Grenzland Post vom 5. Oktober 2010

Spange: Verkehr flüssiger machen

VON MATTHIAS GRASS

KLEVE Die alte Planung, eine Bundesstraße zwischen Tennisschläger und Rheinbrücke durch die Düffel zu bauen, hat keine Chance. „Es ist falsch, jetzt noch die Querspange in Konkurrenz zur B 9 durch die Düffel zu setzen, da wird eher der Tennisschläger zurückgebaut, als dass noch ein Spatenstich in der Düffel getätigt wird", sagt Karl-Heinz Burmeister vom BUND. Das werde Brüssel keinesfalls zulassen. Als Alternative habe die von der SPD-Bundestagsabgeordneten Barbara Hendricks vorgeschlagene Straßenführung hinter Nütterden und Donsbrüggen neben der alten Bahntrasse um Gnadenthal herum und dann durch Rindern auf die Landwehr zur Diskussion gestanden, so der Klever BUND-Vorsitzende. Dafür fanden die Experten des Landesbetriebs Straßen allerdings keinen gangbaren Weg, wie sie auf einer der ungezählten Versammlungen zur Straßenplanung rund um die Querspange referierten. Burmeister: „Wichtig ist, dass die Eichenallee dabei erhalten bleibt, weil die Spange daneben läuft." Man werde künftig - mit oder ohne Spange - diese Allee auch besser sehen können, weil das Pappelwäldchen an der Mündung auf die B 9 vom Forst als schlagreif angesehen wird.

Die Querspange gebe es übrigens schon seit der Planung des Klever Rings - damals noch zur Anbindung der Nordtangente, so der BUND-Vorsitzende. Jetzt diene sie als Anbindung an die geplante Osttangente (Umgehung Kellen). „Übrigens wird auch die Kalkarer Straße (B57) eine Spange zur Osttangente bekommen müssen", schreibt Burmeister. Denn die Stadt habe mit dem Rückbau der Rampenbrücke, der Minoritenstraße und dem Bau der Kreisverkehre den Verkehr dort zwar deutlich verlangsamt, doch führten die Haupteinfallstraße B 9, B57 Und B220 immer noch mitten ins Zentrum. Das Problem: Die Lkw werden weiter in die City, anstatt um diese herum geleitet. „Jetzt geht es darum, das Bundesstraßennetz der Unterstadt mit Tangenten zum Ring flüssig zu machen und entweder für Umgehung oder für Zubringung zu sorgen. Die Innenstadt wird davon entlastet und profitieren", schreibt Burmeister. Zusätzlich müsse rechtzeitig vor der Stadt auf vorhandene Wege zur Oberstadt verwiesen werden (Burmeister verweist hier auf die parallel zur Tiergartenstraße führende Nimweger Straße). Die Diskussion mit den Denkmalämtern sei in Sachen Spange längst im Gange - es gehe schließlich um die Abwägung der Umweltverträglichkeit gegenüber dem Eingriff in den historischen Park, so Burmeister. Herr des Verfahrens und letzter Entscheidungsträger sei im Übrigen der Landesbetrieb Straßen.

zuletzt bearbeit am 05.10.2010