über
Straelen-Venlo gestattet. Alle sonstigen Fahrzeuge,
Fahrräder so wie Fußgänger dürfen die deutsch-holländische
Grenze in beiden Richtungen nur auf den Straßen ...
Elten-Zevenaar, Kleve-Nimwegen, Straelen-Venlo
überschreiten.
Am
5. August wurde Belgiens Neutralität durch den Einmarsch
deutscher Truppen verletzt.
Donnerstag,
den 6. August war es so weit: Das in Kleve liegende III.
Bataillon des IR 56 zog die Stechbahn und Große Straße herab
zum Bahnhof. ... Die Hauptleute zu Fuß, die Mannschaften
sangen patriotische Marschlieder; es waren durchgehends junge,
bartlose, aber sehnig, gebräunte Gestalten, nicht übergroß.
Viele Krieger verabschiedeten sich im Vorbeimarsch von
Bekannten; aus dem Publikum, welches die Straßenseiten dicht
besetzt hielt, Zurufe und Hüteschwenken.
Am
Samstag, den 4. September nachmittags kam der erste
Verwundetentransport hier an. Es handelte sich meist um leichter
verwundete Krieger, die mit Bein-, Schulterschüssen und
Streifkopfschüssen davongekommen waren. Die Tapferen wußten
viel von den Scheußlichkeiten der Belgier zu erzählen. Sie
wurden in das Hospital (55), in die Stiftung (34) und in die zum
Lazarett umgewandelte neue Kaserne geschafft.
Nur
vier Tage zuvor - am 31. August 1914 - war bereits die erste
Todesmeldung in Kleve eingetroffen. Der aktive
Garde-Infanterie-Leutnant Herbert Aries soll nach einer hier
eingegangenen Depesche auf dem Felde der Ehre gefallen sein. Die
Zeitschrift "Volksfreund" eröffnete am Sedanstag 1914
(2. September) seine "Ehrentafel der im Felde gefallenen
Kämpfer des Kreises Cleve au dem Kriegsjahr 1914". Sie
wurde von Tag zu Tag länger. Am 24. Oktober war die ganze lange
Spalte gefüllt und es musste schon die zweite Spalte belegt
werden. Anfang November konnte man absehen, wann alle Spalten
einer Seite gefüllt sein würden und änderte das System. Nun
wurde jeder Gefallene nur noch einmal genannt.
Um
für ernste und würdige Siegesfeiern den passenden
Rahmen zu schaffen, beschloss die Stadt die Aufstellung des "Eisernen
Mannes".
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Seit
dem Jahre 1877 hatte am Fischmarkt das Denkmal
"Otto der Schütz" gestanden. Nachdem es
entfernt worden war, wurde hier mitten im Ersten
Weltkrieg der sogenannte "Eiserne Mann"
aufgestellt. Am Tage der Einweihung schlug der
Bürgermeister von Kleve Dr.
Heinrich Wulff den
ersten Nagel in die hölzerne Figur ein. Damit war auf
Beschluss der Stadtverordnetenversammlung eine Spende
von 3.000 Mark für die Kriegsopfer verbunden. Es
folgten dann Nagelungen die mit Beträgen zwischen 300
und 1.000 Mark verbunden waren. Im ganzen hat die
Nagelung des Eisernen Mannes damals etwa 73.000 Mark
eingebracht. |
".
Der Bildhauer Brüx hat der Stadt einen Granatenwerfer zum
Geschenk angeboten. Es handelt sich dabei um eine 2,30 m (nach
Fertigstellung: 2,60 m) hohe Figur, einen eine Granate
werfenden Soldaten darstellend. Die Figur werde vor Weihnachten
fertig und könne dann am Sonntag vor Weihnachten wohl zur
Benagelung aufgestellt werden. Der Erlös der Nagelung kommt den
Angehörigen Gefallener der Stadt Kleve zugute. Die
Einweihung fand dann allerdings erst an Kaisers-Geburtstag, den
27. Januar 1916 statt. Der Namen "Eiserner Mann" wurde
von Dr. Pick durchgesetzt. Andere Vorschläge lauteten
"Clever Grenadier", "Clever Held" oder auch
"Clever Jong". Die Statue wurde am Fischmarkt
aufgestellt, dafür musste das Denkmal "Otto der
Schütz" weichen. Den ersten Nagel schlug der
Bürgermeister ein. Bis zum 23. Juli 1916 wurde auf diese Art
52.000 Mark gesammelt. Mit zunehmender Kriegsmüdigkeit wurde es
stiller um den "Eisernen Mann". Bei der
Kaiser-Geburtstagsfeier von 1918 macht er nicht mehr mit. Das
Volk war nicht mehr zu mobilisieren. Am 11. November 1918 wurde
die Kapitulation unterschrieben. Das Kaiserreich war damit
Geschichte. Kurz bevor im Dezember 1918 die belgischen
Besatzungstruppen einrückten, wurde die Statue entfernt und im
Feuerwehrdepot des Rathauses untergebracht. Nach dem Abzug der
Belgier im Jahre 1925 stellt man die Figur vor dem Heimatmuseum
im Treppenaufgang des Spiegelturms der Schwanenburg auf.
Im
Ersten Weltkrieg starben insgesamt fast zehn Millionen Menschen,
über 20 Millionen wurden verwundet.