Werner Stalder

Wahrzeichen Kleves wird 50: Am 2. Dezember 1951 wurde „Schüsterken" an der Herzogbrücke eingeweiht

Beltermann spuckt im hohen Bogen

Rheinische Post vom 01.12.2001

Der Beltermann an der Klever Herzogbrücke: Morgen vor 50 Jahren wurde das Klever Wahrzeichen eingeweiht.

RP-Foto: Klaus Stadte

KLEVE. Als morgen vor 50 Jahren, am 2. Dezember 1951, der „Beltermann" an der Herzogbrücke eingeweiht wurde, durfte Schlossermeister Hermann Stalder das „Schüsterken" erstmalig zum Spucken bringen. Nach den Plänen von Direktor Alfred Lewens von den Stadtwerken Kleve hatte der heute 93-Jährige den Spuckmechanismus des Klever Wahrzeichens installiert.

Die Einweihung

Bei der Einweihung meinte es Beltermann besonders gut: Mit einem hohen Bogen spuckte das Schüsterken viele Ehrengäste und Zuschauer nass. Hermann Stalder hatte sich den Spaß erlaubt, den Wasserhahn ganz weit aufzudrehen. Mit humorvollen Worten in Klever Mundart hatte zuvor Werkmeister Gerd Jansen von der Firma Gustav Hoffmann die Enthüllung „Beltermanns" vorgenommen. Er trug dabei ein vom Heimatdichter Karl Groenewald verfasstes Gedicht vor: „Now ston ek an de nejje Bröck, et Schüsterke van Kleev".

Nicht nur die Klever Schüsterkes feierten ein Volksfest, die ganze Bevölkerung nahm regen Anteil an der Aufstellung des Brunnens. An der Lindenallee formierte sich bereits zuvor der Zug mit der Hoffmann-Werkskapelle und den Schüsterkes in „Amtstracht". Hunderte Menschen: hatten sich an der Herzogbrücke eingefunden, als Gerd Jansen, der bei den Klever Schwanenfunkern „Beltermann" darstellte, die Taufrede hielt. Die Aufstellung des Brunnens sei symbolisch für den Willen der gesamten Bevölkerung, dass Kleve wieder das werde, was es früher gewesen sei. Nachdem Jonny Jansen und Karl Liffers das Schüsterkenlied von Willy Richrath vorgetragen hatten, wandte sich Bürgermeister Kock an die Klever. Kleves Visitenkarte an der Herzogbrücke, im Schatten der historischen Schwanenburg, habe durch den Schüsterkenbrunnen eine eigene Prägung erhalten.

Sein Vorbild

Der Bürgermeister gedachte des verstorbenen Bildhauers Jupp Brüx nach dessen Vorbild Walter Brüx den „Beltermann" geschaffen hatte. Ein Lied des Werkschores der Firma Pannier, die Taufe des Brunnens mit Sekt und das Klever Lied beendeten die Feier, gefolgt von einem Frühschoppen im Hotel „König von Preußen" und Hotel Verweyen. „Beltermann" steht nun schon 50 Jahre an der Herzogbrücke und „spuckt" den Besuchern Kleves einen feucht-fröhlichen: Gruß originell entgegen, denn: „Ohne Schüsterkes kann Kleev niet läwe!"

Beltermann

Vor 50 Jahren erklärte ein Kellener Bürger, dass der spuckende Beltermann eine Richtung einnehme, die ihn veranlassen werde, jetzt auf der Emmericher Straße einen Quaker mit voller Breitseite nach Kleve aufzustellen. Sein Klever Freund allerdings versprach sich nicht sehr viel davon, da Quaker und Beltermann den gleichen Tropfen lieben und die Liebe immer das Verbindende sei. Außerdem habe man ja Vorsorge getroffen, da durch die neue Rampenbrücke die Ausgangsbasis für die Luftbrücke Kellen - Kleve gegeben sei. Beltermann könne so jederzeit dem Quaker und der Quaker Tag und Nacht Beltermann einen Besuch abstatten.

stal

zuletzt bearbeit am 01.01.2006