NRZ vom 19.03.2010

Kontrast bewusst gewählt

Zandra Boxnick stellte dem Kreistag in einer anschaulichen Präsentation die Hochschulpläne vor

Gaby Boch

Auf dem Gelände am Klever Hafen wird auf Hochtouren an der neuen Hochschule gebaut. Der Getreidespeicher ist bereits mit einem Gerüst umgeben.

Foto: Hans Blossey

Kleve. Hinter dem Bauzaun am Hafen wird auf Hochtouren gearbeitet. Montag starten die Bohrungen für die Pfähle, auf denen die Hochschule gebaut werden soll, weiß Gerhard Koenen, Geschäftsführer der Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft. Das Jahrhundertbauwerk wird bestimmt von dem bewusst gewählten Kontrast aus hochmodernen und denkmalgeschützten Gebäuden.

Drei markante Zentren bestimmen den Campus

„Wiederbelebte Vergangenheit und verheißungsvolle Zukunft", so die treffende Formulierung von Zandra Boxnick von der Kreisverwaltung, die dem Kreistag in einer anschaulichen Power-Point-Präsentation die Pläne detailliert vorstellte. Der längsgestreckte Campus werde durch den Spoykanal bestimmt, der die ideale Mitte biete. Der alte Getreidespeicher mit seiner Höhe von 20 Metern werde als weithin sichtbares Zeichen integriert. Die strenge Baustruktur der Neubauten werde zum Kanal und den Freiräumen ausgerichtet. Drei markante Zentren bestimmen den Campus: Wissensspeicher - sprich Bibliothek im alten Getreidespeicher - Mensa und das Hörsaalzentrum.

Die Fachbereiche sollen durch Glasgänge verbunden werden. Geplant seien außerdem insgesamt 760 Stellplätze. Der alte Güterschuppen ist als Gartenfläche geplant, das Dach wurde bereits abgetragen. Das Audimax - also das Hörsaalzentrum - bietet Platz für 500 Personen und bekommt eine repräsentative Freitreppe. In der Mensa finden 300 Personen Platz. Ein Bistro und zwei Seminarräume sind ebenso eingeplant wie eine Dachterrasse, die einen imposanten Blick auf die Schwanenburg bietet. Lichtstelen und Bänke lockern die Freiflächen auf: „Der Campus lädt zum Verweilen ein", schwärmt Zandra Boxnick.

Ein Kindergarten sei auf dem Campus nicht geplant, betonte Landrat Wolfgang Spreen auf Nachfrage: „Das ist vom Land als Auftraggeber nicht gewünscht worden."

SPD-Fraktionschef Roland Katzy bedauerte, dass alles bis ins Detail bereits festgelegt sei und der Kreistag die Pläne lediglich zur Kenntnis nehmen konnte. Die Hochschule habe als künftiger Nutzer das Hauptmitspracherecht, erklärte Wilfried Suerick, Allgemeiner Vertreter des Landrats: „Ein weiteres Diktat ist, dass die Hochschule im August 2012 fertig sein soll". Roland Katzy kritisierte ferner, dass eine Brücke über dem Spoykanal nicht ausreiche. Es seien zwei geplant gewesen, das Land habe dafür zu wenig finanzielle Mittel bereitgestellt, betonte Suerick. Gar nicht begeistert von den Hochschulplänen zeigte sich Thomas Veiten von den Grünen. Die kubistitische Bauweise sei ein Fremdkörper, konstatierte er. Er erinnerte daran, dass sich beim Umbau von Schloss Moyland zum Museum der Kreisbauausschuss intensiv mit den Plänen beschäftigt habe. Und eben dieser Bauausschuss sei nach der Fertigstellung von Moyland 1998 vom Kreistag aufgelöst worden, erklärte Kreissprecher Eduard Großkämpfer auf NRZ-Nachfrage.

zuletzt bearbeit am 19.03.2010