12000 Jahre Niederrhein - 800 Jahre Kleve

Europäische Union

Kleve in Europa

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Kleve war die Hauptstadt des "Herzogtums im Mittelpunkt der Mächte". Im 16. Jahrhundert wurde dort eine Landmasse verwaltet die größer war, als das heutige Nordrhein-Westfalen ist. Das Herzogtum Kleve war durch seine tolerante Religionspolitik ein Ziel für Verfolgte, deren Talente den Wohlstand des Landes mehrten. Die im Kleverland verwendete Sprache ermöglichte eine problemlose Verständigung mit dem niederländischen Nachbarn. Für einen kurzen Zeitabschnitt bestand die Chance, dass sich ein Staat zwischen den Ländern im Westen Europas und dem heutigen Deutschland formiert.  Sicherlich wäre die Geschichte dieses Kontinents weniger kriegerisch verlaufen, wenn diese "Schweiz des Nordwestens" entstanden wäre.

Durch die brandenburgische bzw. preußische Herrschaft änderte sich die Balance im Westen. Die Rheinlande und damit auch der Niederrhein waren weit weg vom aufblühenden Machtzentrum Berlin. Eine Verteidigung der Region gegen französisches Hegemonialstreben galt als ineffektiv. Der Rhein wurde als Rückzugslinie mehrfach genutzt und Investitionen auf der linken Rheinseite - da sie bei einem Konflikt dem Feind zufielen - nur zurückhaltend getätigt. 

Nach 1815 kam es durch das erwachende Interesse des Regenten Friedrich Wilhelms IV. und seiner Brüder an der Kultur des Rheinlands zur einer verstärkten Westorientierung der preußischen Monarchie. Aber aus der von jeher unbequemen, wurde 1848/49 eine unruhige Provinz - ihre Loslösung von Preußen fand aber zu keinem Zeitpunkt eine Mehrheit. "Revolution" bedeutete auch in den Rheinlanden eine Vielzahl örtlich und politisch zersplitterter Aktionen, hinter denen kein einheitlicher Wille stand, und die insgesamt nur von einer Minderheit der Bevölkerung getragen wurden. 

Dass Preußen außenpolitisch zur deutschen Führungsmacht aufsteigen, die Kriege gegen Österreich 1866 und Frankreich 1870/71 in ökonomischer Hinsicht überhaupt führen konnte, verdankte es in erster Linie der wirtschaftlichen Potenz seiner westlichen Provinzen. Diese, von einer blühenden Wirtschaft getragene, Epoche prägte den Nationalismus, der auch in Kleve - spätestens mit Beginn des 20ten Jahrhunderts - seinen Widerhall fand.

Erst die Diktatur des "Tausendjährigen Reiches", die die Welt schließlich in den Zweiten Weltkrieg stürzte, brachte das Ende des überheblichen Patriotismus und öffnete - ausgehend von der Westpolitik Adenauers - dem demokratischen Westdeutschland eine neue Perspektive: Europa! 

Auch die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 bedeutet keine Abkehr von der europäischen Idee. Die feste Einbindung Deutschlands in den europäischen Rahmen bedeutet für das Kleverland das Ende der Grenzlage. Brüssel, die europäische und ehemalige brabantische Hauptstadt, ist weniger als 250 km von Kleve entfernt; Berlin hingegen liegt 600 km östlich am Rande der Europäischen Union. Die Herrscherhäuser von Kleve und Brabant bzw. Burgund waren jahrhundertelang verwandtschaftlich verbunden (Passwortgeschützter Bereich) und es fand ein reger Austausch in Handel und Kultur statt.

An diese Tradition lässt sich anknüpfen und die Stadt Kleve ist aufgefordert, in Zukunft ihre Brückenfunktion über die "Grenze" hinweg weltoffen und engagiert wahrzunehmen. 

Diese Funktion erhielt mit dem Maastrichter Vertrag von Dezember 1991, der dem Startschuss für die "Vereinigten Staaten von Europa" darstellt, eine zusätzliche politische Bedeutung. Die Euregio Rhein-Waal mit Sitz in Kleve auf Haus Schmithausen ist ein solcher Beitrag zur europäische Integration. Seit Ende der 60er Jahre beschäftigt sich die Organisation mit der Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland. Ein weiteres Beispiel ist das Städtenetz A.N.K.E. - die Kooperation der vier Städte Arnheim, Nimwegen, Kleve und Emmerich. Hier wird die Zusammenarbeit in der Region auf kommunaler Ebene koordiniert. 

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Zusammenarbeit ist auch im Hochwasserschutz (sog. "Luteijn-Studie"; pdf-Datei, 2.126 kb) notwendig. Die "Jahrhundert-Hochwasser" von 1993 und 1995 sind auch Folge der Erwärmung des Erdklimas. Die Anforderungen auch an das Deichwesen werden damit deutlich zunehmen. Dies belegen Risikokarten der IKSR (Internationale Kommission zum Schutz des Rheins).

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Erinnerungen an den alten Wegweiser in Beek-Keteldal werden wieder wach / Jakob Voß: 

Grenzpfahl ist "ein weiterer Mosaik-Stein" 

Der ehemals am meisten fotografierte Grenzpfahl der Niederlande lichtete gestern auch RP-Fotograf Klaus-Dieter Stade ab.

Rheinische Post vom 26.03.2002

BEEK / KRANENBURG (RP). Vor Jahrzehnten war der Grenzpfahl in Beek - Keteldaal ein touristischer Anziehungspunkt auf der ehemaligen deutsch - niederländischen Grenze. Regelmäßig ließen sich Spaziergänger an dem Wegweiser fotografieren - bis er irgendwann abgebaut worden ist. Seit dem Wochenende weist er den Wanderern wieder den Weg.

Der berühmte Grenzpfahl von Beek ist wieder zurück an seiner vertrauten Stelle in Keteldal. Über 250 geladene Gäste und Bürger wohnten dem offiziellen Akt bei, als Ubbergens Bürgermeister Paul Wilbers und Kranenburgs stellvertretender Bürgermeister Jakob Voß den Wegweiser einweihten. "Laat vriendschap helen wat grenzen delen" ("Lasst Freundschaft heilen, was Grenzen teilen"), ist auf dem gut drei Meter hohen Holzpfahl geschrieben.

Beliebtes Foto - Objekt

Bereits im Jahre 1910 war an dieser idyllischen Stelle der alte Pfahl aufgestellt worden, um Wanderern den Weg zu weisen. Und er war beliebtes Foto-Objekt an der Grenze, die hier bis 1945 Deutschland und die Niederlande teilte. Ein Zeit lang war der alte, etwas verrottete Grenzpfahl verschwunden: Erst war er auf eine Ausstellung nach Bonn gebracht worden, später sollte ein Restaurator den Wegweiser zu altem Glanz verhelfen.

Dies machte jedoch nicht mehr viel Sinn, so dass unter der Federführung der niederländischen Stiftung "Monumente und Natur" eine Kopie angefertigt und an alter Stelle wieder errichtet wurde. Jakob Voß bewertete die Einweihung des Grenzpfahls als "weiteren kleinen Mosaikstein, der das Gesamtbild Europas prägt." Und er lobte dabei auch die gute Beziehung zwischen den Gemeinden Kranenburg, Ubbergen und Groesbeek.

Über den kleinen Fehler bei der farblichen Gestaltung sieht Jakob Voß gerne hinweg: Die Farben der deutschen Flagge am Stamm wurden in die falsche Reihenfolge gebracht. "Ist doch nicht so schlimm." Govert Janssen, Vorsitzender der Stiftung "Monumente und Natur" sagte jedoch zu, dass der Fehler als bald korrigiert werde.

Ubbergens Bürgermeister Paul Wilbers nannte sich selbst ein "Grenzfall". "Meine Mutter stammt aus Wyler, mein Vater aus Gennep - und ich habe ein Haus gekauft, ausgerechnet auf dieser alten Grenze."

Die Einweihung des Grenzpfahls war nur eine Reihe von mehreren grenzüberschreitenden Aktionen am vergangenen Wochenende. Zusammen mit deutschen und niederländischen Kindern wurden Bäume gepflanzt. In Ooij fand das Schützentreffen statt, das 1985 ins Leben gerufen wurde und mittlerweile schon zur Tradition geworden ist.

"Es ist schön, wenn man merkt, wie intensiv und herzlich die Nachbarschaft gepflegt wird", sagt Jakob Voß. Nach seiner Meinung müssen es nicht immer nur große Maßnahmen sein, um die Bürger in Europa zusammenzuführen. "Viele ähnliche kleine Aktionen prägen den Weg." In Beek - Keteldal weist der Grenzpfahl bereits den Weg.

Von GUIDO RADTKE

Die Wirtschaft passt sich an

In wirtschaftlicher Hinsicht hat der europäische Einigungsprozess große Veränderungen bewirkt. Ein markantes Datum stellt der 15. Juni 1985 dar. An diesem Tag vereinbarten im luxemburgischen Schengen die Staaten Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Deutschland das zwischenstaatliche Übereinkommen "Schengen I". Das Abkommen sah den schrittweisen Abbau der Personenkontrollen an den Binnengrenzen vor. Am 19. Juni 1990 wurden mit dem Abschluss von "Schengen II", dem sogenannten Schengener Durchführungsabkommen, Ausgleichsmaßnahmen für die entfallenden Grenzkontrollen eingeführt. Am 26. März 1995 trat das Schengener Abkommen in Kraft. Sichtbares Zeichen waren leerstehende Grenzzollämter, die, falls sich keine andere Verwendungsform fand, abgerissen wurden. 

Die Grenzöffnung führte zu einem Arbeitsplatzabbau bei der Zollverwaltung und dem heimischen Speditionsgewerbe. Allerdings dürften die Vereinfachungen zu einer Reduzierung von Investitionshemmnissen gerade bei ausländischen Firmen geführt haben, denn inzwischen findet sich im Klever Land eine zunehmende Anzahl von Niederlassungen ausländischer - insbesondere niederländischer - Firmen. 

Die Einführung des Euro-Bargeldes zum 01.01.2002 wird die Verzahnung von Niederlande und Niederrhein weiter voranbringen.

Einkaufstadt Kleve

Im Jahr 2002 begann der Umbau der sogenannten "Neuen Mitte", der Innenstadtbereich vom Fischmarkt bis zur Böllenstege. Damit wurde die Attraktivität Kleves als Einkaufstadt gefestigt und gestärkt. 

Die Überarbeitung der Verkehrsführung in der Unterstadt startete Ende 2001. In 2006 wird der Vorplatz am Museum Koekkoek fertiggestellt sein, im Anschluss erfolgt die Neugestaltung des Opschlags. Eine Hochbebauung auf dem Minoritenplatz bildet den Abschluss.

Schon in 2002 fanden die Freiflächen und ungenutzten Gebäude auf dem Gelände der Schuhfabrik Elefanten eine neue Verwendung. Der Investor Zevens errichtete hier ein Shopping-Center mit großen Handelsketten. 

Der Einzelhandel profitiert von diesen Entwicklungen. Die Stadt bleibt auch für niederländische Kunden attraktiv . In 2001 trugen niederländische Konsumenten mit etwa 30 % zum Einzelhandelsumsatz in Kleve bei.

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Die Satellitenaufnahmen von 1985 zeigen den Agglomerationsprozess, dadurch entstehen Konflikte mit dem Naturschutz besonders im Nordkreis.

Naherholung und Freizeit

Veränderungen auch beim Freizeitverhalten: "Het Hartje van Duitsland", die liebevolle Bezeichnung der niederländischen Nachbarn für Kleve, entwickelt sich zum Naherholungszentrum für die benachbarten Großstädte Arnheim und Nimwegen. "Een dagje uit" (ein Tagesausflug) bringt den Museen der Region einen hohen Zulauf. Das Schloss Moyland, das Kurhaus-Museum und das Haus Koekkoek erfreuen sich hoher Besucherzahlen.

Immer mehr Menschen aus den deutschen Ballungsgebieten planen einen Kurzurlaub im Kleverland. Dies ist auch auf das Radfahr-("Fiets-")angebot zurückzuführen: Die Herrensitz-Routen verbinden die Vielfalt und Kontraste der deutsch-niederländischen Grenzregion mit Kultur, Historie, Industrie und Natur. Die Via Romana lädt entlang des Niedergermanischen Limes zu einer Zeitreise durch 2000 Jahre Geschichte ein. 

Die Attraktivität der Region beinhaltet das Risiko der Zersiedlung. Die Zuwanderung, eine Folge des niederländischen Großprojekt "Het Kan" (Het Knooppunt Arnhem-Nijmegen; ein Folder der Projektgesellschaft, pdf-Datei, 490 kb) führt insbesondere in unmittelbarer Grenznähe - Wyler, Kranenburg, Nütterden... - zu einer Zunahme der privaten Bautätigkeit niederländischer Bürger. "Het Kan" sieht bis zum Jahr 2015 ein Zusammenwachsen der Städte Arnheim und Nimwegen vor. Die Ansiedlung von Industrie- und Dienstleistungsbetrieben geht einher mit dem geplanten Bau von mindestens 48.500 Wohnungen. Dieser Prozess strahlt auch auf das Kleverland aus und macht den Schutz der natürlichen Landschaft notwendig. Im Rahmen der RAMSAR-Konvention wurden Naturschutzgebiete in der Region, z.B. die Düffel und die Hetter, eingerichtet, die von der NABU betreut werden. Ein grenzüberschreitendes Naturschutzgebiet ist "De Gelderse Poort". Die Anzahl der Menschen, die die Natur am Niederrhein genießen wollen, steigt kontinuierlich. Auch im Winter kommen Besucher, die einem der wichtigsten Gänserastplätze in Westeuropa kennen lernen wollen.

Ein breites Angebot steht inzwischen dem Golfer zur Verfügung: In Emmerich der Golfclub Borghees e.V. , in Bedburg-Hau der Golfpark am Schloss Moyland e.V. und der Land-Golf-Club Schloss Moyland e.V., in Kalkar der Mühlenhof Freier Golfplatz und in Groesbeek der Het Rijk Van Nijmegen Golf Club. 

Tourismus und Freizeit sind Wachstumsmärkte im Kleverland und lassen Erinnerungen an die Zeit aufkommen, in der Kleve noch mit "C" geschrieben wurde und
Badstadt war. Die Freizeitgesellschaft des 21. Jahrhunderts verlangt jedoch nach neuen Angeboten, wie Sie z. B. auch im Kernwasser Wunderland angeboten werden:

Der "schnelle Brüter"

Ende 1969 wurde der Schnelle Brüter mit 517 Millionen Mark Baukosten kalkuliert. 15 Jahre später beliefen sich die Kosten auf 7 Milliarden Mark - ein Ende der Kostensteigerungen war nicht abzusehen, das technologische Ziel nicht erreicht. 1991 verkündete Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber das ruhmlose Ende des Schnellen Brüters. 8 Milliarden Mark Steuergelder sind in Beton gegossen, ohne dass der Reaktor je Strom produziert hätte.

Nach über vierjährigen Leerstand findet sich ein Käufer für den Brüter, gegen dessen Bau in den Jahren 1977 bis 1982 heftig protestiert wurde: Ein niederländischer Unternehmer kauft die Anlage, um sie in einen Freizeitpark umzuwandeln. Das Geschäft lief schleppend an, und die ehemaligen Gegner des Brüters waren skeptisch. Vor allem Niederländer bestaunten für 45 Mark Eintritt, inklusive reichhaltigem Buffet, die Technologie der 70er Jahre. Doch Investor Henny van der Most verschrottete nicht nur, er baute auch auf und um. Nach Fertigstellung des Hotels im ehemaligen Verwaltungsgebäude entstanden Sportplätze, ein Restaurant, eine Westernstadt zu Füßen des Reaktors und eine Free-Climbing-Wand in der niederrheinischen Tiefebene - am Kühlturm mit seiner lichten Höhe von 50 Metern... .

Verkehrsinfakt?

Der schlafende Riese "Niederrhein" erwacht. Auf den Straßen wird dies sichtbar. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist dringend erforderlich, zumal die Bundesbahn sich aus der Fläche zurückgezogen hat. 

Drei Videos von André Tussenbroek und René Derks:

Bahnfahrt (mp4, Datei 69 MB) "Nijmegen - Groesbeek - Kleve" in den 70er und 80er Jahren.

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=jVCJPhEyO2c, 10.01.2010.

Bahnfahrt (mp4, Datei 22 MB) "Nijmegen - Groesbeek - Kleve". Die letzte Fahrt vom 1. Juni 1991 (Teil 1).

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=4K3nUkB_vd0&feature=fvw, 10.01.2010.

Bahnfahrt "(mp4, Datei 9,4 MB) Nijmegen - Groesbeek - Kleve". Die letzte Fahrt vom 1. Juni 1991 (Teil 2).

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=ogMZBWVAckk, 10.01.2010.

Am Bahnhof Kleve ist "Endstation"; die Verbindung zu Nimwegen gekappt. Das privatinitiierte, grenzüberschreitende Projekt "Niederrheinbahn" versucht diese Entwicklung für den Personenverkehr rückgängig zu machen.* Die Städte und Sehenswürdigkeiten am linken Niederrhein zwischen Nimwegen und Xanten sollen mit Hilfe einer lokalen Schienenverbindung verknüpft werden. 

*Hinweis von Ludwig Seerden am 30.08.2010 per eMail:

Guten Tag Herr Hoymann,

auf ihrer Webseite entdecke ich gerade den Grenzpfahl in Beek.
Im Artikel sprechen Sie von der NiederrheinBahn. Nijmegen-Xanten. Dieses
Projekt existiert ja nicht mehr.
Es wäre also sinnvoll den Absatz zu streichen und auf die Bestrebungen
der Stadsregio zur Wiederinbetriebnahme
hinzuweisen.

Auf niederländischer Seite wächst mit der Betuweroute eine neue, ausschließlich für den Gütertransport bestimmte und direkte Schienenverbindung zwischen dem Rotterdamer Hafen und dem europäischen Hinterland. Es ist das bisher größte Infrastrukturprojekt der Niederlande, über dass im Jahre 2010 voraussichtlich 43 Millionen Tonnen rollen werden. Das sind 75 Prozent des für 2010 prognostizierten niederländischen Güterverkehrsvolumens! Über den Bahnhof Emmerich kann die lokale Industrie angeschlossen werden. 

Ein weiterer zukünftig positiver Standortfaktor ist das Flughafenprojekt  in Laarbruch (Einzugsgebiet; pdf-Datei, 605 kb), weniger als dreißig Kilometer von Kleve. Der "Flughafen Niederrhein" stellt eine Konversion des britischen Militärflughafens in einem Zivilflughafen dar.

Kleve ist über die Autobahnen A3 und A57 an das internationalen Straßennetz gut angebunden. Problematisch ist die Auslastung der Bundesstraßen. Die Entlastung - insbesondere der B220 durch die B9neu - ist seit Jahrzehnten in der Diskussion und soll bis zum Jahre 2004 verwirklicht werden.  Nur dadurch ist der Ausbau des Industriegebiets an Tweestrom möglich, so dass der Fortfall der Arbeitsplätze in den Traditionsbetrieben der Lebensmittelindustrie und der Schuhproduktion ausgeglichen werden kann.

Universitäten

Die neu geschaffenen Arbeitsplätze verlangen oftmals eine höher Qualifizierung der Mitarbeiter. Ein Hochschulstudium wird damit zunehmend wichtiger. Die nächste Universität auf deutscher Seite findet sich in Duisburg. Viel kürzer ist der Weg zur Uni von Nimwegen und zur Fachhochschule in Arnheim. Beide Häuser werben erfolgreich um deutsche Studenten aus dem Kleverland. Ein Campus Cleve steht seit 2005 vor der Verwirklichung.

Qua Vadis?

Es ist spannend im Klever Land zu leben. Das "Vereinigte Europa" kündigt sich hier in vielerlei Hinsicht an. Die Bedeutung der Region und der Stadt ist im Wandel. Die Veränderungen sind gravierend und laufen auf ein Wiederbeleben der historisch gewachsenen Beziehungen zu den Niederlanden heraus. Dabei liegt ein Reiz darin, dass sich die ehemals gemeinsame Kultur seit 400 Jahren auseinander entwickelt hat um jetzt wieder aufeinander zuzugehen. 

Die gemeinsame Währung "Euro" wird dieses Band fest verknüpfen helfen. 

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Warteschlangen - wie hier bei der Sparkasse Kleve (Hauptstelle, Hagsche Straße) - gab es am 02.01.2002 bei allen Banken: jeder wollte den neuen Euro in Händen halten

zuletzt bearbeitet am 10.01.2010