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KLEVE.
Stolze 80 Zentner wiegt der Naturstein, der sich mannshoch aus einem
Blumenbeet empor reckt. Manchmal ist er nur in Teilen zu sehen, wenn
die ihn umzingelnden Bäume die langen Astarme ausstrecken und mit
ihren Blättern das Relief verdecken. Das Monument an der
Einmündung des Prinzenhofes in die Nassauerstraße erinnert an
Prinz Johann Moritz von Nassau-Siegen, den Initiator und Baumeister
der Klever Garten- und Grünanlagen. Ursprünglich war auch ein Plan
entwickelt worden, eine Büste des Stadthalters des
Brandenburgischen Kurfürsten Friedrich-Wilhelm im Cerestempel des
Amphitheaters aufzustellen.
„Freilich,
Magistrat und Clever Bürgerschaft haben es ihm nicht immer leicht
gemacht, seiner Freude am Bauen und Graben und Pflanzen zu
frönen", schrieb Chronist Joseph Stapper über den
weltmännischen Nassauer. Ungeachtet aller Knüppel, die dem
wagemutigen Erneuerer seitens der Klever Honoratioren zwischen die
Beine geworfen wurden, stand für den Heimat- und Verkehrsverein
fest: Diesem Manne gebührt ein Denkmal. Und zwar in der Nähe der
Stelle, wo er für sich selbst das monumentale Prinzenpalais gebaut
hatte. Ein Findling aus der Materborner Sandgrube diente als
Trägerstein für das Relief. Diesen Urstein fand Dr. Heinz Will,
Gründer und Vorsitzender des Vereins Bauhütte Schwanenburg, nach
dem Krieg in Materborn. Als Grundlage für das Relief benutzte der
Bildhauer Peter Lipp einen sogenannten „Gnadenpfennig"
(Bildnismedaille), den der Siegener Heimatverein als Vorlage zur
Verfügung stellte. Die Reliefplatte wurde in den Buderusschen
Eisenwerken in Wetzlar gegossen.
Übergabe
am 21. Mai 1966
Der
Klever Heimat- und Verkehrsverein übergab am 21. Mai 1966 das
Denkmal der Öffentlichkeit. Stadtarchivar Dr. Friedrich Gorissen
sprach an jenem Abend über „Kleve 1666" und zitierte aus
Briefen von John Locke, der sich während des Besuchs des Großen
Kurfürsten zu jener Zeit in Kleve aufhielt. Locke, nahm sich „satirisch-heitere
Szenenschilderungen vor, die das wahre Alltagsgesicht des Lebens in
dem damaligen Kleve verdeutlichen", schrieb die NRZ seinerzeit.
„Der Hauptvertreter des englischen Empirismus sah damals überall
in unserer Stadt mit etwas sarkastischer Genauigkeit die Menschen
und ihr Handeln an", hieß es in der NRZ vom 23. Mai 1966.
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