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Bemerkungen:
Als
Dietrich V. (III.) stirbt, ist der Sohn Dietrich VI. noch
minderjährig. Daher übernimmt der Vormund und Onkel,
Graf Dietrich von Holland, bis 1208 die
Regierungsverantwortung. Herzog Heinrich I. von Brabant
garantiert ab 1202 den Bestand der Grafschaft Kleve. Dies
ist der Beginn des Bundesgenossenschaft mit Brabant, das
seit der Hochzeit zwischen Ida
von Brabant und Arnold (I.)
mit dem Klever Grafenhaus verwandt ist.
Als
Brabanter Lehen gelangt das Land Heusden an der unteren
Maas um 1209 an Kleve. Die dort gelegene alte Grafschaft
Teisterbant soll, späteren Chroniken zu Folge, ebenfalls
in klevischer Hand gekommen sein.
Die
Heirat zwischen Elisabeth von Brabant, Tochter des Herzogs
Heinrich I., mit dem erstgeborenen Sohn Dietrich
primogenitus im Jahr 1233, führt zu einem Freundschafts-
und Bündnispakt. Diese Verbindung hat wahrscheinlich zur
klevischen Übernahme der brabantischen Schwanenrittersage
für die Genealogie des eigenen Geschlechts geführt.
Dietrich
VI. ist in vielen Fehden verwickelt. Er unterstützt den
Bischof von Utrecht z. B. in Kriegszügen gegen die
Adligen und Bauern von Groningen und Overijssel. Auch am
"Kreuzzug" des Erzbischofs von Bremen gegen die
aufständischen Stedinger Bauern nimmt er teil.
Nach 1234
übernimmt der Klever Graf die Vormundschaft über den
noch unmündigen Grafen von Holland. Die niederländisch -
niederrheinischen Fürsten wählen den Grafen von Holland
1247 zum deutschen König.
1253
siegt das holländische Heer unter der Führung von
Dietrich VI. auf der Insel Walcheren gegen die Franzosen
und Flamen.
Dietrich
VI. versucht zu Lasten der Erzbischöfe von Köln sein
Territorium zu erweitern. "So war er Gegner Engelberts
von Berg, bis er
1220 dessen überlegene Macht anerkannte. Dessen
schwächeren Nachfolger befehdete er, ebenso Konrad
von Hochstaden,
dem er sich nach jahrelangen Fehden endgültig erst 1247
unterwarf. ... In Tomburg, das dem Klever verlorenzugehen drohte,
wurden die alten Verhältnisse wiederhergestellt. ... In
Dorsten allerdings konnte er sich nicht durchsetzen und musste
zulassen, dass der Erzbischof trotz klevischer
Gerichtshoheit eine Stadt gründete." (Dieter Kastner,
Kleve 1984)
Die Burg
Monterberg baut er wieder auf. Die Bedeutung der
residenzartigen Burg geht erst 1340 an die Schwanenburg in
Kleve über.
Territorialpolitische
sind die Grafen von Kleve und Geldern Konkurrenten. Es
kommt häufig zu Streitigkeiten, z. B. um den Reichsbesitz
Nimwegen, die jedoch zumeist durch
Schiedssprüche geschlichtet werden. Margret von Kleve,
Tochter Dietrichs VI., ist mit Otto
II. von Geldern
seit 1241
verheiratet und übt um 1260 beträchtlichen Einfluss auf
die klevische Politik aus. Margret
veranlasst den Bau des Klosters
Graefenthal
bei Goch -
Asperden.
Graefenthal ist
die Grabstätte des Grafengeschlechts von Geldern.
Bis 1376 werden hier 13 Grafen, Gräfinnen und Herzöge
bestattet.
Wie
überall in Mitteleuropa wird auch am Niederrhein eine
Vielzahl von Städten
gegründet (tabellarische
Auflistung).
Dietrich VI. kann "die verstreuten Besitz- und
Hoheitsrechte zur Landesherrschaft ausbilden und als
selbständiges Territorium konsolidieren. ... Seit etwa
1240 (ist) in den Quellen von der »terra Clivensis« die
Rede ... und das Territorium der Grafschaft Kleve
(zeichnet) sich als eigenständige politische Größe
(ab)." (Dieter Kastner, Kleve 1984)
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