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Fotos aus "Kellen - eine Wanderung ..."

 

 

Historischen Lehrpfad „Via Cellina“ -

Stehle an der Kreuzung "Neerfeld-, Reeser Straße, Goldacker", Kellen zum Thema

"Schlacht im Cleverhamm"

"Das Neerfeld (Neerveld) bezeichnet das Niederungsgebiet zwischen Kellen und Warbeyen. Kellener Straßennamen wie Flaesbloem und Biesenkamp belegen ebenfalls, dass es sich um ein in weiten Teilen sehr feuchtes Gebiet handelte. Auf diesem Neerveld fand am 7. Juni des Jahres 1397 die für die Geschichte des Klever Landes bedeutende Schlacht im Cleverhamm statt:

Es standen sich damals als Gegner Herzog Wilhelm II. von Berg auf der einen sowie Dietrich von Cleve (Graf von der Mark) und sein Bruder Graf Adolf II. von Cleve auf der anderen Seite gegenüber. Der formelle Grund, der zu den Kämpfen führte lag in einem Streit über eine Jahresrente von 2.400 Goldgulden aus dem Rheinzoll bei Kaiserswerth. Der Graf von Mark, Dietrich, hatte diese Rente im Jahre 1393 zugesprochen bekommen. Gleichzeitig stellten aber auch Margarethe von der Mark und ihr Mann Philipp von Falkenstein Ansprüche auf diese Einnahmen. Nachdem diese ihre Forderungen nicht durchsetzen konnten, machte 1395 Herzog Wilhelm II. von Berg Ansprüche auf die Rente aus dem Rheinzoll geltend. Wilhelm war bereits mit 17 Jahren in den Herzogstand erhoben worden und regierte ein Territorium das von Duisburg im Norden bis zu Siegen im Süden reichte. Nachdem sich die Grafschaften Cleve und Mark seit dem Jahre 1391 durch die Regentschaft der beiden Brüder Adolf und Dietrich quasi in einer Hand befanden, fühlte sich Herzog Wilhelm von Berg in einer Umklammerung aus der er sich zu befreien suchte. Dabei kam ihm die Geltendmachung der Ansprüche auf die Rente aus dem Rheinzoll Kaiserwerth gerade recht. Er kündigte deshalb bereits im Jahre 1395 an, diese Ansprüche notfalls auch mit der Waffe durchzusetzen.

Im Frühjahr des Jahres 1397 fiel Herzog Wilhelm von Berg in die Grafschaft Cleve ein und zog brandschatzend den Rhein entlang bis zur Burg Lobith, bis er schließlich nach Cleve kam. Graf Adolf von Cleve und Graf Dietrich von der Mark stellten sich den feindlichen Truppen und konnten schließlich auf dem Neerveld Herzog Wilhelm und seine Verbündeten besiegen. 90 Ritter und 2.000 bewaffnete Männer gerieten in Gefangenschaft. Herzog Wilhelm von Berg wurde entmachtet, die Position der Grafen und späteren Herzöge von Cleve festigte sich. Denn nur ein Jahr später kam Dietrich von der Mark bei der Belagerung der Burg Elberfeld ums Leben. Mark und Cleve wurden in der Hand von Graf Adolf II. vereinigt. An diese Schlacht im Cleverhamm erinnerte noch über Jahrhunderte ein Denkmal, das Streitkreuz, das in alten Flurkarten verzeichnet ist und auf dem Gebiet des heutigen Finanzamtes stand."

zuletzt bearbeit am 02.09.2007