KLEVE.
„Heute wird der Gast empfangen, nicht mehr verschluckt. Heute geht
er staunend durch die Kavariner Straße, wo er ehemals über die
lärmende, hektische Parkplatzfläche hechtete." Der
Bürgermeister schwärmt für das, was seine Stadtplaner mit dem
Fachleute-Workshop aus dem Jahr 2000 als „Variante A" entwarfen
und was nun endlich umgesetzt wurde. Pascal van Koeverden (vormals
Finke) hatte die Federführung bei der Anlage der Wasserbecken in
Stufen, die Firma Look die Ausführung mit 420 Tonnen Basalt, Granit
u.a.. Das Nass ergießt sich über Treppen in zwei große Becken, je
sechs kleine Fontänen in flachen Becken sind eine echte
Kinder-Verlockung.
Ein
Platz besteht aus freiem Himmel
„Es
gibt gute Gründe, warum der Platz so aussieht", verriet Theo
Brauer. Die Grünzone zeichne die alte Wallgrabenzone vor historischer
Kulisse nach, angepasst an „Bedürfnisse des modernen Kleve".
Er prophezeite: „Binnen kurzer Zeit wird der Platz zu den großen
Highlights von Kleve gehören. Wasser ist ein Pfund", das noch zu
wenig in die Stadtgestaltung eingeflossen sei.
„Ein
Platz besteht in erster Linie aus freiem Himmel darüber und einer
Umrandung darum", fasste Museumsleiter Guido de Werd zusammen,
und wenn „wir auch viel über das Horizontale reden, ist doch das
Vertikale das Entscheidende". Für ihn gab es gestern noch ein
„Tüpfelchen auf dem i" - die Enthüllung einer Büste, die
Barend Cornelis Koekkoek anno 1844 zeigt,
geschaffen von Jan Nicolas van Gelder (Koblenz), als Koekkoek auf der
Höhe seines Ruhmes war. Da wollte der junge Maler neben sein Atelier
am steilen Hang über der Kavariner Straße ein Haus setzen. Der
Bauausschuss, damals von einem „neidischen Architekten"
geleitet (so de Werd), legte den Bau vorübergehend still: Er habe
einen zu hohen Sockel. Doch Koekkoek fand Fürsprecher. Heute sei das
Haus nach der Burg und den Kirchen das bedeutendste der Stadt so de
Werd. Koekkoek wurde wichtiger Wirtschaftsfaktor, gründete die
Zeichenakademie, lockte Künstler her.
Dass
Kleve so eng zu dem berühmten Niederländer steht, dass eine
Bürgergruppe (heute 1000 Mitglieder im „Freundeskreis" Museum)
mit Hilfe der NRW-Stiftung noch 1995 verhinderte, dass die Stadt das
historische Koekkoekhaus verkaufte, freute den Honorarkonsul Hermann
von Ameln. Er erinnerte an das „kleine Wunder", das Guido de
Werd als großer Koekkoek-Experte weltweit erreichte: die Niederlande
vertrauten erstmals dem Ausland - und ausgerechnet Deutschland
- Dauerleihgaben an, 13 an der Zahl.
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Zu den Bedenken mancher Klever Parlamentarier bei der Namensgebung des
Platzes wegen der Aussprache „Kukkuck, nicht „Kökök",
versicherte von Ameln: Jeder Niederländer spreche „Goethe"
richtig aus und sage nicht „Chote".
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Er bat, dass das Museum Haus Koekkoek die Adresse ändern dürfe, wie
man es auch per Sondergenehmigung mancher Firma zugestehe: Nicht
Kavariner Straße, sondern „Koekkoekplatz 1". Brauer
signalisierte Zustimmung.