RP Online vom 13.02.2010

 

Der "Klevische" gegen

Spange

 

VON MATTHIAS GRASS

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Das sagt Cosar

"Zur Diskussion um den Bau der Spange besteht Gesprächsbedarf und den werden wir suchen", sagt CDU - Stadtverbandsvorsitzender Jörg Cosar. Man müsse eine Güterabwägung treffen: zwischen der zu gewinnenden historischen Bäderatmosphäre im Park und dem Straßenbau neben der Eichenallee. "Wir wollen doch eine optimale Lösung für Kleve", sagt er. Wenn man keinen erheblichen Mehrwert im Park und keine durchgreifende Beruhigung der Tiergartenstraße erreiche, müsse man die Spange in Frage stellen. Davon sind der CDU-Stadtverband und die Fraktion aber bisher nicht ausgegangen.

Kleve (RP) Der Klevische Verein für Kultur und Geschichte/Freunde der Schwanenburg wendet sich in einer Pressemitteilung gegen die geplante Spange von der B9 zur Eichenallee. Der Verein zweifelt die Verkehrshochrechnungen an.

Der Klevische Verein zweifelt die Hochrechnungen des Landesbetriebs Straßen.NRW zu den Veränderungen des Verkehrsaufkommens nach Bau der geplanten Spange zwischen B9 und Landwehr entlang der Eichenallee an. Alwine Strohmenger-Pickmann, die Vorsitzende des Vereins: "Der größte Teil der ortskundigen Autofahrer aus Nimwegen, Kranenburg, Nütterden und Donsbrüggen wird weiterhin die Tiergartenstraße benutzen, um in die Stadt zu kommen". Das werde auch von der Klever Geschäftsleuten so gewünscht. "Die mit 50 Prozent angenommene Entlastung des Kraftfahrzeugsaufkommens auf der Tiergartenstraße erscheint erheblich zu hoch gegriffen", behauptet Strohmenger-Pickmann.

Die Prognosen

Die Prognosen, so Strohmenger-Pickmann, würden nicht die Vorhaben der Provinz Gelderland berücksichtigen, bis 2016 die Autobahn 15 von Bemmel nach Zevenaar auf die A 12 zu ziehen (auch wenn der Klevische von "A 25" und "A 21" spricht). In dieser Frage waren die Vertreter des Landesbetriebs Straßen.NRW schlecht vorbereitet: ob und wie der Verkehr von den Niederlanden über Landstraße nach Deutschland fließt, ob und wie viele "Mautpreller" tatsächlich täglich durch Donsbrüggen und Nütterden rauschen, um die Strecke abzukürzen, dazu gab's von Heinz-Gerd Biewald und Antonia Horstmann vom Landesbetrieb keine Antworten.

Die kann frühestens eine für Sommer 2010 angekündigte Verkehrszählung ergeben. Denn gerade der Schwerlast-Verkehr aus NL macht Donsbrüggern und Nütterdenern Sorgen. Belegt die Erhebung einen erheblichen, unzumutbaren Schwerlastverkehr durch die Dörfer zwischen Niederlande und A3, wie immer wieder angeführt wurde, müssen die beteiligten Behörden eingreifen. Angeregt aus der Bürgerschaft wurde eine Sperrung für Schwerlastzüge, was selbst für Bundesstraßen möglich ist, so Biewald.

Zum einen sehe der Klevische Verein also keinen Sinn in der Straße, zum anderen würden die Gartenanlagen im Bereich der Eichenallee (hier wird die Straße parallel durch die Felder gebaut) die Gartenanlagen zerstören. "Die internationale Bedeutung unserer Stadt basiert auf ihrem kulturhistorischen Erbe und den Gartenanlagen", schreibt Pickmann. Hier führt allerdings Kleves Technischer Beigeordneter Rauer an, dass man abwägen müsse: Die Gartenanlagen im Bereich Amphitheater und Museum werden entlastet, der Bereich an der Eichenallee belastet. "Man muss jetzt entscheiden, was wichtiger ist", sagt Rauer.

Und was sagt das Museum? Direktor Drs. de Werd will sich kundig machen. Aber: "Ohne über die spezifische Problematik der Spange zu urteilen, begrüße ich eine Beruhigung der Tiergartenstraße. Das wäre ein großer Gewinn für den Park. Aber ich bin gegen eine Stilllegung der Straße. Sie muss weiterhin befahrbar sein, vielleicht vergleichbar mit der Wasserburgallee".

zuletzt bearbeit am 13.02.2010