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Kleve.
Hinter dem Bauzaun am Hafen wird auf Hochtouren gearbeitet. Montag
starten die Bohrungen für die Pfähle, auf denen die Hochschule
gebaut werden soll, weiß Gerhard Koenen, Geschäftsführer der
Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft. Das Jahrhundertbauwerk
wird bestimmt von dem bewusst gewählten Kontrast aus hochmodernen
und denkmalgeschützten Gebäuden.
Drei
markante Zentren bestimmen den Campus
„Wiederbelebte
Vergangenheit und verheißungsvolle Zukunft", so die
treffende Formulierung von Zandra Boxnick von der Kreisverwaltung,
die dem Kreistag in einer anschaulichen Power-Point-Präsentation
die Pläne detailliert vorstellte. Der längsgestreckte Campus
werde durch den Spoykanal bestimmt, der die ideale Mitte biete.
Der alte Getreidespeicher mit seiner Höhe von 20 Metern werde als
weithin sichtbares Zeichen integriert. Die strenge Baustruktur der
Neubauten werde zum Kanal und den Freiräumen ausgerichtet. Drei
markante Zentren bestimmen den Campus: Wissensspeicher - sprich
Bibliothek im alten Getreidespeicher - Mensa und das
Hörsaalzentrum.
Die
Fachbereiche sollen durch Glasgänge verbunden werden. Geplant
seien außerdem insgesamt 760 Stellplätze. Der alte
Güterschuppen ist als Gartenfläche geplant, das Dach wurde
bereits abgetragen. Das Audimax - also das Hörsaalzentrum -
bietet Platz für 500 Personen und bekommt eine repräsentative
Freitreppe. In der Mensa finden 300 Personen Platz. Ein Bistro und
zwei Seminarräume sind ebenso eingeplant wie eine Dachterrasse,
die einen imposanten Blick auf die Schwanenburg bietet.
Lichtstelen und Bänke lockern die Freiflächen auf: „Der Campus
lädt zum Verweilen ein", schwärmt Zandra Boxnick.
Ein
Kindergarten sei auf dem Campus nicht geplant, betonte Landrat
Wolfgang Spreen auf Nachfrage: „Das ist vom Land als
Auftraggeber nicht gewünscht worden."
SPD-Fraktionschef
Roland Katzy bedauerte, dass alles bis ins Detail bereits
festgelegt sei und der Kreistag die Pläne lediglich zur Kenntnis
nehmen konnte. Die Hochschule habe als künftiger Nutzer das
Hauptmitspracherecht, erklärte Wilfried Suerick, Allgemeiner
Vertreter des Landrats: „Ein weiteres Diktat ist, dass die
Hochschule im August 2012 fertig sein soll". Roland Katzy
kritisierte ferner, dass eine Brücke über dem Spoykanal nicht
ausreiche. Es seien zwei geplant gewesen, das Land habe dafür zu
wenig finanzielle Mittel bereitgestellt, betonte Suerick. Gar
nicht begeistert von den Hochschulplänen zeigte sich Thomas
Veiten von den Grünen. Die kubistitische Bauweise sei ein
Fremdkörper, konstatierte er. Er erinnerte daran, dass sich beim
Umbau von Schloss Moyland zum Museum der Kreisbauausschuss
intensiv mit den Plänen beschäftigt habe. Und eben dieser
Bauausschuss sei nach der Fertigstellung von Moyland 1998 vom
Kreistag aufgelöst worden, erklärte Kreissprecher Eduard
Großkämpfer auf NRZ-Nachfrage.
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