Die Informationen basieren auf den Arbeiten von Dieter Kastner, Kleve 1984 und Düsseldorf 1972. Ergänzungen sind größtenteils durch die Recherche im Internet erfolgt. Dabei führt bereits die unterschiedliche Zählweise in der Reihenfolge der Grafen zu Problemen in der vorliegenden Datensammlung.

Die zum Teil wiedergegebenen Illustrationen Klever Grafen entstammen dem Stam - Buch der hochgebornen und beruhmten Grafen und durchleuchtigen Hertzogen von Cleve, Arnhem 1677, Nr. 19 (Nachdruck: Buchhandlung H. Fingerhut vorm. F. Char, Kleve 1978). Von einer realistischen Wiedergabe kann nicht ausgegangen werden. Auch ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich. Die Zeichnungen haben daher lediglich einen dekorativen Charakter.

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Klever Grafen

Dietrich VI.

Stam - Buch der hochgebornen und beruhmten Grafen und durchleuchtigen Hertzogen von Cleve, Arnhem 1677, Nr. 22 (Nachdruck:Buchhandlung H. Fingerhut vorm. F. Char, Kleve 1978)

Vater:

Dietrich V. (III.)

Mutter:

Margaretha von Holland

geboren:

 

gestorben:

24.5.1260

Titel

Graf von Kleve

von - bis:

1208 - 1260

verheiratet mit:

I oo: Mathilda von Dinslaken (+1224)

II oo: Hedwig von Meißen (+1249)

von - bis:

I oo:

II oo: um 1226 - 1249

Kinder:

I oo: Dietrich primogenitus; Margaret von Kleve (*vor 1224 +1251)

II oo: Dietrich VII Graf von Kleve; Dietrich Luf (I.); Eberhard von Kleve (*vor 1249, +1274); Agnes von Kleve (+vor 1249); Jutta von Kleve (*vor 1249) 

Quelle(n):

Dieter Kastner: "Die Grafen von Kleve und die Entstehung ihres Territoriums vom 11. bis 14. Jahrhundert" in "Land im Mittelpunkt der Mächte ....", Kleve 1984, S. 52 ff.

Dieter Kastner: "Die Territorialpolitik der Grafen von Kleve", Düsseldorf 1972.

Weitere Quellen ergeben sich durch die eingearbeiteten (externen) Links.

Bemerkungen:

Als Dietrich V. (III.) stirbt, ist der Sohn Dietrich VI. noch minderjährig. Daher übernimmt der Vormund und Onkel, Graf Dietrich von Holland, bis 1208 die Regierungsverantwortung. Herzog Heinrich I. von Brabant garantiert ab 1202 den Bestand der Grafschaft Kleve. Dies ist der Beginn des Bundesgenossenschaft mit Brabant, das seit der Hochzeit zwischen Ida von Brabant und Arnold (I.) mit dem Klever Grafenhaus verwandt ist.  

Als Brabanter Lehen gelangt das Land Heusden an der unteren Maas um 1209 an Kleve. Die dort gelegene alte Grafschaft Teisterbant soll, späteren Chroniken zu Folge, ebenfalls in klevischer Hand gekommen sein.

Die Heirat zwischen Elisabeth von Brabant, Tochter des Herzogs Heinrich I., mit dem erstgeborenen Sohn Dietrich primogenitus im Jahr 1233, führt zu einem Freundschafts- und Bündnispakt. Diese Verbindung hat wahrscheinlich zur klevischen Übernahme der brabantischen Schwanenrittersage für die Genealogie des eigenen Geschlechts geführt. 

Dietrich VI. ist in vielen Fehden verwickelt. Er unterstützt den Bischof von Utrecht z. B. in Kriegszügen gegen die Adligen und Bauern von Groningen und Overijssel. Auch am "Kreuzzug" des Erzbischofs von Bremen gegen die aufständischen Stedinger Bauern nimmt er teil. 

Nach 1234 übernimmt der Klever Graf die Vormundschaft über den noch unmündigen Grafen von Holland. Die niederländisch - niederrheinischen Fürsten wählen den Grafen von Holland 1247 zum deutschen König.

1253 siegt das holländische Heer unter der Führung von Dietrich VI. auf der Insel Walcheren gegen die Franzosen und Flamen. 

Dietrich VI. versucht zu Lasten der Erzbischöfe von Köln sein Territorium zu erweitern. "So war er Gegner Engelberts von Berg, bis er 1220 dessen überlegene Macht anerkannte. Dessen schwächeren Nachfolger befehdete er, ebenso Konrad von Hochstaden, dem er sich nach jahrelangen Fehden endgültig erst 1247 unterwarf. ... In Tomburg, das dem Klever verlorenzugehen drohte, wurden die alten Verhältnisse wiederhergestellt. ... In Dorsten allerdings konnte er sich nicht durchsetzen und musste zulassen, dass der Erzbischof trotz klevischer Gerichtshoheit eine Stadt gründete." (Dieter Kastner, Kleve 1984)

Die Burg Monterberg baut er wieder auf. Die Bedeutung der residenzartigen Burg geht erst 1340 an die Schwanenburg in Kleve über.

Territorialpolitische sind die Grafen von Kleve und Geldern Konkurrenten. Es kommt häufig zu Streitigkeiten, z. B. um den Reichsbesitz Nimwegen, die jedoch zumeist durch Schiedssprüche geschlichtet werden. Margret von Kleve, Tochter Dietrichs VI., ist mit Otto II. von Geldern seit 1241 verheiratet und übt um 1260 beträchtlichen Einfluss auf die klevische Politik aus. Margret veranlasst den Bau des Klosters Graefenthal bei Goch - Asperden. Graefenthal ist die Grabstätte des Grafengeschlechts von Geldern. Bis 1376 werden hier 13 Grafen, Gräfinnen und Herzöge bestattet.

Wie überall in Mitteleuropa wird auch am Niederrhein eine Vielzahl von Städten gegründet (tabellarische Auflistung). Dietrich VI. kann "die verstreuten Besitz- und Hoheitsrechte zur Landesherrschaft ausbilden und als selbständiges Territorium konsolidieren. ... Seit etwa 1240 (ist) in den Quellen von der »terra Clivensis« die Rede ... und das Territorium der Grafschaft Kleve (zeichnet) sich als eigenständige politische Größe (ab)." (Dieter Kastner, Kleve 1984)

zuletzt bearbeit am 17.11.2004