Rainer
Hoymann
Vallis
Gratiae - Val de Grace
Von den Menschen im Tal der Gnade„Nach
der Mittags-Mahlzeit spaziereten wir nach dem Hause Ganswyck, sonsten
auch Genadendahl genannt, welches eine Viertel-Stunde von unserem Logis
an der Thier-Garten gelegen. Es ist ein modern schönes Haus, hat einen
wohlangelegten Garten mit Bildern gezieret und Plantages; ist mit
Grabens, worinnen Fische sind, umgeben.“[1]
Vom Ganswykshof zum Kloster
Die Ursprünge menschlicher Besiedlung des Vallis Gratiae liegen im Dunkel der Geschichte verborgen. An Stelle oder in unmittelbarer Nähe des Schlosses lag bereits im Mittelalter– die erste urkundliche Erwähnung ist der 28. August 1373 - ein Allodialgut[2], Ganswykshof genannt. „Auf diesem Gute erbaute Heinrich Raessius oder Raescop[3], ein Uedemer von Geburt, Probst an der St. Marien-Kirche zu Utrecht, im Jahre 1456 ein Kloster, für die Mönche vom Orden des St. Augustinus zu Uedem, und nannte dasselbe Gnadenthal.“[4] 1481 fand der Umzug in das neue Kloster statt.[5] Die Augustinerchorherren gaben aus „wirtschaftlichen Gründen“ das erst 1445 gegründete Heiliggeisthospital in Uedem auf. Immerhin ein gutes Jahrhundert sollte ihr Aufenthalt in Gnadenthal währen.
Im Zusammenhang mit den Kämpfen um Schenkenschanz zwischen den Spaniern und Holländern wurde das Kloster am 4. April 1590 von den Niederländern ausgeplündert und verbrannt. Die Augustiner mussten nach Uedem zurückkehren „und wurden von (den) damaligen geistlichen Bewohnern ihres früheren Klosters wieder aufgenommen.“[6] Auferstanden aus Ruinen ?Sechzig Jahre später, im Jahre 1663, kaufte Prinz Moritz von Nassau die Ruinen an. Die Steine verwendete der Statthalter in den folgenden drei Jahren für den Umbau des Klever Schlosses[7] zu einer zeitgemäßen kurfürstlichen Barockresidenz durch den Architekten Pieter Post. Renoviert und grundlegend umgestaltet wurde z. B. der 1771 eingestürzte Rittersaal, in dem Johann Moritz u. a. eine monumentale Treppenpartie einziehen ließ. Das nunmehr von allen ‚Altlasten’ befreite Grundstück wechselte am 24. November 1670 erneut den Besitzer. Die Mönche tauschten das Land gegen drei Bauernhöfe in Uedem. Der Freiherr Werner Wilhelm von Blaspiel (1621 – 1680), herzoglicher Regierungsrat und Botschafter des Großen Kurfürsten bei den Verhandlungen mit den westlichen Mächten[8] wurde der neue Eigentümer. Blaspiel errichtete an der Ecke Prinzenhof / Goldstraße, dort, wo heute der Verwaltungsbau der Volksbank Kleverland eG steht, das Rheindorfsche Haus. Wahrscheinlich wurde das bis dahin größte Patrizierhaus der Stadt 1669 fertiggestellt. Der Klever Beamtenadel bewohnte die schönen Räume bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts.[9] Höchstwahrscheinlich plante bereits Werner Wilhelm von Blaspiel den Bau des Schlosses Gnadenthal, möglicherweise als repräsentativen Landsitz. Doch stoppte sein Tod im Jahre 1680 vorläufig die Umsetzung des Vorhabens. Die Grabplatte von Wilhelm Werner Blaspiel befindet sich am nördlichen Ende des Moritzparks neben dem Gedenkstein mit der gusseisernen Bildnisplakette des Fürsten Johann Moritz.[10] Sie ist inzwischen zur Unkenntlichkeit zerstört. Der Bau des Schlosses Gnadenthal erfolgte jedoch später durch den Sohn und preußischen Minister Johann Moritz von Blaspiel, der ein Patenkind des Johann Moritz von Nassau war.[11] „Wahrscheinlich um 1704, da sich diese Jahreszahl auf dem Rahmen des früher im Schloss untergebrachten Glockenspiels findet“[12], war die Fertigstellung. Gleichzeitig wurde ein französischer Park mit Spiegelweiher angelegt. Es war einer der schönsten Herrensitze am Niederrhein und in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel Klever Badegäste.[13] Nach Meinung des heutigen Eigentümers wurde das Schloss nicht – wie bisher durchgehend in der Literatur behauptet – auf den Trümmern des alten Klosters errichtet. Vielmehr lag das Kloster möglicherweise cirka 100 Meter nordöstlich von Haus Gnadenthal entfernt. Dort befindet sich noch heute ein Weiher, der evtl. ein Karpfenteich gewesen sein könnte. An Stelle des Wäldchens, dem sogenannten ‚Scheper Jans Hoek’, dass das Gewässer einrahmt, befand sich vielleicht der Klostergarten. Auf einer Karte von Sgroten[14] ist das Kloster nahe einem Graben, die heutige Rindernsche Wässerung, eingezeichnet. Dieses Gewässer fließt ebenfalls nicht am Standort des heutigen Schlosses vorbei, sondern es grenzt das Wäldchen von den Weideflächen ab.
Johann Moritz von Nassau nutzte die Steine der Ruine für seine Baumaßnahmen. Zwischen Verfall (ab 1590) und Neubau (1704) lag mehr als ein Jahrhundert. Es war daher wohl kaum noch verwertbare Substanz für den Schlossbau an alter Stelle vorhanden. Warum nicht gleich einen neuen Standort wählen? Die Familie Cloots„Johann Moritz von Blaspiel starb 1723. Seine Witwe, Dorothea Henriette von Blaspiel geb. van Hoft, zog nach dem Tod ihres Mannes an den Hof von Potsdam, wo sie 1745 Oberhofmeisterin der Prinzessin Amalie von Preußen wurde. (Dorothea Henriette) starb noch vor 1748.“[15] Aus den Reisebeschreibungen des Albrecht Haller von 1727 wissen wir, dass der Kanzlei-Sekretär von Glasp das Lustschloss zur Miete bewohnte. „Der Garten ist groß gnug, aber zimlich negligiert (verwahrlost). Das Palais ist von gebacken Stein noch zimlich. Es sind noch gute Gemälde drin, als ein arbeitender Sattler etc., ein schöner Agstein Cabinet, darunter ein Cupido mit seinem Bogen, ein Paar Verliebte, von sonderlich zarter Arbeit.“[16] „Von den Erben (der Witwe Blaspiel) kaufte Thomas Franciscus Cloots (21.12.1720 Amsterdam – 31.12.1767 Brüssel) 1748 das Haus Gnadenthal, nachdem er bereits am 15. Oktober 1748 einen Vorvertrag abgeschlossen hatte, und die zugehörigen Güter für 35.000 holländische Gulden.“[17] Damit wandelte er sein bereits zum 6. Dezember 1747 eingegangenes Mietverhältnis in Eigentum um.
Der Großonkel, Joannes Baptista Cloots (1.7.1670 Antwerpen – 17.8.1747 Amsterdam) vermachte seinem Universalerben Thomas Franciscus von Cloots[18] ein umfangreiches Vermögen, das er aus Handels- und Finanzgeschäften aufbauen konnte und das die Grundlage für den Erwerb von Haus Gnadenthal darstellte.[19] Thomas Franciscus war wie sein Vater Egidius Cloots Kaufmann und Bankier. Er hatte am 23. November 1748 Alida Jacoba Pauw kirchlich geheiratet, die eine Schwester des Kanonikus an der Domkirche zu Xanten, Cornelius de Pauw[20], war und deren Familie zurückgeht auf den berühmten Ratspensionär Jan de Witt.[21] „Über die Gründe, warum Thomas Franciscus Cloots Amsterdam verließ und dann Kleve als neuen Wohnort wählte, wissen wir nichts.“[22] Möglicherweise war es die günstige Lage zu seinen südniederländischen Geschäftspartner, gepaart mit einem Erholung bietenden Landsitz in der neuen Badestadt Cleve. „Auf Gnadenthal und in Kleve kamen zwischen 1750 und 1762 alle acht Kinder von Thomas und Alida Cloots auf die Welt.“[23] Unter ihnen der spätere ‚Redner des Menschengeschlechts’ ‚Anacharsis’[24] Cloots (24.6.1755 Gnadenthal – 24.3.1794 Paris). Zur Zeit der Französischen Revolution war er Mitglied des Jakobinerklubs, der damals bedeutendsten politischen Vereinigung in Paris. Er trat für die Einführung eines Weltstaates ein, in dem alle Menschen gleich sind. ‚Anacharsis’ Cloots wurde jedoch eine Gefahr für die Wortführer der Jakobiner und starb nach einem Scheinprozess am 24. März 1794 unter der Guillotine. Auf ‚Anacharsis’ Cloots bezog sich auch zwei Jahrhunderte später Joseph Beuys, der sich zeitweise so stark mit der Figur identifizierte, dass er sich ‚Josephanarcharsis Clootsbeuys’ nannte.[25] Die Familie von HoevellMit der Heirat am 11. Juni 1806 zwischen Clara Francisca Cornelia Maria (31.3.1786 Gnadenthal – 5.8.1817 Wezeveld), einer Enkelin von Thomas Franciscus Cloots, und Arnold Joannes Antonius Baron von Hoevell zu Westerflier und Wezeveld (22.2.1779 – 17.6.1862 Gnadenthal) wechselte das Schloss in die Familie des heutigen Eigentümers.
Baron von Hoevell setzte neue Akzente. Der Barockgarten wurde im Stil eines englischen Parks verändert, und am Herrenhaus kam es zu Änderungen im klassizistischen Geschmack. „Der auf vier toskanischen Säulen ruhende Balkon, die Durchfensterung der Attika und die gusseiserne Unterteilung der Oberlichter im Erdgeschoss gehören dem klassizistischen Umbau an.“[26] Im Jahre 1956 fand man in einer Grube, zum Teil sehr beschädigt, sechs Gartenskulpturen, die antike Naturgottheiten darstellen. Inzwischen sind sie wieder vor der Orangerie aufgebaut. Die qualitätsvollen Bildwerke entstanden wohl zusammen mit der französischen Parkanlage und mussten ebenfalls im Wege der Umgestaltung weichen.[27] Insgesamt, stellt Gustav von Velsen 1846 fest, hat „... die Umgebung des Lustschlosses an Schönheit sehr gewonnen, namentlich durch die Lichtung des daran gelegenen Busches und durch die Anlage eines zweiten, bessern, zum Schlosse hinführenden Fahrweges.“[28] Der Baron setzte sein Vermögen auch für andere Maßnahmen in Kleve ein: 1851 / 1852 wurde die Katholische Pfarrkirche St. Lambertus in Donsbrüggen abgebrochen. Den Neubau, ein vom Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner entworfener neugotischer Kirchenbau mit der wohl ebenfalls in der Kölner Dombauhütte geplanten Ausstattung, stiftete der Baron.[29] Bereits Ende 1842 war der Erwerb des Klostergebäudes in Kleve für 9.000 Taler und die Umwandlung in ein katholisches Krankenhaus nur möglich geworden durch eine ‚hochherzige’ Stiftung in Höhe von 1.100 Reichstalern seitens der Familie von Hoevell.[30] „Im Sommer 1847 wurde der Hochaltar durch die Freigiebigkeit eines edlen reichen Gönners aus der Umgebung (des Baron v. Hoevell) in seine frühern, im Laufe der Zeit beschädigten kunstvollen und schönen Verhältnisse zurückgeführt.“[31]
Der Tradition seiner Vorfahren verpflichtet, fühlt sich auch der jetzige Eigentümer, dem in der Nachkriegszeit die Verantwortung für das Haus Gnadenthal zufiel. Er übernahm ein schweres Erbe. Um den Verfall des Schlosses in der ‚Stunde Null’ zu stoppen, bedarf es unkonventioneller Methoden. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss durch Artilleriebeschuss, sowie durch Belegung mit Soldaten der Deutschen Wehrmacht und später mit kanadischem Militär außen und innen beschädigt. Zwischenzeitlich, in den letzten Kriegstagen am Niederrhein, im Februar 1945, bot das Schloss Unterkunft für Flüchtlinge aus der Düffelt, die durch Deichsprengungen gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen.[32] Nachdem die Alliierten Truppen Ende Februar, Anfang März 1945 das Klever Land besetzt hatten, mussten die Bewohner zur Evakuierung in das Lager nach Bedburg[33] und englische Soldaten plünderten das Schloss. Im Juni 1945 konnte die Familie von Hoevell in ihr inzwischen (leer-)geräumtes Domizil zurückkehren. Die große Wohnungsnot führt dazu, dass ein Jahr später für das Haus Gnadenthal eine neue Nutzung als Altenheim gefunden wurde. Zu Anfang bewirtschafteten die Franziskusschwestern nur eine Hälfte des Objekts. Ab Mai 1947 wurde das komplette Anwesen als Seniorenheim eingerichtet. Hierbei kam es u. a. durch eingezogene Zwischenwände zu umfassenden Veränderungen der Raumdisposition und zu einer Vergrößerung der Zahl der Dachhäuschen. [34] 1977 endete mit dem Neubau des Franziskusheims in der Klever Spyckstraße auch dieses Kapitel. Der folgende vierjährige Lehrstand hätte beinahe das Ende von Haus Gnadenthal bedeutet. Durch glückliche Umstände gelang es, mit der amerikanischen Luftwaffe, die in Kalkar stationiert war, eine mündliche Vereinbarung zu treffen: Captain van Dam und weitere ca. zehn Soldaten wurden im Schloss untergebracht und bezahlten dafür lediglich Strom und Heizung. Immerhin konnte damit verhindert werden, dass Frost- und Wasserschäden dem Schloss noch weiter zusetzten. Die US-Einheit bewohnte von 1977 bis zum Frühjahr 1981 das Schloss. Seit dem Frühjahr 1981 ist Haus Gnadenthal eine Tagungs- und Bildungsstätte. Die Gesellschaft Bildung und Leben e.V. Bielefeld, die zum Paritätischen Wohlfahrtsverband gehört, hat einen langfristigen Nutzungsvertrag geschlossen. Seitdem sind mehrere Instandhaltungsmaßnahmen verwirklicht worden, und sehr langsam gewinnt das Anwesen wieder Stück für Stück seine Schönheit zurück. [1] Johan Henrich Schütte: Amusemens des Eaux de Cleve oder Vergnügungen und Ergötzlichkeiten bei den Wassern zu Cleve, Johann Heinrich Meyer, Lemgo 1748, S. 18. [2] Allodialgut = Eigengut, im Gegensatz zum Lehensgut. Unter dem Nickname (?) BolasKrim wurde ich am 19. Februar 2004 per eMail darauf hingewiesen, dass über die Ursprünge menschlicher Besiedlungen Urkunden vorliegen sollen. Mir sind diese Quellen nicht bekannt. Die Bitte, mir mehr Details mitzuteilen, blieb leider unbeantwortet. [3] Nach Hans Peter Hilger: Die Denkmäler des Rheinlandes, Band 1, Rheinland-Verlag GmbH, Düsseldorf 1964, S. 44 war Dr. jur. Heinrich Raeskop auch Kanonikus in Xanten. [4] Gustav von Velsen: Die Stadt Cleve, ihre nächste und entferntere Umgegend, vormals und jetzt, mit besonderer Berücksichtigung des Alterthümlichen; nebst der Mineralquelle im Thiergarten, Verlag von Fr. Char, Kleve und Leipzig 1846, S. 231. Die Zustimmung zur Übernahme des Hofes erteilte Herzog Johann I.. [5] Heinrich Janssen / Udo Grote: Zwei Jahrtausende Geschichte der Kirche am Niederrhein, Dialogverlag, Münster 2001, S. 114. Auf der im Frühjahr 2004 in der Nähe der Donsbrügger Kirche errichteten Stele wird das Jahr 1470 als Einzugsjahr genannt. [6] Gustav von Velsen 1846, S. 232. Anmerkungen und Ergänzungen innerhalb eines Zitats hat der Autor in Klammern gesetzt. [7] Klaus Flink: Kleve im 17. Jahrhundert – Studien und Quellen, 2. Teil (1640 – 1666), Selbstverlag des Stadtarchivs Kleve, Kleve 1979, S. 201 ff. [8] Auf der Klever Schwanenburg fanden zu Jahresbeginn 1666 Friedensverhandlungen zwischen den verfeindeten Niederlanden und England statt. Ein Vertreter der englischen Delegation war der als Philosoph berühmt gewordene John Locke (1632 – 1704). Nach Friedrich Leinung in seinem Buch „Klever Spurensuche“ (G. W. Bösmann GmbH & Co., Kleve 1999, S. 61ff) sollten die Friedensverhandlungen in der brandenburgischen Stadt Kleve ein Test dafür sein, ob das im Osten an die Niederlande angrenzende Kurfürstentum neutral gehalten oder auf die englische Seite gezogen werden konnte. Der brandenburgische Kurfürst schloss ein Bündnis mit den Niederlanden. [9] Friedrich Gorissen: Kleve so wie es war, Droste Verlag GmbH, Düsseldorf 1977, S. 50. [10] Hans-Peter Hilger: Die Denkmäler des Rheinlandes, Band 4, Rheinland-Verlag GmbH, Düsseldorf 1967, S. 32. [11] Städtisches Museum Haus Koekkoek (Hrsg.): Der Niederrhein – Zeichnungen, Druckgraphik und Bücher aus der Sammlung Robert Angerhausen, Boss-Verlag, Kleve 1993, S. 249. [12] Hans-Peter Hilger 1964, S. 45. [13] Johan Henrich Schütte 1748, S. 183 ff. [14] Christian Sgroten (um 1525 – wahrscheinlich 13. Mai 1603) war als Kartograph in Diensten von Philipp II., dem König von Spanien und Regent des habsburgisch-burgundischen Hausbesitzes in den Niederlanden. Der Sonsbecker Sgroten kannte die in der Niederrhein-Karte festgehaltenen Plätze durch eigene Besuche. Da die Konflikte des 80jährigen Krieges zwischen Spanien und den Niederlanden häufig im Klever Land ausgefochten wurden, waren verlässliche Territorialkarten erforderlich. Beides –Heimatkenntnisse und Kriegsereignisse – sprechen für eine richtige Anordnung des Klosters auf der Karte. [15] Städtisches Museum Haus Koekkoek (Hrsg.): Anacharsis Cloots – Der Redner des Menschengeschlechts, Boss-Verlag, Kleve 1988, S. 11. [16] Thomas Maier: Erfahrung und Register. Albrecht Hallers Klever Reisejournal – ein Prospekt der europäischen Aufklärung, erschienen im Kalender für das Klever Land 2001, Boss-Verlag, Kleve 2000, S. 65. [17] Städtisches Museum Haus Koekkoek (Hrsg) 1988, S. 11. [18] Der Adelstitel wurde auf Antrag von Joannes Baptista und dessen Bruder Paul Cloots am 16. Februar 1718 von König Philipp V. erteilt. [19] Städtisches Museum Haus Koekkoek (Hrsg.) 1988, S. 10. [20] Cornelius de Pauw (1739 Amsterdam – 1799 Xanten) wurde von Jesuiten erzogen. 1761 erlangte er ein Kanonikat in Xanten und wurde hier Mitte 1765 Subdiakon und Stiftsbibliothekar. Er war philosophisch und völkerkundlich interessiert und begeisterte sich für die Ideen der Aufklärung. Friedrich der Große versuchte ihn vergeblich zum dauerhaften Umzug ins Machtzentrum zu bewegen. Vor dem Hintergrund ethnographischer Erkenntnisse äußerte de Pauw interessante Betrachtungen über Politik, Religion und Geschichte und übte im Sinne seiner aufklärerischen Vorstellungen Kritik an kirchlichen Missständen. Von seinen Werken sind die „Philosophischen Untersuchungen über die Amerikaner“ (1768/69), die „Untersuchungen über die Chinesen und Ägypten“ (1774) sowie die „Betrachtungen über die Griechen“ (1778) zu nennen. Er wurde als einer der wenigen Nicht-Franzosen zur Mitarbeit an der „Encyclopédie“, dem ersten großen Lexikon in der Zeit der Aufklärung herangezogen. Die Nationalversammlung ernannte ihn zum Ehrenbürger Frankreichs. Vor dem Westbau des Xantener Doms steht noch heute der auf Befehl Napoleons zu seinen Ehren errichtete Obelisk. [21] Jan (Johan) de Witt (24.9.1625 Dordrecht – 20.8.1672 Den Haag) studierte an der Universität Leiden Jura. In 1650 kam er als Führer der Dordrechter Abgeordneten in die niederländische Regierung, deren Leitung er drei Jahre später übernahm. Seine Friedensschlüsse mit England (1654 und 1667) verhalfen den Generalstaaten zu wirtschaftlichen Wohlstand. Als 1672 Frankreich in die Niederlande einfiel, kam es zu Demonstrationen gegen de Witt und er musste zurücktreten. Beim Besuch seines Bruders im Gefängnis von Den Haag wurden beide ermordet. [22] Städtisches Museum Haus Koekkoek (Hrsg.) 1988, S. 10. [23] Städtisches Museum Haus Koekkoek (Hrsg.) 1988, S. 11. [24] Der bürgerliche Name lautet Joannes Baptista Hermanus Maria Cloots. [25] Schloss Gnadenthal Tagungs- und Bildungsstätte, http://www.gnadenthal.de/hotel/beuys.htm, 09.03.2006. [26] Hans-Peter Hilger 1964, S. 45. [27] Hans-Peter Hilger 1964, S. 47. [28] Gustav von Velsen 1846, S. 232. [29] Hans-Peter Hilger 1964, S. 39. [30] Friedrich Gorissen: Geschichte der Stadt Kleve von der Residenz zur Bürgerstadt von der Aufklärung bis zur Inflation – Kehr’ wieder Lohengrin, Boss-Druck, Kleve 1977, S. 234 ff. [31] Friedrich Gorissen 1977, S. 484. [32] Wilhelm Michels & Peter Sliepenbeek: Niederrheinisches Land im Krieg, Boss-Druck und Verlag, Kleve 1964, S. 120 ff. [33] Michels & Sliepenbeek 1964, S. 159 ff. [34] Hans-Peter Hilger 1964, S. 45. |
![]()