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Unweit
von Goch, zwischen den Stadtteilen Asperden und Kessel,
liegt im Nierstal das ehemalige Zisterzienserinnenabtei
Graefenthal. |
Ein
kurzer geschichtlicher Abriss (die Tonqualität ist leider
schlecht). |
Modell
der Klosteranlage |
Jan
de Beyer (Beijer) in "Het verheerlykt
Kleefschland": "Het Klooster genaamt
NIEUWKLOOSTER aan de Niers 1744." |
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Ansicht
der Kirche und Abteigebäude von Südwesten.
Nach
Cornelis Pronck, um 1732. |
Jan
de Beyer (Beijer) in "Het verheerlykt
Kleefschland": "'t Klooster genaamt
NIEUWKLOOSTER op de binnenplaats te sien.", 1758. |
Plan
der Klosteranlage ... |
mit
geplanten, zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten. |
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Die
Gartenanlage von Maximilian Weyhe konnte nicht umgesetzt
werden. |
Das
Land NRW stellt Fördermittel bereit für den laufenden
Renovierungsabschnitt "Kreuzgang, Dach,
Nordflügel". |
Zufahrt
zur Klosteranlage |
Torhaus,
Vorderansicht |
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Toreingang,
Rückseite |
Torhaus,
Rückseite |
Taubenturm |
Große
Remise |
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Erläuterungen
zum Gebäude "große Remise" (die Tonqualität
ist leider schlecht). |
Wappen
oberhalb der großen Remise |
Mauer,
in der Bildmitte: das ehemalige Gartenhaus |
Das
Gartenhaus |
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Fragmente
eines Kamins im Gartenhaus |
Retirade
(Toilette) vom Ende des 18. Jh. unmittelbarer Nähe des Gartenhauses |
Ein
Nebenarm der Niers durchfloss die Klosteranlage. Die Senke
und der Torbogen in der Klostermauer belegen dies noch
heute. |
Blick
vom Gartenhaus entlang der Mauer in Richtung
Klostergebäude. |
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Ein
Durchgang zur Niers |
Der
in Renovierung befindliche Nordflügel des Klosters (das
Kapitelhaus). |
Erläuterungen
zum Nordflügel (die Tonqualität ist leider schlecht). |
Detail
des Nordflügels mit neu eingesetzten Fenstern |
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Konventsgebäude
(Südseite) |
Links
das Kapitalhaus, rechts das Konventsgebäude (Westseite) |
Kreuzgang
(Südseite) am Kapitelhaus |
Ehemaliger
Kreuzgang nach Osten.
Rheinischer
Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz:
Rheinische Kunststätten, "Die ehemalige
Zisterzienserinnenabteil Neukloster zu Graefenthal (Stadt
Goch)", S. 8, Köln 1997. |
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Die
Wappen an den Schlusssteinen im einzelnen von Osten nach
Westen (nach Hilger): Geldern,
von Arental, von Rossum, von Dornick, von Alpen, Tingnagel
(Pieck od. Calcar), von Straten, von Redinchoven, von
Vlodorp. |
Nordflügel,
Spätmittelalterlicher Dachstuhl (15. Jh. ?)
Rheinischer
Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz:
Rheinische Kunststätten, "Die ehemalige
Zisterzienserinnenabteil Neukloster zu Graefenthal (Stadt
Goch)", S. 12, Köln 1997. |
Das
Grabmal Ottos II. von Geldern (das Dach soll vor weiteren
Witterungsschäden schützen) |
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Grabdenkmal
für Graf Otto II. von Geldern in der Klosterkirche von 's-Gravendaal,
Gisant
Anonym,
vor 1802
Lavierte
Federzeichnung, 20 x 22,5 cm
's-Gravenhage,
Hoge Raad van Adels, Inv.-Nr. 223 |
Grabdenkmal
für Graf Otto II. von Geldern in der Klosterkirche von 's-Gravendaal,
Nordansicht
Anonym,
vor 1802
Lavierte
Federzeichnung, 28,3 x 16 cm
's-Gravenhage,
Hoge Raad van Adels, Inv.-Nr. 223 |
Tafel
mit Erläuterungen zum Grabmal Ottos II. |
Kleine
Remise |
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Zisterzienserinnenkloster Graefenthal
Die Stiftung des Zisterzienserinnenklosters durch den Grafen von Geldern diente im weitesten Sinne als Versorgungsstätte für die unverheiratet gebliebenen Frauen der Adelsfamilien, weil viele männliche Adelige auf den Kreuzzügen den Tod fanden. Die Chorschwestem mussten 16 Ahnen, je acht von väterlicher und mütterlicher Seite, nachweisen. Der Jungfrauenkonvent ist älter als das Schloss Moyland und zur gleichen Zeit wie der Kölner Dom errichtet worden. Der gotische Baustil war gerade erst aufgekommen. Die Zisterzienserinnen bauten modern bzw. geradezu revolutionär. Die sakrale, strenge Kunst der Romanik, deren schwere Statik alles Weltlich-Individuelle zugunsten einer religiösen Stimmung auszuschließen versuchte, wandelte sich zur gotischen Auffassung, das Göttliche erscheine in jeder Einzelheit. Die gotische Kunst zeigte in ihren dynamischen Bauten eine Hinwendung zum Individuell-Organischen der äußeren Natur.
Die ersten Nonnen kamen aus der Münsterabtei in Roermond und bezogen 1250 die neue Niederlassung der Zisterzienser. Der Abt des
Zisterzienserklosters Camp
(Kamp)
wurde Visitator des neuen Klosters. Reiche Schenkungen an Gütern, Zehnten und Zinsen durch die Grafen von Geldern und Kleve versetzten das Kloster alsbald in die Lage, Höfe, Brüche, Weiden, Heiden, Wälder, Mühlen und Fischereien zu verpachten. Die Städte Kleve und Goch gaben dem Kloster Wegegeld- und Steuerbefreiung. Die meisten Besitzungen des Klosters lagen in Asperden, Bimmen an der
Hervorst, Boeckelt, Gaesdonck, Hassum, Viller und Kessel. Aber auch Teile der rechten Maas- und der linken Rheinebene bei Nijmegen waren Eigentum des Klosters. Die heute noch am Ort zu
findenden Überreste sind für den Niederrhein und für die Provinz Gelderland in den Niederlanden von besonders wertvoller, kulturhistorischer Bedeutung. Das Kloster diente
als Grablege für dreizehn Grafen, Herzöge und Gräfinnen des Grafengeschlechts von Geldern. Es übte großen Einfluss auf die Siedlungsentwicklung der Region aus.
Die Nonnen lebten im Kloster nach dem monastischen Ideal der freiwilligen Armut und übten das Schweigegelübde aus. Die Zisterzienserinnen trugen Gewänder aus feinstem Gocher Tuch. Die Gewänder waren aus weißer Wolle mit schwarzem Gürtel, darüber ein schwarzes Skapulier. Die Chorschwestern trugen als Zeichen besonderer Würde noch einen Schleier. Die Laienschwestern dagegen trugen lediglich ein braunes Gewand.
Das Frauenkloster konnte sich nicht selbst versorgen. Die adligen Zisterzienserinnen erhielten Einkünfte von Kirchenpatronen und dem verpachteten Grundbesitz (1802: 6.300 Morgen Land und 36 Bauernhöfe). Die Nonnen arbeiteten selbst nicht körperlich, sondern traten als Organisatoren der klösterlichen Wirtschaft auf. Die Pächter lieferten die notwendigen Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände oder zahlten die Pacht, den Zehnten, in „barer Münze".
Im 14. Jahrhundert gab es in Graefenthal eine Klosterschule.
In Graefenthal wurde die Ordensregel stets treu und streng beachtet. Graefenthal war das einzige der von der Abtei Camp unterstellten Zisterzienserinnenklöster, welches niemals einer Reformation bedurfte.
Der Name Graefenthal - das „e" ist ein Dehnungsvokal - entspricht dem Willen des Stifters als „Tal des Grafen".
Klosterkirche als Grabstätte der Grafen, Adligen und Nonnen
Früher wurden Klosterkirchen von der Geistlichkeit und den Adligen gerne als Begräbnisstätten benutzt. Von 1251 bis 1376 war das Zisterzienserinnenkloster Graefenthal Grablege für 13 Grafen, Gräfinnen und Herzöge des Geschlechts von Geldern, den Flamenses, die im Chor vor dem Hauptaltar bestattet wurden. Nonnen und Geistliche wurden in der Kirche selbst beigesetzt. In der Kirche bekamen Adlige wie Ditmar von Sulen, Dietrich von Vlodorp, Johann von Groesbeek, Reiner von Seiler und Freiherr von Nesselrode ihren Begräbnisplatz. Im Kreuzgang fanden die dem Kloster zugeteilten Beichtväter ihre Ruhestatt. Die von Otto II. dem Kloster zugedachte Bestimmung, Grabstätte für das geldrische Herrscherhaus zu werden, erfüllte Graefenthal bis zum Jahr 1376, als Äbtissin Isabella von Geldern starb und mit Herzog Rainald die geldrisch-wassenbergische Linie ausgestorben war.
Literaturhinweise:
Burggraaaff, Peter/Schuhmann, Astrid/Voss, Theo: Kulturlandschaft an der Niers. Das
ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster Graefenthal. In: HKLE 1992, S. 189-195.
Die ehemalige Zisterzienserinnenabtei Neukloster zu Graefenthal (Stadt
Goch). Rheinische
Kunststätten, Heft 427, 1997. (Passwortgeschützter
Bereich)
Dißelbeck-Tewes, Elke. Frauen in der Kirche. Das Leben der Frauen in den mittelalterlichen
Zisterzienserklöstern Fürstenberg, Graefenthal und Schiedenhorst. Dissertation 1989.
Graefenthal - Ein Kloster im Wandel der Zeit. Ausstellungskatalog des Museum für Kunst
und Kulturgeschichte der Stadt Goch. Goch, 1992.
Hilger, Hans-Peter, Dr. Graefenthal oder Neukloster bei Goch - Ehemalige
Zisterzienserinnenabtei und Grabstätte des Hauses Geldern. In: Bijdragen en Mededelingen,
1965/67, S. 1-59.
Scholten, Robert. Das Cistercienserinnen-Kloster Grafenthal oder Vallis comitis zu Asperden im Kreise Kleve, 1899.
Nachdruck 1984.
Quelle:
Informationsblatt anlässlich des "Tages der offenen
Tür" am 4. & 5. Juni 2005
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