Hans Peter Hilger

Monterberg (Monreberg)

aus: Die Denkmäler des Rheinlandes, Kreis Kleve, Band 1 "Altkalkar - Huisberden", Düsseldorf 1964, S. 23

 

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Ernst Hannen: "Von Appeldorn bis Zyfflich". Horb am Neckar, S. 53.

Befestigung der sich südwestlich von Kalkar erhebenden Anhöhe bereits in römischer Zeit. Am östlichen Berghang zog sich die Römerstraße Xanten - Nimwegen hin, deren Kieslage beim Bau der Bundesstraße 57 angeschnitten wurde. Weiter östlich in der Ebene an der Stelle des heutigen Hofes Born lag die römische Station Burginatium, nach der Peutingerschen Karte 15000 Schritt von Xanten entfernt. Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren südlich der Höhe des Monterberges im Gebiet von Neu-Louisendorf Reste eines römischen Standlagers sichtbar.

Die im frühen Mittelalter auf dem Berge errichtete Festung 1011 von Graf Wichmann verstärkt. Im Jahre 1018 bei den Kämpfen gegen Graf Balderich vom Düffelgau auf Befehl Kaiser Heinrichs II. zerstört.

Neue Befestigung des Berges mit Erlaubnis des Erzbischofs von Köln durch Graf Dietrich VI.  von Kleve (gest. 1275; Anmerkung: Dietrich VI. ist 1260 gestorben) . Erste Erwähnung des Schlosses in einer Urkunde aus dem Jahre 1265 (Anm.: nach D. Kastner gewinnt die Burg bereits im 12. Jahrhundert an Bedeutung; Quelle?. Auch M. Müller-Wille, in "Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Bd. 14", Mainz 1969, S. 201ff., geht davon aus, dass die Burg vor 1200 wieder aufgebaut wurde.). Im Jahre 1327 unter Graf Dietrich VIII. (Anm.: nach D. Kastner fällt das Jahr in die Regierungszeit von Dietrich IX.) Errichtung einer zweiten Schlosskapelle im Bereich der Vorburg und 1334 Gründung eines Kanonikerstifts, das 1341 nach Kleve verlegt wurde. Im Jahre 1372 Wiederaufbau des Schlosses nach Zerstörung im Geldrischen Krieg. Im 14. und 15. Jahrhundert Witwensitz der Gräfinnen und Herzoginnen von Kleve.

Im Jahre 1609 zusätzliche Befestigung des Schlosses durch den Kurfürsten von Brandenburg im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um die Jülich - Klevische Erbfolge. Nach mehrmaliger Eroberung im Dreißigjährigen Krieg durch spanische, niederländische und kaiserliche Truppen 1649 bis 1650 abgebrochen. Eine Ansicht des Schlosses im Städtebuch von Braun und Hogenberg aus dem Jahre 1572 (1575?). Umfangreiche, von einem dreifachen, terrassenförmig gestaffelten Mauerring umschlossene Anlage, überragt von einem mächtigen Bergfried. Erhalten blieb neben geringen Fundamentresten lediglich der Brunnen.


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Der Monreberg von Kalkar aus gesehen (nach einer Skizze von L. Doomer, 17. Jh.). Kalkar aus der Vogelschau 1575 (Detail), Kupferstich aus dem Städtebuch von Braun - Hogenberg, Stadtarchiv Kalkar dito, aquarelliert, Quelle unbekannt Burg Monreberg (auch: Burg Munna) bei Kalkar, aus: Dr. Heinz Will, "Maria von Burgund", Kleve 1967, S. 27.
 

Aufnahmen vom Monreberg / Monterberg vom 3. April 2005

(Es fand sich kein Hinweis auf eine ehemalige Burganlage.)

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Tiefe Erosionsrinnen fassen noch heute die Bergzunge des Stauchmoränenzuges südlich von Kalkar, dem Monreberg, ein. Noch M. Müller-Wille, in "Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Bd. 14", Mainz 1969, S. 201ff., erwähnt Fundamentreste: "Heute besteht die Hauptburg aus einem 8 - 10 m hohen kegelstumpfförmigen Hügel mit einem Graben im Norden, Westen und Süden. Nach 1918 wurde hier ein Wasserwerk eingebaut. Trotzdem sind von der Burg noch geringe Fundamentreste und ein Brunnen erhalten geblieben. Nach Süden schließt sich halbkreisförmig die etwa 4 m hohe, im Westen stark angegrabene Vorburg an, die im Süden von einem Abschnittswall und -graben abgeriegelt wird. Die Burg gehört also dem Typ der Motte an, die hier nicht wie sonst am Niederrhein üblich als Wasserburg in der Niederung angelegt wurde, sondern auf einer der wenigen schwer einnehmbaren Höhen des Exkursionsraumes." Knapp vier Jahrzehnte weiter ist von der ehemaligen Existenz einer mächtigen Burg nichts mehr zu erkennen. Die an Kulturgütern so reiche Stadt Kalkar scheint diesen Aspekt ihrer Geschichte ausgeblendet, gar vergessen zu haben. 

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zuletzt bearbeit am 30.04.2008