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Naherholung
und Freizeit
Veränderungen
auch beim Freizeitverhalten: "Het Hartje van Duitsland",
die liebevolle Bezeichnung der niederländischen Nachbarn für
Kleve, entwickelt sich zum Naherholungszentrum für die
benachbarten Großstädte Arnheim und Nimwegen. "Een dagje
uit" (ein Tagesausflug) bringt den Museen der Region einen
hohen Zulauf. Das Schloss
Moyland, das Kurhaus-Museum
und das Haus
Koekkoek erfreuen sich
hoher Besucherzahlen.
Immer
mehr Menschen aus den deutschen Ballungsgebieten planen einen Kurzurlaub
im Kleverland. Dies ist auch auf das
Radfahr-("Fiets-")angebot zurückzuführen: Die Herrensitz-Routen
verbinden die Vielfalt und Kontraste der deutsch-niederländischen
Grenzregion mit Kultur, Historie, Industrie und Natur. Die Via
Romana lädt entlang des Niedergermanischen Limes zu einer
Zeitreise durch 2000 Jahre Geschichte ein.
Die
Attraktivität der Region beinhaltet das Risiko der Zersiedlung.
Die Zuwanderung,
eine Folge des niederländischen Großprojekt "Het
Kan" (Het Knooppunt Arnhem-Nijmegen;
ein Folder
der Projektgesellschaft, pdf-Datei,
490 kb)
führt insbesondere in unmittelbarer Grenznähe - Wyler,
Kranenburg, Nütterden... - zu einer Zunahme der privaten
Bautätigkeit niederländischer Bürger. "Het Kan"
sieht bis zum Jahr 2015 ein Zusammenwachsen der Städte Arnheim
und Nimwegen vor. Die Ansiedlung von Industrie- und
Dienstleistungsbetrieben geht einher mit dem geplanten Bau von
mindestens 48.500 Wohnungen. Dieser Prozess strahlt auch auf das
Kleverland aus und macht den Schutz der natürlichen Landschaft
notwendig. Im Rahmen der RAMSAR-Konvention
wurden Naturschutzgebiete in der Region, z.B. die Düffel und
die Hetter, eingerichtet, die von der NABU
betreut werden. Ein grenzüberschreitendes Naturschutzgebiet ist
"De Gelderse
Poort". Die Anzahl der Menschen, die die Natur am
Niederrhein genießen wollen, steigt kontinuierlich. Auch im
Winter kommen Besucher, die einem der wichtigsten Gänserastplätze
in Westeuropa kennen lernen wollen.
Ein
breites Angebot steht inzwischen dem Golfer zur Verfügung: In
Emmerich der Golfclub Borghees e.V. , in
Bedburg-Hau der Golfpark am Schloss Moyland e.V. und der
Land-Golf-Club Schloss Moyland e.V., in Kalkar der Mühlenhof
Freier Golfplatz und in Groesbeek der Het Rijk Van Nijmegen Golf
Club.
Tourismus und Freizeit sind Wachstumsmärkte im Kleverland und
lassen Erinnerungen an die Zeit aufkommen, in der Kleve noch mit
"C" geschrieben wurde und Badstadt
war. Die Freizeitgesellschaft des 21. Jahrhunderts verlangt
jedoch nach neuen Angeboten, wie Sie z. B. auch im Kernwasser
Wunderland angeboten werden:
Der "schnelle Brüter"
Ende
1969 wurde der Schnelle Brüter mit 517 Millionen Mark Baukosten
kalkuliert. 15 Jahre später beliefen sich die Kosten auf 7
Milliarden Mark - ein Ende der Kostensteigerungen war nicht
abzusehen, das technologische Ziel nicht erreicht. 1991 verkündete
Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber das ruhmlose Ende des
Schnellen Brüters. 8 Milliarden Mark Steuergelder sind in Beton
gegossen, ohne dass der Reaktor je Strom produziert hätte.
Nach
über vierjährigen Leerstand findet sich ein Käufer für den
Brüter, gegen dessen Bau in den Jahren 1977
bis 1982 heftig protestiert wurde: Ein niederländischer
Unternehmer kauft die Anlage, um sie in einen Freizeitpark
umzuwandeln. Das Geschäft lief schleppend an, und die
ehemaligen Gegner des Brüters waren skeptisch. Vor allem Niederländer
bestaunten für 45 Mark Eintritt, inklusive reichhaltigem Buffet,
die Technologie der 70er Jahre. Doch Investor Henny van der Most
verschrottete nicht nur, er baute auch auf und um. Nach
Fertigstellung des Hotels im ehemaligen Verwaltungsgebäude
entstanden Sportplätze, ein Restaurant, eine Westernstadt zu Füßen
des Reaktors und eine Free-Climbing-Wand in der
niederrheinischen Tiefebene - am Kühlturm mit seiner lichten Höhe
von 50 Metern... .
Verkehrsinfakt?
Der
schlafende Riese "Niederrhein" erwacht. Auf den Straßen
wird dies sichtbar. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist
dringend erforderlich, zumal die Bundesbahn sich aus der Fläche
zurückgezogen hat.
Am
Bahnhof Kleve ist "Endstation"; die Verbindung zu
Nimwegen gekappt. Das privatinitiierte, grenzüberschreitende
Projekt "Niederrheinbahn"
versucht diese Entwicklung für den Personenverkehr rückgängig
zu machen.* Die Städte und Sehenswürdigkeiten am linken
Niederrhein zwischen Nimwegen und Xanten sollen mit Hilfe einer
lokalen Schienenverbindung verknüpft werden. *Hinweis
von Ludwig Seerden am 30.08.2010 per eMail: Guten
Tag Herr Hoymann,
auf ihrer Webseite entdecke ich gerade den Grenzpfahl in Beek.
Im Artikel sprechen Sie von der NiederrheinBahn.
Nijmegen-Xanten. Dieses
Projekt existiert ja nicht mehr.
Es wäre also sinnvoll den Absatz zu streichen und auf die
Bestrebungen
der Stadsregio zur Wiederinbetriebnahme
hinzuweisen.
Auf
niederländischer Seite wächst mit der
Betuweroute
eine neue, ausschließlich für den Gütertransport bestimmte
und direkte Schienenverbindung zwischen dem Rotterdamer Hafen
und dem europäischen Hinterland. Es ist das bisher größte
Infrastrukturprojekt der Niederlande, über dass im Jahre 2010
voraussichtlich 43 Millionen Tonnen rollen werden. Das sind 75
Prozent des für 2010 prognostizierten niederländischen Güterverkehrsvolumens!
Über den Bahnhof Emmerich kann die lokale Industrie
angeschlossen werden.
Ein
weiterer zukünftig positiver Standortfaktor ist das
Flughafenprojekt
in Laarbruch (Einzugsgebiet;
pdf-Datei, 605 kb), weniger als dreißig Kilometer von Kleve. Der
"Flughafen
Niederrhein" stellt eine Konversion des britischen
Militärflughafens in einem Zivilflughafen dar.
Kleve
ist über die Autobahnen A3 und A57 an das internationalen Straßennetz
gut angebunden. Problematisch ist die Auslastung der Bundesstraßen.
Die Entlastung - insbesondere der B220 durch die B9neu
- ist seit Jahrzehnten in der Diskussion und soll bis zum Jahre
2004 verwirklicht werden. Nur dadurch ist der Ausbau des
Industriegebiets an Tweestrom möglich, so dass der Fortfall der Arbeitsplätze in den Traditionsbetrieben der
Lebensmittelindustrie
und der Schuhproduktion
ausgeglichen werden kann.
Universitäten
Die
neu geschaffenen Arbeitsplätze verlangen oftmals eine höher
Qualifizierung der Mitarbeiter. Ein Hochschulstudium wird damit
zunehmend wichtiger. Die nächste Universität auf deutscher
Seite findet sich in Duisburg.
Viel kürzer ist der Weg zur Uni von Nimwegen
und zur Fachhochschule in Arnheim. Beide Häuser werben
erfolgreich um deutsche Studenten aus dem Kleverland. Ein Campus
Cleve steht seit 2005
vor der Verwirklichung.
Qua
Vadis?
Es
ist spannend im Klever Land zu leben. Das "Vereinigte
Europa" kündigt sich hier in vielerlei Hinsicht an. Die
Bedeutung der Region und der Stadt ist im Wandel. Die Veränderungen
sind gravierend und laufen auf ein Wiederbeleben der historisch
gewachsenen Beziehungen zu den Niederlanden heraus. Dabei liegt
ein Reiz darin, dass sich die ehemals gemeinsame Kultur seit 400
Jahren auseinander entwickelt hat um jetzt wieder aufeinander
zuzugehen.
Die
gemeinsame Währung "Euro"
wird dieses Band fest verknüpfen helfen. |