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Kleve.
Die
Politiker werden jetzt diskutieren, „ob es das wert ist. Es wird
ein Stück Natur zerstört, um ein Stück Park zu gewinnen",
so beschreibt es Grünen-Fraktionschef Artur Leendes. Er ist
dafür. Gestern endete die Frist für Eingaben gegen den Bau der
Straßenspange „Eichenallee" von Tiergartenstraße zur
Rinderner K3/Landwehr. Für ihn zählt die Verkehrsberuhigung an
den historischen Gärten vor dem Museum, aber vor allem, dass alle
Einfahrtstraßen auf dem Klever Ring münden sollten und der
Suchverkehr aus der Innenstadt herausbleibt. Allerdings sieht
Leenders gar keinen Grund zur Eile im Verfahren. Es wäre
entschieden geschickter, wenn wir zwei bis drei Jahre warten,
bis die 'B220neu'
fertig ist' (die ebenfalls heftig diskutierte Trasse vor Warbeyen
am Haus Schmidhausen quer durchs Gelände auf den Klever Ring).
Besser
zwei bis drei Jahre warten
Leenders:
„Dann würde das Stauproblem deutlich entschärft". Er
glaubt nicht an mehr Verkehr in Donsbrüggen und Nütterden, wohl
aber in Rindern.
„Wenn
man eine Straße haben möchte, sollte man sie auch schnell voran
treiben", meint Koalitions-Kollege Jörg-Cosar,
CDU-Fraktionschef. Dabei sei die Querspange kein Ersatz für eine
Umgehung Donsbrüggen - Nütterden. „Meiner Meinung nach sollte
man die Tiergartenstraße pflastern, verkehrsberuhigen. Es ist
unser schönster Stadteingang". Er sieht die Diskussion noch
am Anfang. „Ich weiß nicht, wie die Klever Bürger das sehen.
Ich möchte das, was die Bürger möchten".
Was
die Verwaltung will, sagt Beigeordneter Jürgen Rauer: „Noch
haben wir die Masse an Eingaben nicht ausgewertet," aber es
gebe auch Argumente für die geschwungene Linienführung statt
Zick-Zack-Kurs an der Kreuzung Tiergartenstraße / Gruft. „Das
Wirtschaftsleben wird durch Infrastruktur gestärkt.
Individualverkehr und Logistik sind das A und O, bedeuten
Arbeitsplätze, soziale Sicherheit in Kleve". Stillstand „behindert
die Zukunft der Stadt Kleve".
Rauer:
„Wenn durch den Trassenbau mehr Verkehr kommt,
bedeutet es doch, dass diese Straße Sinn macht. Auch der Klever
Ring und die Industriestraße wurden seinerzeit gegen den
Widerstand der Bürger gebaut."
Gegen
den Widerstand der Bürger
Für
Donsbrüggen sei mehr Verkehr tatsächlich „ein größeres
Problem," was aber durch die Baugebiete Nössling und Mehrer
Straße selbst verursacht sei, „sonst wären wir mit der Straße
bei Gnadenthal durch gegangen".
Die
Heimatvereine von Donsbrüggen, Kleve und Rindern klagen, seit
Erhebung der Maut nähmen viele Lkw die Landstraße durch
Kranenburg, Donsbrüggen, Kleve nach Emmerich zur Autobahn. Josef
Verweyen (Heimatverein Donsbrüggen): „Eine noch günstigere
Lkw-Anbindung zöge noch mehr Verkehr an, und das bloß, um die
Museumsmeile zu einem Ruheviertel zu machen".
Dabei
will Museumsleiter Drs. Guido de Werd „gar kein Idyll
haben", aber gern eine „reduzierte, städtische
Straße". Schließlich war nur im 17. Jahrhundert die „Allee
zu den Fontänen" verkehrsfrei, dann Postkutschenweg, dann
wurde das alte Kurhaus Schuhfabrik, die Parkanlagen dämmerten bis
1975 vor sich hin. „Der Park und die Anlagen sind ein kostbares
Gut. Man muss entscheiden, welche Opfer man bringen will. Jede
Lösung einer Tangente sollte so behutsam wie möglich angegangen
werden und im Falle so sorgfältig wie möglich umgesetzt
werden" so de Werd.
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