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KREIS KLEVE. „Ich bin tief erschüttert durch die Nachricht vom Hinscheiden Ihres Mannes. Ich habe Ihren Mann besonders geschätzt wegen seiner Zuverlässigkeit, seiner Hingabe an die Sache und seiner Treue. Ich weiß, daß sein viel zu früher Tod für Sie und Ihre Kinder ein ganz besonders schwerer Schlag ist. Seien Sie versichert, daß ich herzlichen Anteil nehme und Ihrem Mann ein gutes Andenken bewahren werde".
Dieser Brief wurde am 1. März 1955 in Rhöndorf am Rhein aufgegeben und stammt aus der Feder von Bundeskanzler Konrad Adenauer. Gerichtet war er an Josefine Albers in der Gutenbergstraße in Kleve, Gattin des viel zu früh im Alter von 54 Jahren gestorbenen ersten Landrates des Kreises Kleve, Peter Albers. Heute vor 100 Jahren, am 1.12.1901, wurde der Politiker in Hülm geboren. Mit seinem Namen „wird der Wiederaufbau des demokratischen Gemeinwesens in den Städten und Dörfern am Niederrhein immer verbunden sein", schrieb der im Mai gestorbene Alois Puyn in seiner Würdigung des Christdemokraten im Heimatkalender unter der Überschrift „Ein Bannerträger der sozialen Gerechtigkeit".
KAB-Arbeitersekretär
Schon als junger Mensch engagierte sich Peter Albers nach dem frühen Tod seines Vaters auf dem sozialen Sektor, wurde mit 25 Jahren als gelernter Schreiner zum hauptamtlichen KAB-Arbeitersekretär nach Kleve bestellt. Von 1926 bis zum Beginn der Nazi-Herrschaft wuchs die Arbeiterbewegung stetig. Auch während der „braunen" Schreckens-Regentschaft blieb Albers als engagierter Katholik Anlaufadresse für viele Menschen. Nach dem Zusammenbruch zählte Albers in den Trümmern von Kleve zu den Männern der ersten Stunde, die Gleichgesinnte um sich scharten und von Herzen Ja zur jungen Demokratie sagten.
Man schrieb den 23.9.1945, als er im Klever Kolpinghaus an einer Vorbesprechung zur Gründung einer neuen, christlich geprägten Partei teilnahm. Konrad Adenauer persönlich eilte nach Kleve, um mit Albers Überzeugungsarbeit zu leisten, dass nur eine auch für Protestanten offene Partei Chancen haben werde. Am 10. Dezember 1945 war es soweit: Albers beantragte bei der britischen Militärregierung die Genehmigung zur Bildung der „christlich demokratischen Partei, Kreis Partei Kleve". Die Gründung der CDU wurde am 18. April 1946 genehmigt, schon Ende des Jahres zählte die Partei im Kreis Kleve 1442 Mitglieder.
Albers selbst wurde schnell in führende Positionen gewählt, nicht nur in der Partei, sondern auch für das neue Gemeinwesen auf anderen Gebieten. So vertrat er den Kreis im Düsseldorfer Landtag, war auch Landrat, gehörte dem Kirchenvorstand von Christus König an, war Rendant der Stiftspfarre St. Mariä Himmelfahrt, diente dem Katholischen Gesellenhaus als Geschäftsführer. In Kleve erinnert heute der Name einer bedeutenden Straße an Peter Albers und seine großen Verdienste für die Menschen am Niederrhein.
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