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Kleve.
Während alte CDU-Hasen vor dem Kolpinghaus fachsimpelten, wer
denn wohl die besseren Karten für den Landesvorsitz der
Christdemokraten habe, diskutierten innen Mitglieder des
CDU-Stadtverbandes über die geplante Querspange ab
Tiergartenstraße parallel zur Eichenallee. Das Gros der 60
Anwesenden - eine Gegenstimme, vier Enthaltungen — würde nach
einer Blitzumfrage für die neue 1,5 Kilometer lange Trasse
votieren. Zuvor wies Stadtverbandsvorsitzender Jörg Cosar
unmissverständlich hin: „Wir werden der Meinung der Mitglieder
Folge leisten." In einem rund 30-minütigen Vortrag hatte
Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer klar gemacht, warum
die Verwaltung
die neue Straßentrasse hinterm Tiergarten befürworte, die der
Landesbetrieb Straßenbau finanziere.
„Ein
Geschenk"
Er
berücksichtige Aspekte wirtschaftlicher Belange,
Immissionsbelastung, Anliegen der Anwohner und des
Denkmalschutzes. „Betrachten Sie diese Querspange als Geschenk,
ohne dass wir einen einzigen Cent investieren müssen", warb
Bürgermeister Theo Brauer, der sich die Frage stellte: „Wo sind
denn die Gegner heute Morgen?" Nicht bei der CDU.
Auch
wenn sich die Christdemokraten eine Komplettlösung mit
Querspange, Nordtangente um die Emmericher Straße und B9-neu bis
zum Kranenburger Tennisschläger wünschen würden, sieht
Kanzleramtsminister Ronald Pofalla für die B9-neu keine Chancen:
„Die wird es nicht geben", da sonst internationales Recht
gebrochen würde. Brauer sagte, er werde weiterhin dafür
kämpfen. Landtagsabgeordneter Manfred Palmen wusste, dass „es
rechtlich möglich ist, das in Europa durchzusetzen." Es sei
aber eine Frage der Zeit, waren sich alle einig.
Einigkeit
auch beim Stadtverband zur Frage Öffnung oder Schließung der
Tiergartenstraße nach Fertigstellung der kleinen Umgehung. „Eine
Schließung dieser Straße wird es nicht geben", so Cosar.
Das freut auch Manfred Dreis vom Einzelhandelsverband.
Alwine
Strohmenger, Vorsitzender des Klevischen Vereins für
Kulturgeschichte, sammelt derzeit Argumente dafür und dagegen zur
Meinungsbildung. Die wesentlichste Frage sei: „Für wen bauen
wir diese Spange?"
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