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Helmut
Vehreschild
Vor 80 Jahren machten erstmals Kinder aus der Schwanenstadt Insel-Ferien
Klever Pastor Janssen war der Kolumbus von Ameland
Rheinische
Post vom 22.09.2001 |
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Eine
Seefahrt, die ist lustig: Das Fährschiff "Waddenzee"
pendelte 1921 zwischen Holwerd und Ameland. Es brachte
die Klever Kinder vor 80 Jahren auf die Insel. |
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KLEVE/AMELAND (RP). Die offiziellen Partnerstädte Kleves heißen Ronse (Belgien), Worcester (England) und Fitchburg (USA), doch zu einem ganz anderen Fleckchen Erde, das ringsum von Wasser umgeben ist, haben die Klever eine viel engere und vor allem deutlich längere Beziehung. Die Rede ist von der niederländischen Watteninsel Ameland. Vor 80 Jahren wurde das Eiland von der Schwanenstadt aus "entdeckt".
Gesunde Seeluft
Es war der Klever Pastor Edmund Janssen, der 1921 mit einer ganzen Reihe von Schülern Kurs auf die Insel nahm und auch heute noch als "Kolumbus von Ameland" gilt. Nach dem Ersten Weltkrieg fühlte sich der Seelsorger verantwortlich für die Gesundheit der Kinder und verbrachte erstmals Ferien auf dem Eiland, auf dem hinsichtlich der Verpflegung geradezu paradiesische Zustände herrschten. Dazu kam die gesunde, salzhaltige Seeluft. Ein idealer Urlaubsort also wenige Jahre nach Kriegsende.
Ab 1923 war das Abenteuer dann noch größer, weil die Reise mit einem Schiff vom Klever Hafen aus organisiert wurde. In fast zweitägiger Fahrt ging es durch den Spoykanal, den Rhein, die Ijssel und die Zuiderzee, die damals noch den Gezeiten von Ebbe und Flut unterworfen war, durch das Wattenmeer nach Ameland. Das vorerst letzte Ferienlager wurde 1938 veranstaltet, danach stoppte der Zweite Weltkrieg die Erholungsmaßnahme.
"Poort van Kleef"
Mit der Gründung des Ameland-Vereins Kleve im Oktober 1953 lebte die Tradition der Ameland-Fahrten wieder auf. In Buren im Osten der Insel wurde erstmals wieder ein Zeltlager organisiert. Wegen der großen Nachfrage wurden ab Sommer 1954 jährlich zwei Ferienlager durchgeführt, und das bis zum heutigen Tag! Seit 1955 firmiert das Lager des Ameland-Vereins unter "Poort van Kleef", freilich im Laufe der Jahre mit wechselnden Unterkünften. Mit dem Tod von Pastor Edmund "Mön" Janssen endet am 9. März 1957 eine bemerkenswerte Ära.
Gemischtes Lager
Bis 1961 waren die Klever auf dem Hof der Geschwister Metz in Nes am Polderweg untergebracht. Ab 1962 bis 1997 wurde der Hof von "Kees" Nobel in Ballum zur zweiten Heimat. Der letzte Quartierwechsel wurde 1998 vollzogen. Der Hof von Ankie und Bob Blokker in Ballum am Verbindingsweg ist nun in den Sommerferien das Zuhause für die Insel-Fans aus dem Kreis Kleve.
Das Jahr 2001 brachte eine weitere Neuerung: Es wurde mit der Tradition gebrochen, nur ein reines Jungenlager zu veranstalten. So waren erstmals auch Mädchen mit von der Partie. |