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Friedrich
Gorissen: Geschichte der Stadt Kleve von der Residenz zur
Bürgerstadt von der Aufklärung bis zur Inflation, Kleve 1977, S.
626 ff
Statt
eines Nachwortes
Die
Totenstadt an der Lindenallee oder eine Stadt verliert ihr
Gedächtnis
Johan-Heinrich-Georg
Hopman, Notar und von 1806 bis 1813 Bürgermeister der Stadt, hatte
das Grundstück zwischen der Lindenallee und der Galgenstege
(Frankenstraße) seiner Stadt geschenkt. Er hatte nicht erst der
staatlichen Anordnung bedurft, welche die Verlegung der Friedhöfe
aus den geschlossenen Wohnsiedlungen hinaus forderte. Die
aufgeklärten Patrioten hatten dies schon lange vor dem Einmarsch
der Revolutionsarmee verlangt. Als aber am 1. September 1811 der von
einem liberalen Protestanten der Kommune geschenkte
gemeinschaftliche Ruheplatz für die Einwohner Kleves hier feierlich
eingeweiht wurde, da herrschte nicht mehr ein aufgeklärtes Kapitel
über dem katholischen Kleve, sondern der eifernde Pastor Bredenbeek,
welcher Wälle und Gräben zwischen den Ruhestätten der Bekenner
eines verschiedenen Glaubens verlangte. Vielleicht denkt dieser
geistliche Führer, daß sogar auch noch die Totengebeine anderer
Glaubensgenossen einen ketzerischen Rumor unter den Gebeinen seiner
heimgegangenen Schafe anheben möchten? Er sucht daher den
Ungeweihten in Zeiten den Paß abzuschneiden, damit sie sich nicht
in seine geweihten Erdschollen einschleichen können! Der
scharfsehende, hocherlauchte Mann! So hatte der friedfertige
Kopstadt noch im Jahre 1811 den Konfessionshader um den neuen
Friedhof beklagt. Als aber am 26. Oktober 1825 der neu angekaufte
Teil für die katholische Gemeinde eingeweiht wurde, ging es unter
einem versöhnlichen Nachfolger friedlicher zu. Um neun Uhr morgens
versammelten sich die Mitglieder des Stadtrats in der großen
Kirche, wo ein feierliches Hochamt abgehalten wurde. Herr
Oberpfarrer Arens hielt eine kräftige Rede, worin er die Bedeutung
der Feierlichkeit auseinandersetzte. Nach geendigter Rede setzte
sich die Prozession in Bewegung, welcher sich die hier anwesenden,
zu dieser Feierlichkeit eingeladenen Geistlichen, die städtischen
Behörden, alle Lehrer des hiesigen Gymnasiums und der Stadtschulen
und viele Einwohner anschlössen. Unter Begleitung einer guten Musik
sang ein Chor von festlich gekleideten jungen Mädchen und
Gymnasiasten einige recht schöne Lieder und begab sich der Zug zum
Friedhofe, wo der Herr Oberpfarrer Arens in Gegenwart einer großen
Zuschauermenge diesen neuen Teil des Begräbnisplatzes nach dem
hergebrachten Rituale einsegnete. Die Prozession zog jetzt wieder
zur Kirche zurück, wo der an die Gemeinde erteilte Segen diese
fromme Handlung endigte.
Er
lag noch jahrzehntelang weit vor der Stadt, von den Gemüsegärten
der Bürger geschieden durch die Ringstraße. Die majestätische
Lindenallee führte hier durch die Felder. Da war der Kirchhof mit
seiner dunklen Backsteinmauer und den 1837 gepflanzten Lärchen
dahinter wie eine feierlich-ernste Toteninsel inmitten der Äcker.
Die einzigen Gebäude in der Umgebung waren nur die Griesenbecksche
Scheune an der Südseite und das 1838 errichtete Leichenhaus,
gegenüber dem Hauptportal an der Lindenallee, im Materborner Feld.
Ein Alleekreuz teilte das Rechteck in zwei protestantische Viertel
im Süden und die katholische Hälfte im Norden; als diese zu klein
wurde, erwarb die Stadt im Jahre 1875 noch einen Streifen hinzu.
Nachdem der kleine Exerzierplatz neben dem Kirchhof frei geworden
und in absehbarer Zeit eine Vergrößerung des Kirchhofes notwendig
werden wird, sah die Stadt im Jahre 1901 eine Möglichkeit, den
Friedhof bis an den Breiten Weg (Römerstraße) zu erweitern. Die
Frage war nur, ob dies bei dem damaligen Wachstum der Stadt eine
dauerhafte Lösung sein werde. So machte man sich mit dem Gedanken
vertraut, anderswo Gelände für einen neuen Friedhof zu suchen.
Doch tat man sich nicht leicht mit dem Entschluß, sprachen doch
Gründe der Pietät dafür, den alten, seit hundert Jahren
bestehenden Friedhof so lange wie eben möglich zu erhalten.
Im
Schnittpunkt des Alleenkreuzes stand ein Kirchhofkreuz, das im Jahre
1890 einer Ruine glich. Fleischhauer im Stadtrat: Es sei ihm stets
aufgefallen, daß dieses aus dem Anfange des Jahrhunderts stammende
Bauwerk schon allein vom Gesichtspunkte der Pietät und Ästhetik
betrachtet in einem für den Friedhof und für eine Stadt wie Kleve
unwürdigen Zustande sich befinde. Man sprach gar von einem
stillosen Backsteinbau. Das 1811 errichtete Denkmal war nie sehr
beliebt gewesen. Gustav von Velsen beschrieb es als eine eigene
Zusammenstellung von Formen, die aber von keinem sonderlichen
Geschmacke zeugt. Das Untergestell, ein längliches massiv
aufgemauertes Viereck, trägt einen Aufsatz von Sandstein in der
Form einer kurzen, abgestumpften Pyramide; darauf steht eine kleine
steinerne Säule, welche eine eiserne Kugel mit einem
ausgearbeiteten eisernen Kreuze trägt. Auf den vier Seiten des
Sockels wie auf den Pyramidenflächen waren Schrifttafeln mit
passenden Bibelstellen angebracht. Am Rande der etwas
vorspringenden, 6 Zoll hohen gemauerten Unterlage des Ganzen steht
auf jedem Eckstein: 1811, 1. Septemb. Das ungeliebte Denkmal war,
sich selbst überlassen, allmählich verfallen.
So
fiel die Anregung, ein neues Denkmal dahin zu setzen, auf
fruchtbaren Boden. Vollendet war es in den ersten Maitagen 1892. Es
war auf geschmackvoll stilisiertem und sauber von dem klever
Steinmetzen Karl Heys ausgeführten Unterbau aus verschiedenem
Bruchsteinmaterial eine Kreuzigungsgruppe. Ein in grauem Sandstein
ausgeführtes massives Kreuz trägt einen in sehr hellem
marmorähnlichen Sandstein gemeißelten, fast lebensgroßen
Christuskörper. Zur rechten Seite des Crucifixus steht auf
ausspringender Konsole das Bild der Mutter Jesu, zur linken das des
Jüngers Johannes, beide Figuren aus dem gleichen weißlichen
Sandstein. Diese drei Bilder — übrigens angeregt durch die Gruppe
des kalkarer Triumphkreuzes — hat der durch seine vielen, in der
hiesigen Pfarrkirche vorhandenen Arbeiten in Kleve längst auf's
rühmlichste bekannte Künstler van der Gelt in Herzogenbusch
geliefert. Vergebens haben wir nach dem Schöpfer des dem
monumentalen Aufbau zugrunde gelegten Planes gefragt. Ihm gebührt
jedenfalls nicht minder wie den Ausführenden die lauteste
Anerkennung. Ob denn niemand van der Gelt den Entwurf zugetraut hat?
Es
gibt nur wenige Beschreibungen vom Friedhof und seinen Denkmälern
aus der Feder kenntnisreicher und sicher urteilender Zeitgenossen.
Kaum einer hat ein Auge gehabt für die schlichten Grabplatten, die
vorwiegend im protestantischen Teil des Friedhofes lagen, still,
unaufdringlich, ernst und solide innerhalb des schmiedeeisernen, von
Efeu überwucherten Gittergevierts, Zeugen der bürgerlichen Kultur
der holländischen Kolonie, welche das Bild gerade dieses
Friedhofsteiles bestimmte. Salomo Heringa, der kleefsche Hollander,
ein häufiger Gast des schönen Kirchhofs, wo er sommers im Schatten
der Bäume sich niedersetzt, hat dort manchen Grabstein mit
holländischen Namen gefunden. Doch ihre Träger waren oft schon
verschlissen, als sie kamen, oder alt, sehr alt, als sie
hinschieden. Es ist ein wehmütiger Genuß, daß man so viele
holländische Namen findet, deren Besitzer hier ihre letzte
Ruhestätte gefunden haben. Von diesen Namen notierte ich: Angelbeek,
Banning, Baumhauer, Beguin, Bichon, de Bie, Bosquet, de Salve de
Bruneton, Bussemaker, Centen, Collet, Dozy, van Dam tot Brakel,
Delprat, v. d. Dobbelsteen, Doorninck, Drabbe, Falck, Fundter,
Gheel-Gildemeester, de Groot, d'Harvent, Herfst, Harzeele, Heshusius,
't Hooft, Hooft, Hasselman, Horsting, de Jonge van Dreischor,
Kluytenaar, Kraai, v. Lang, Leendertz, van Lijnden, Mathijssen,
Mauvillon, Mulder, Nagel, van Oos, de Bruyn-Ouboter, v. Pelt, Plemp,
Pool, v. d. Pütt, Ranzow, Remy, Roos, Rudolfs, v. Sandick, Schade
van Westrum, Scholten, Schoorn, Sinkel (vor fünf Jahren traf ein
Blitzstrahl den Grabstein, unter dem Herr S. ruht. Wahrscheinlich,
um diese Besonderheit zu erhalten, wird daran nichts
wiederhergestellt); Tavenraat, Toenij, Trautmann, Hoogenhouck,
Tulleken, Twiss, v. Veen, Verlegh, Visser, v. d. Vijver, van
Wassenaar, Weinhagen, Wille, van der Wijck usw. Er hätte in dieser
Reihe auch die Grabplatte von B. C. Koekkoek nennen können. Es gab,
da auf dem katholischen Begräbnisplatz vorwiegend Holzkreuze
standen, bis in die siebziger Jahre nur wenige Denkmäler im
eigentlichen Sinne wie das von Dr Theodor Arntz. Nicht alle
Familien, schrieb ein Besucher im Jahre 1886, können ein so
schönes Denkmal haben wie die Familie Effertz. Das waren fein
gezeichnete neogotische Hochkreuze, wie sie der Steinmetz
Caspar-Joseph Grod schuf. Kurz vor der Jahrhundertwende geht der
amsterdammer Schriftsteller Kalff über den lärchenumsäumten
Friedhof. Drinnen ist der Raum gefüllt mit Ziersträuchern,
Trauerweiden, Akazien und einer bemerkenswerten Vielfalt von Blumen.
Ich sehe Geranien, Hortensien, Astern, Goldlack, Fuchsien,
Chrysanthemen, Beete voller Veilchen, am meisten aber Rosen; der
Wind streut ihre wohlriechenden Blätter zu Hunderten über die
Grabplatten, seit ein Mensch aufhörte seine Handvoll Blumen auf den
Sarg des Blutsverwandten fallen zu lassen. Monumentale Denkmäler
sah er auch nur wenig außer dem 1892 errichteten Kalvarienberg;
einen einzelnen schön gehauenen Engel; eine gotische Denksäule von
glänzend poliertem Marmor, weiß und schwarz; ein künstlerisch
getriebenes Gitter oder ein ungewöhnliches Kreuzbild. Aber die
Kreuze bilden die große Mehrzahl der Grabmäler, Kreuze von Eisen,
Holz oder Stein in allerlei Größe und Beschaffenheit. Wenn der
Winter alle Bäume entblättert hat, diesen kleinen Wald von
Sträuchern und Trauerweiden, dann muß ein Wald von Kreuzen übrig
bleiben. Neben der Rose nimmt das Efeu hier viel Platz ein. Bei
einigen Gräbern ist nicht allein das schwere Eisengitter mit einem
lebenden Kleid von Immergrün umhüllt, sondern auch die Grabplatte
gänzlich überwuchert und unsichtbar geworden; gewiß ist die
liebevolle Hand, welche den Stein mit der Inschrift freizuhalten
pflegte, längst selber erstarrt. Auf einigen ist, bezeichnendes
Symbol aus der Pflanzenwelt, Schlafmohn gepflanzt und scheint daran
zu erinnern, daß der Tod der Zwillingsbruder des Schlafes ist.
Andere sind mit bescheidenen Veilchen bedeckt, und wenn auch hier
und da Kreuz und Grabstein fehlen, so hält doch ein Rahmen von
kantigen Fels- und Bruchsteinen das kleine Gärtchen umfaßt,
worinnen Flora's Kinder sich im warmen Sonnenlicht kuscheln. Die
meisten Gräber haben am Fußende ein Betbänkchen;
Immortellenkränze hängen hier zu Dutzenden. Was die Aufschriften
betrifft - hier wie anderswo sind es die gebräuchlichsten Texte aus
der Offenbarung und den Apostelbriefen, die Gemeinplätze aus der
Bibel. Nur wenige tragen eine Elegie eigener Erfindung. So bei einem
Kindergrab, welches unter den Worten »Hier ruht unser liebes
Söhnchen« die Zeilen trägt:
Ich
war der Mutter Trost, wie auch des Vaters Freude
Doch
liebte Gott mich mehr als beide;
Drum
kam er früh zu mir.
Und
sprach: Lieb Kind, nun folge mir!
Drum,
liebe Eltern, tröstet Euch:
Gott
nahm mich in sein Himmelreich.
Groß
ist die Zahl zierlicher, mit feingefingertem Laub geschmückter
Sträucher und Tännchen. Ihnen wenigstens wird der Winter das
Grün, die Farbe der Hoffnung, nicht nehmen, wird sie eher
schmücken mit Schnee, weißer als das Leichentuch des Toten
darunter war. Die Natur, die sich immer verjüngt, gibt hier
schönere Zier als die Hand des Künstlers, als die vom Rost
tätowierten eisernen Kruzifixe, als die wurmstichig gewordenen
Kreuze, die eingesunken und gerissenen Grabplatten, die
umgestürzten Gitter. Doch auch in der vergänglichen Zier - welch
eine andere Auffassung als die der alten Völker! Spricht nicht eine
völlig abweichende Anschauung des Todes aus der Weise, worauf
Griechen und Römer ihre Urnen, ihre Sarkophage zu schmücken
pflegten mit Jagden, Tänzen, Spielen und Festgelagen? All das
Darstellungen aus dem vollen Menschenleben, welche vom Tod des
Individuums wieder nach dem Weiterleben der Menge, der Menschheit
zurückführen sollten. Hier
aber trifft das Auge auf nichts anderes als auf trauernde Genien,
umgekehrte Fackeln, gekappte Säulen und den Schmerzensmann am
Kreuz.
Die
Gartenbänke, welche hier und da unter dem Baumwerk stehen, machen
solche Gedanken möglich oder regen sie an. Der Ort ist so ruhig,
obschon er hart an der öffentlichen Straße liegt, daß die Vögel
unbesorgt in den Trauerweiden kwinkelieren, die Bienen zwischen den
Blumen summen und Eidechsen einander auf den Grabplatten nachlaufen.
Es ist hier der wahre Fried-Hof, wo — ja — so manche Hoffnung
begraben wurde, aber auch so manches Leiden ein Ende fand. R.I.P.
auf dem klever Kirchhof ist kein leeres Wort. Am 1. Juli 1908 wurde
der Friedhof an der Linde geschlossen; es fanden noch lange Jahre
Bestattungen in den Erbbegräbnissen statt. Dann begann er selbst
dahin zu sterben. Am 26. August 1913, als sich Tausende zur
Säkularfeier an Theodor Körners Grab im mecklenburgischen
Wöbbelin versammelten, begab sich in Kleve Joseph Broekmann zu der
einsamen Ruhestätte von Körners Freund Ludwig Nagel. Noch ist das
Grab vorhanden, auf ihm eine eiserne Tumba mit sinnreichen Sprüchen
und geziert mit Helm nebst Federbusch und Schwert. Noch war die
Schrift zu lesen: Dr Christ. Samuel Gottl. Ludw. Nagel, Ritter des
eisernen Kreuzes, Direktor des Gymnasiums zu Cleve, geboren zu
Schwerin 18. April 1787, gest. zu Cleve 26. April 1827. Und die
Verse: Tief als Forscher / Kühn als Streiter / Deutscher Jugend
Treuer Leiter / Schützt' er fromm / Mit Wort und Hand / Ehre,
Freiheit, Vaterland. Aber: Wie traurig sieht dieses Denkmal eines
Freiheitshelden aus Deutschlands großer Zeit aus! Ein Sockel ist
vollständig verschwunden, Risse geben das Innere Wind und Unwetter
preis. Kein Blumenschmuck. Der Zahn der Zeit nagt an dem Denkmal,
das unsere Großväter gesetzt haben.
Wäre
dem alten Friedhof nur ein sanfter, friedlicher, heiterer Tod
beschieden gewesen! Aber die gleichen Sittenwächter, welche das
Stadttheater schlössen, weil es die Bürger auch vergnügen wollte,
rissen die schützende Mauer nieder, damit sich nicht in ihrem
Schütze Liebende niederließen. Dann schlug das städtische
Gartenamt zu, dasselbe, das bald darauf den bezaubernden
romantischen Forstgarten zu einem »Volkspark« umgestaltete. Wer
als naturhungriger Großstädter seine Ausflüge öfter nach Kleve
lenkt und auch die intimen Reize dieser Stadt kennen und schätzen
gelernt hat, dem ist sicher auch der dortige alte Friedhof nicht
unbekannt, auch wenn ihn nicht die Ruhestätte eines alten, schon
lange dahin geschiedenen Freundes dorthin zieht. Aber er wird in
diesem Jahre (1930) eine arge Enttäuschung erleben. Wo bisher
grüne Büsche die alten Gräber anmutig umschatteten und
mannigfache Blütenpracht mit Farben und Düften im Frühling und
Sommer den Besucher erfreuten, da begegnet der Blick jetzt nur noch
kaltem Grabgestein und vereinzelten Koniferen. Denn restlos ist
alles Buschwerk abgeholzt. Die Stadtverwaltung reagierte gereizt auf
die Empörung; und in dem Maße wie das Buschwerk wieder nachwuchs,
wich auch die Empörung über bürokratische Barbarei der Gewöhnung
an das vertraute Bild dieses verwunschenen Gartens. Die verjagten
Vögel kamen wieder und nisteten. Und ward auch der alte Friede nach
dem Abbruch der Mauer gestört durch den Straßenlärm und die
vielen eiligen Passanten, welche den offen daliegenden Park auf dem
Wege zur Innenstadt kreuzten, so war dieser alte Friedhof doch immer
noch der Ort, an dem Kleves Geschichte in den Grabmälern seiner
Toten sichtbar weiterlebte. Wer konnte auch ahnen - wer wollte denn
wahrhaben, daß ein Zeitalter der Barbarei heraufziehen würde, dem
nicht einmal dieser heilige Ort heilig sein werde!
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