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Kleve/Kamp-Lintfort.
Jetzt ist es offiziell:
Kleve und Kamp-Lintfort sind Hochschulstandorte. Gestern wurde die
Hochschule Rhein-Waal in der vorübergehenden Verwaltung in Kleve
gegründet - ein lang ersehntes Bildungshighlight für die Region,
ein ernsthafter Belastungstest für das Gebäude. Etwa 200 Gäste
drängten sich im Foyer, standen auf der Treppe im
Eingangsbereich, einige schafften es gar nicht erst ins Innere des
Gebäudes.
„Die
Erfüllung eines Traums"
Der
Andrang tat der großen Worte indes keinen Abbruch. „Historisch"
sei dieser Tag und „ein erster Meilenstein" erreicht, so
der Kreis Klever Landrat Wolfgang Spreen. Der Klever
Bürgermeister Theo Brauer sprach von der „Erfüllung eines
Traums" und einem „zarten Pflänzchen, das sich zu einem
„amerikanischen Mammutbaum" entwickeln werde. Hochschulrat
Dietmar Möhler vom Innovationsministerium freut sich über eine
„erfolgsversprechende Perspektive" und über eine „gute
Standortentscheidung".
Dabei
waren es nicht nur die Reden oder gar das symbolische Zerschneiden
eines blauen Bandes, weswegen die Besucher angereist waren.
Während
im Erdgeschoss bereits mit Sekt angestoßen wurde, saß im ersten
Stock, linker Gang, ganz hinten rechts, EDV-Spezialist Thomas
Buntrock in seinem neuen Büro. Er war der einzige, der in der
historischen Stunde im Verwaltungsgebäude arbeitete, er wollte
noch in Ruhe zwei, drei Dinge erledigen. „Ich bin dabei, ein
Netzwerk aufzubauen", sagte er. Woran Buntrock virtuell
bastelte, war in der Realität vermutlich der Hauptgrund, warum
sich vom wissenschaftlichen Berater über
Bürgermeister- und Kreistagskandidaten bis hin zum
Landtagspolitiker Vertreter verschiedenster Couleur in Kleve
einfanden. Es galt, Kontakte zu knüpfen.
So
wurden etwa bereits erste Kooperationen mit lokalen und regionalen
Bildungseinrichtungen in (noch) vertraulichen Gesprächen
angebahnt. Vermisst wurde beim Stelldichein der dunklen Anzüge
lediglich der Kamp-Lintforter Bürgermeister Christoph
Landscheidt, den ein später Tagesordnungspunkt in der Ratssitzung
vom Festakt fernhielt.
Mit
der offiziellen Gründung der Hochschule Rhein-Waal hat sich nun
auch die Diskussion über die Standortfrage erledigt. Auch andere
Kommunen hätten gerne die FH bei sich angesiedelt. Bietet der
Standort doch auch in Krisenzeiten „für die heimische
Wirtschaft zahlreiche Chancen und Möglichkeiten, die es ab sofort
zu nutzen gilt", wie Spreen gestern betonte.
Der
Landrat erwartet im Kreis Kleve „tausende von jungen
Studentinnen und Studenten sowie viele Lehrende und
Verwaltungsmitarbeiter", die „mit ihren Familien unser
Leben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in vielfältiger
Weise bereichern werden -und natürlich mit ihrer Kaufkraft einen
nachhaltig wirtschaftlich belebenden Impuls geben." Die
Standortdiskussion lächelte er souverän weg: „In 100 Jahren
denkt da kein Mensch mehr dran."
Die
Hochschul-Präsidentin Marie-Louise Klotz will nun die „große
Herausforderung angehen": Sie will ihre FH „andersartig wie
die Nachbar-Hochschulen in den Niederlanden und NRW machen."
Dafür wolle sie nun viele Gespräche führen und Professoren
gewinnen.
Und
wo gestern schon mal so viele Besucher da waren: „Vergessen sie
nicht, eine Beitrittserklärung zum Förderverein
auszufüllen."
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