Rainer Hoymann

Schwanenburg in Kleve

eigene Aufnahmen vom 18. Juli 2004 & 11. Juni 2005 (weitere Aufnahmen)

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Das Wappen der Grafen von Kleve: Lilienhaspel mit Edelstein, als Symbol für den "Heiligen Gral".  Hendrick Feltman: Die sechs Herzöge aus dem Haus Kleve - Mark vor der Ansicht der Stadt Kleve, um 1640, Museum Kurhaus Kleve

Grundriss der Schwanenburg, 1785

Bauinspektor H. Brix

aquarellierte Federzeichnung, 365 x 456 mm

Kleve, Museum Kurhaus

Jan de Beijer: Der untere Innenhof der Schwanenburg in Kleve im Jahre 1745. Aquarellierte Federzeichnung, 161 x 206 mm, Haarlem, Stadtarchiv

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Jan de Beijer: Die Burg in Kleve von Süden, 1745. Federzeichnung über Bleistiftskizze, 218 x 287 mm, Kleve, Museum Kurhaus Kleve, Sammlung Angerhausen Ansicht vom Burgberg in Richtung Stiftskirche, rechts: der Marstall An dieser Stelle stand der Rittersaal. Die Pflanzung der Lindenbäume soll die ursprünglichen Ausmaße des Saals wiederspiegeln. Der wiederaufgebaute Schwanenturm
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Im Hintergrund der Spiegelturm Die Schwanenburg ist Sitz des Amts- und Landgerichts Eine Glasabdeckung schützt die Ausgrabung im ... Innenhof. Deutlich ist rechts oben ein Brunnen zu erkennen, der sich auch auf der Federzeichnung von de Beijer wiederfindet.
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Die Galerie im unteren Innenhof ließ Johann Moritz von Nassau durch Pieter Post in den Jahren 1663 - 66 errichten. Der untere Innenhof vom Schwanenturm gesehen. Die Durchfahrt in den oberen Innenhof.
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An die Stelle des zerstörten, vom Torbau Pasqualinis übernommenen Reliefs mit dem Wappen Herzog Wilhelms des Reichen und seiner Gemahlin Maria von Österreich über der Durchfahrt zum Hochschloss trat 1953 ein neuer - von Alfred Sabisch geschaffener - Wappenstein mit dem Karfunkelschild.  Der obere Innenhof Der Schwanenbrunnen von Alfred Sabisch (12. Juni 1905 bis 3. Juni 1986, Kalkar). 1937 kam der gelernte Gold- und Silberschmied nach Kalkar und wohnte dort im Taubenturm.  Nach dem Krieg kehrte Sabisch nach Kalkar zurück. In den 50er Jahren erhielt er zahlreiche öffentliche Aufträge: die Reliefs über dem alten Eingang des Kreishauses und am Uedemer Rathaus, das Wappen an der Emmericher Rheinbrücke, den Schwanenbrunnen... .
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Die Arkaden im Innenhof wurden 1664 errichtet.

 

Der Rittersaal ("Langer Saal"), um 1666

1829 gemalt von Egidius Mengelberg (1770 - 1849) nach einem verschollenen Original, zugeschrieben an Gerrit oder Job Berckheyde

Leinwand, 82,5 x 104,5 cm

Berlin, Staatliches Museen Preußischer Kulturbesitz, Nationalgalerie

Das Portal im oberen Burghof im östlichen Galerieflügel wurde mit staufischen Fragmenten, die aus dem eingestürzten Rittersaal stammen, verziert.

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Eingang zum Schwanenturm

Inschrifttafel über dem Portal zum Schwanenturm eingemauert. Stein, Mitte 15. Jh.. Aus drei Platten zusammengesetzt, die mittlere durchgebrochen. Seitlich gerahmt von profilierten Stäben über Büsten. Inschrift in Minuskeln:

in den jair na gaids geboirte mcccxxxix op den vll dach van october vyel hier op deser plaetse eein groit toirn van graven steen die daar meer dan iii c jair vair gaids geboirte gestaen had ind die hogeborn furste heer adolph die yrste hartog va(n) kleve ind greve vander marke dede die plaetze rume(n) ind desen nyen toirn uyter eerden bis an desen steen toe bynnen denselven jair weder opmueren item ende men segrt das Julius Cesar had de toirn maken die dair voir stond.

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Kaiser Otto III.

Evangeliar Otto III. 

Reichenau, um 1000

München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 4453, fol. 24r 

Die Huldigenden Provinzen

Evangeliar Otto III.

Reichenau, um 1000

München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 4453, fol. 24v 

Roma, Gallia, Germania, Sclavinia (siehe links) in Europa geeint: Vision des Kaisers Otto III.

Am 1. Mai 2004 wurde deren Erfüllung in Kleve gefeiert.

Polnische Katholische Mission am Niederrhein und der Bund der Polen in Deutschland - "Rodlo".

Nikolaus, Bischof von Myra, AD 525

Konzilsvater in Nicatea: der dreieine menschgewordene Gott; Nikolaus, Bekenner, Nothelfer, Kinderfreund. 

Die Kapelle der Schwanenburg war dem Hl. Nikolaus geweiht. Das Nikolaus - Patrozinium kam hier nach Nijmegen und Kleve durch die Kaiserin Theophanu, die  980 im Reichswald Kaiser Otto III. gebar. Am 1. Juni 1980 feierten die polnischen und deutsche Kirche dieses Ereignis in der Klever Stiftskirche.

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Gewölbekeller unterhalb des Spiegelturms. Das sog. "Stauferklo" wurde in den 90er Jahren restauriert. Das Mauerwerk zeigt auf, dass ursprünglich zwei Toilettenstühle nebeneinander bestanden haben müssen (Foto links).
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Glocke im Schwanenturm Geläut der Glocke Fischmarkt (vorne), Hagsche Straße, "Neue Mitte" & Stechbahn (v. l. n. r.)  
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Stechbahn, Hasenberg, Große Straße (v. l. n. r.), oben: Grüner Heideberg & Küfenstraße Große Straße, Mitte links: Stickestraße Große Straße, Mitte: Kloppberg Teile der Unterstadt; Große Straße, Herzogstraße (jew. links), Wasserstraße (vorne)
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Bildmitte: Betriebsgelände der Fa. Clever Stolz, vormals Unilever, vormals van den Berghschen Margarinewerke Mitte links: Großer Markt, im Hintergrund der Tiergartenwald

Aufnahme um 1969

Der Wiederaufbau der Stadtmitte ist weitgehend abgeschlossen.

© Karola Koenen, Borselstege 1, Kleve

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Bildmitte: Minoritenkirche; vorne: Große Straße Vorne links: Spiegelturm; im Hintergrund die Stiftskirche; von rechts unten in die Bildmitte führend: Kirchstraße - oberhalb der Kleine Markt; Mitte rechte bis Mitte oben: Hagsche Straße. Blick in Richtung Kalkar Kermisdahl & Freudenthal

Text der Informationstafel auf dem Gelände der Schwanenburg

Die Burg in der Vergangenheit

Die Schwanenburg, das Stammschloss der Grafen von Kleve, erhebt sich auf einer als Clive (von niederdeutsch "cliff") bezeichneten Randkuppe eines zum Kermisdahl abfallenden Höhenzuges, der sich zwischen Xanten und Nimwegen erstreckt. Diese Klippe wurde namensgebend nicht nur für die sich zu Füßen der Burg entwickelnde Stadt, sondern auch für das Grafengeschlecht, das sich hier im 11. Jahrhundert ansiedelte. Stammvater dieses Geschlechts soll der sagenumwobene Schwanenritter Helias gewesen sein, der durch den Erfolg von Wagners Oper "Lohengrin" wieder ins Bewusstsein der Klever rückte.

Die sichelförmig, sich dem Burgplateau anpassende Anlage geht im Kern wenigstens auf die Stauferzeit zurück. Der einzige ebene Zugang im Süden wurde durch einen künstlich angelegten Halsgraben gesichert und eine Mauer trennte den vorderen, etwa 60 x 60 m messenden Teil von dem kleineren auf der Nordspitze. Hier finden sich auch die ältesten Gebäudeteile im Bereich des großen Wohnturms, der später durch den spätgotischen Schwanenturm ersetzt wurde. Auch der Spiegelturm an der Südwestseite und der Johannisturm am Südende des Ostflügels stammen aus dieser Zeit, wurden aber im 15. Jahrhundert verändert. Während die ausschwingende Westseite der Umfassung nur der Befestigung gedient zu haben scheint, war die fast gerade Ostseite mit Wohn- und Repräsentationsbauten besetzt, ausgehend vom Hochschloss bis zum langgestreckten Palas in der Südhälfte. Dieser, in kleineren Burgen meist als Rittersaal bezeichnete Bauteil war eines der bedeutensten Beispiele romanischer Profanarchitektur. 1771 abgerissen, markieren heute Linden das einstige Zentrum der Burg, vom dem sich bauplastische Fragmente eines mächtigen Säulenportals erhalten haben, die im oberen Schlosshof wiederverwendet sind.

Der 1417 zum Herzog erhobene Adolf I. (1373 - 1448) ließ 1429 den Spiegelturm zum Archiv umbauen, wobei die beiden unteren Stockwerke eingewölbt wurden. Der herzoglich klevische Baumeister Johan Wyrenberg, der sich auch schon als Architekt des Rathauses in Kalkar einen Namen gemacht hatte, ersetzte den 1439 eingestürzten Bergfried durch den über 50 m hohen Schwanenturm. Auf dessen Spitze wurde als Verweis auf die legendäre Abstammung des ersten Grafen ein vergoldeter Schwan befestigt.

Diese Helmbekrönung, sowie die architektonische Form des oberen Zinnenkranzes mit Erkern und achtseitiger Laterne hatte flämische Vorbilder.

Herzog Wilhelm der Reiche (1539 - 1592) ließ dann seine Hofarchitekten aus der Familie Pasqualini mehrere neue Bauteile dem Komplex hinzufügen, die heute alle nicht mehr existieren. Dazu zählt das 1560 errichtete Herzog-Wilhelm oder Außentor und die südlich vom Johannesturm vorgelagerte Kanzlei von 1558, sowie ein beide Gebäude verbindender, niedriger Galerieflügel im Renaissanceformen.

In der Bautätigkeit unter Adolf I. und seinen Nachfolgern spiegelt sich die gewachsene politische und kulturelle Bedeutung des Klever Herrscherhauses, das 1521 durch die Vereinigung der Herzogtümer Jülich und Berg und der Grafschaft Mark und Ravensberg mit Kleve den Zenit seiner Macht erreicht hatte. Die Hochzeit der Klever Herzogin Anna mit König Heinrich VIII. von England 1539 bescherte dem Haus, wenn auch nur für kurze Zeit, sogar königliche Würde.

Nach dem Tod des kinderlos gebliebenen Herzogs Johann Wilhelm, 1609, wurden die vereinigten Herzogtümer unter den Erben aufgeteilt und Kleve, Mark und Ravensberg fielen an Brandenburg. Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, berief dann 1647 Johann Moritz, Graf zu Nassau-Siegen (1604 - 1679), zum Statthalter von Kleve, dem wegen seiner Interessen am Städtebau und an der Landschaftsgestaltung die Stadt seine einzigartigen Parkanlagen verdankt. Mit der Restaurierung der Burg beauftragte er den niederländischen Architekten Pieter Post, der die Anlage 1663 bis 1666 zu einer Barockresidenz umgestaltete. Damals entstanden u. a. ein Zwischenflügel mit einem monumentalen Tordurchgang, der heute als Haupteingang genutzt wird, sowie die Arkadengänge um die beiden Innenhöfe. Die heutige Erscheinung der Schwanenburg geht also grundsätzlich auf diese Veränderungen durch Pieter Post zurück, wobei die Substanz im Laufe der Jahrhunderte erneuert werden musste. Original ist nur noch das Portal von 1664, das westlich der Burg heute den Beginn der Schloßtorstraße markiert.

Im 18. Jahrhundert begann dann der Verfall der Burg, der schließlich zum Abriss großer Gebäudeteile (darunter der Palasflügel mit abschließendem Johannisturm) führte. Nach Rückgabe der französisch besetzten, linksrheinischen Gebiete an Preußen ließ die nun auf der Schwanenburg angesiedelte Justizverwaltung nach 1828 größere Umbauten vornehmen, so den Einbau eines Untersuchungsgefängnisses anstelle des von Johann Moritz errichteten Zwischentraktes. Diese Maßnahmen bedeuteten allerdings den Untergang aller ursprünglichen Innenräume und der dort vorhandenen Baudekoration.

Bei einem alliierten Luftangriff am 7.10.1944 sank die Burg dann schließlich - und mit ihr die Stadt - in Schutt und Asche. Doch dank des Engagements der von Dr. Heinz Will gegründeten "Bauhütte Schwanenburg", die sich seit 1948 für den Wiederaufbau von Turm und Burg einsetzte, gehörte die Schwanenburg zu den ersten Baudenkmälern Kleves, die nach dem Krieg, wenn auch in reduzierten Formen, wiederhergestellt wurden.

Die Burg heute

Seit 1950 erhebt sich das Wahrzeichen der Stadt, der Schwanenturm, wieder weithin sichtbar über die niederrheinische Tiefebene. Der Komplex beherbergt heute das Land- und Amtsgericht.

Zu besichtigen sind im Turm Wechselausstellungen zum Thema Fotographie und die auf mehrere Geschosse verteilte geologische Sammlung, sowie eine heimatkundliche Dokumentation. All diese Aktivitäten werden vom Klever Heimat- und Verkehrsverein getragen. Im Erdgeschoss des Spiegelturms befindet sich der ehemalige Archivkeller, der einzige andere öffentlich zugängliche Raum der Burg. Hier wurde 1985 bei Restaurierungsarbeiten eine doppelsitzige Toilettenanlage aus dem 12. Jahrhundert entdeckt (sogn. "Stauferklo"). Der im Jahr 1986 gegründete Verein "Freunde der Schwanenburg" kümmert sich vor allem um die Wiederherstellung und Erhaltung der Teile der Burg, die nicht von der Justizverwaltung genutzt werden können.

Kunstführer und Literatur rund um die Schwanenburg sind an der Kasse des Geologischen Museums im Turm erhältlich.

Öffnungszeiten:

April - Oktober, täglich 11 - 17 Uhr

November - März, Sa./So. 11 - 17 Uhr

zuletzt bearbeit am 31.05.2007