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Fotos aus "Kellen - eine Wanderung ..."

 

Historischen Lehrpfad „Via Cellina“ -

Stehle an der "Alten Kirche" zum Thema

"Alte Kirche

 Kellen"

Eine kurze Chronik und Rundgang durch die Alte Kirche Kellen - Hrsg. Pfarramt St. Willibrord Kellen (pdf-Datei, 299 kb).

"Der Patron der Pfarrgemeinde Kellen ist der heilige Willibrord. Es liegt daher nahe, zumal der Heilige nicht ohne Grund auch der "Apostel des Niederrheins" genannt wird, die Gründung der ersten Kirche in Kellen auf ihn zurückzuführen. Für diese Annahme fehlen jedoch jegliche Beweise.

Bauuntersuchungen gehen davon aus, dass an der Stelle der heutigen Alten Kirche ein rund 5 x 5 Meter großes Baptisterium (Taufkapelle) gestanden hat. Die ältesten Mauerteile sowie der im Turm befindliche Memorienstein des Laien Grimold, der wahrscheinlich in der Kirche bestattet wurde, stammen vermutlich aus dem 10. Jahrhundert. Um die Jahrtausendwende (1000) entstand das romanische Kirchenschiff, denn am 6. Mai 1069 bestätigt Papst Alexander II. in einer Urkunde die Besitzansprüche des Klosters Echternach an der Kirche in Kennele (Kellen). Dies ist der älteste urkundliche Beweis für ein Gotteshaus in der Gemeinde.

In den nachfolgenden Jahrhunderten erfolgte der schrittweise Ausbau der Alten Kirche. Um 1200 entstand die Südsakristei, um 1400 der gotische Chorraum. In dieser Zeit erhielt das Gotteshaus auch vermutlich den ersten Glockenturm. In einer Urkunde vom 8. Juni 1587 wird berichtet, dass der Turm unbedingt zu "unterfangen und zu reparieren" sei, da er sonst einzustürzen drohe. Dies geschah offensichtlich nicht, so dass der Turm um 1590 zusammenbrach und 1596 wiederaufgebaut wurde.

Rund um die Alte Kirche befand sich auch der Friedhof der Gemeinde. Ein altes Grabkreuz auf dem Rasen an der Kirche mit der Inschrift "Am 2. Mai des Jahres 1618 starb Hendrick Verfifei - Betet für die Seele", weist darauf hin. Dieser Heinrich von der Viehweide war Gutspächter auf dem Hammschen Hofe gewesen. Bis zum Jahre 1905 fanden alle Gemeindemitglieder unmittelbar an der Alten Kirche ihre letzte Ruhestätte. Danach machte das rasche Bevölkerungswachstum der Industriegemeinde Kellen die Schaffung eines neuen größeren Friedhofs am heutigen Willibrordpark erforderlich.

Das Innere der Alten Kirche bietet eine Vielzahl von Kostbarkeiten aus allen Jahrhunderten, wie etwa die Holzskulptur der hl. Anna Selbdritt von Dries Holthuys (15. Jh.), die kunstvoll geschnitzte Kanzel (1724), die Kirchenfenster von Wilhelm Schlüter (1955) und Paul Weigmann (1985), das Armreliquiar und das Portal von Waldemar Kuhn sowie das Eichenschnitzwerk von Pierre Theunissen (1986).

Um die Alte Kirche zu erhalten, hat es in der Vergangenheit vielfältige Aktivitäten gegeben. Zu nennen sind hier die Anstrengungen, die Pfarrer Joseph Bullmann in den 30er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts unternahm. Sie wurden fortgesetzt von seinem Nachfolger Pfarrer Wilhelm von Ooyen in den 60er und 70er Jahren. Am 30. November 1981, Pfarrer an St. Willibrord war Theodor Boymann, wurde die "Bauhütte Alte Kirche Kellen" gegründet, die es sich zur Aufgabe machte, die notwendigen Geldmittel für die Sanierung des Kellener Gotteshauses zu beschaffen. Durch eine Vielzahl von Aktivitäten bei der sich alle Kellener Vereine und Gruppierung beteiligten, wies der Kontostand der "Bauhütte" am Ende des Jahres 1984 einen Betrag von mehr als 180.000 DM auf. Am 16. Mai 1985 konnte die Alte Kirche Kellen feierlich wieder eröffnet werden."

zuletzt bearbeit am 25.09.2005