Grenzland Post vom 1. November 2010

Querspange bringt B 9 n wieder auf den Plan

VON MARC CATTELAENS

Blick in die Runde beim politischen Frühschoppen des CDU-Stadtverbands. Vorsitzender Jörg Cosar (rechts) moderierte. 

RP-Foto: Gottfried evers

KLEVE Die B 9 neu schwebt immer noch wie ein Gespenst über allen Veranstaltungen, in denen es um die Verkehrsführung in und um Kleve geht. Dies wurde gestern wieder beim politischen Frühschoppen des CDU-Stadtverbands deutlich. Eigentlich sollte über die so genannte Querspange zwischen B 9 und Landwehr diskutiert werden - die meisten Wortbeiträge beschäftigten sich aber mit der B 9 neu.

Daran änderte auch Kanzleramtsminister Ronald Pofalla nichts, der gleich zu Beginn der Veranstaltung klar stellte: „Die B 9 neu wird es nicht geben." Pofalla weiter: „Wenn diese Straße gebaut würde, würde gegen europäisches Recht verstoßen. Der Bau der B 9 neu ist absolut unrealistisch". Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer formulierte es so: „Der Entwicklungsfokus für die B 9 neu geht ins Unendliche. Die Straße kommt nie." Und Bürgermeister Theo Brauer sagte: „Bis die B 9 kommt, sind wir alle schon drei Mal skelettiert." CDU-Mitglied „Bobbel" Jansen dagegen nannte die B 9 neu die (im Vergleich zur Querspange) „wichtigere Straße". Theo Kehren sagte: „Die B 9 neu ist nicht gestorben."

Das eigentliche Thema, die Querspange" wurde wenig kontrovers diskutiert. Der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Palmen forderte: „Die Querspange muss kommen". Sie bringe eine „Qualitätsverbesserung für das Bodendenkmal historische Gartenanlagen". Sowohl Jürgen Rauer, Theo Brauer als auch Wirtschaftsförderer Rudolf Röhrl sprachen sich für die 1,5 Kilometer lange und drei Millionen Euro teure Umgehungsstraße, deren Bau von Straßen NRW getragen wird, aus. Brauer: „Diese Straße ist ein Geschenk, das wir annehmen sollten. Sie kostet uns keinen Cent." Einzig Alwine Strohmenger-Pickmann, 1. Vorsitzende des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte, stellte einige kritische Fragen zur Querspange. Sie sei skeptisch, ob die Tiergartenstraße tatsächlich verkehrsberuhigt werden könne. Strohmenger-Pickmann: „Die Wasserburgallee wird ja auch nicht gemieden, weil dort Tempo 30 gilt." Außerdem sei es noch lange nicht erwiesen, dass sich der Verkehr in Donsbrüggen teilt.

zuletzt bearbeit am 01.11.2010