Rees 

Rheinpromenade

Aufnahmen vom 3. Februar 2007

© Rainer Hoymann

rees00.jpg
259.75 KB

 

Kurzer geschichtlicher Überblick

6. bis 9. Jh

Auf einer Rheininsel entstand eine erste Siedlung, aus der sich ein bedeutender Handelsplatz entwickelte. Ein Kloster wurde gebaut; die Gründung eines Stiftes erfolgte durch den Grafen von Zutphen. Als Schutz und Befestigung sicherte ein Ringwall aus Holz und Erde die Siedlung.

1228  

erhob der Kölner Erzbischof Heinrich von Molenmark Rees zur Stadt; Rees ist die älteste Stadt am unteren Niederrhein.  

1289  

begannen die Reeser mit dem Bau der Stadtmauer, die nach und nach Wall und Graben ersetzte. Weitere Befestigungsbauten mit Türmen, Mauern und Gräben entstanden in der Folgezeit.  

1283 – 1540

wurden fünf Stadttore errichtet.  

15. – 16. Jh.  

entwickelte sich Rees zu einer der sieben bedeutendsten Städte des zwischenzeitlich erhobenen Herzogtums Kleve. In dieser Zeit wirtschaftlichen Aufschwunges entstanden zahlreiche Bürgerhäuser, Rathaus und Kirche. Die Nordwestbastion wurde nach „Dürer’scher Manier" errichtet.  

1609 – 1648  

Bau einer neuen Befestigungsanlage nach niederländischer Besetzung.  

1761  

beginnt eine neue Phase der Festungsbauten in Rees unter französischem Einfluss mit spitz auslaufenden Bastionen, breiten Gräben und einem Glacis, die in den folgenden Jahren verfielen und im 19. /20. Jh. weitgehend einplaniert wurden. 

rees01.jpg
155.21 KB
rees02.jpg
118.27 KB
rees03.jpg
239.59 KB
Die Rheinmauer schützt die Stadt vor Hochwasser. Die Reeser Rheinbrücke.  
rees04.jpg
155.37 KB
rees05.jpg
148.74 KB
rees06.jpg
154.34 KB
rees07.jpg
176.22 KB
Oben: Historische Pegelstände

rosalie

> Wind-Spiel <

Kinetische Installation von 7 Objekten, 2003

Die Arbeit >Wind-Spiel< der Stuttgarter Künstlerin rosalie. die sich für die Stadt Rees mit den Elementen befasst hat, ist als farbiger Gruß an die Menschen auf dem Rhein und am Ufer zu verstehen, als Zeichen der Bewegung und Lebensfreude.

rees08.jpg
131.78 KB

Rechts: Tertiär-Quarzit

Der Findling stammt vermutlich aus dem Raum Köln-Düsseldorf. Er entstand lange vor der Eiszeit aus Meeressanden, die durch auskristallisierte Kieselsäure zu Gestein verfestigt wurden.

Während der Eiszeit wurde er. in einer großen Eisscholle eingeschlossen, als sogenannter ..Driftblock" aus dem Süden der niederrheinischen Bucht nach Rees verfrachtet.

rees09.jpg
233.84 KB
rees10.jpg
192.93 KB
rees12.jpg
215.31 KB
rees11.jpg
145.73 KB

Stadtmauer

Spätmittelalterliche Stadtmauer, erbaut Ende 13. Jh. an der Rheinseite. Die Stadtbefestigung bot Schute gegen Rheinhochwasser, feindliche Belagerungen. Überfälle usw.. Die Stadtmauer ist im Schnitt sechs Meter hoch und 60-80 Zentimeter tief.

rees13.jpg
205.63 KB
rees14.jpg
171.80 KB
rees15.jpg
205.90 KB

Wassertor

Beurkundet 1417.

Das aus Backsteinen aufgemauerte Wassertor bestand

aus einem mächtigen Turm mit Eck-Erkertürmchen

und einem zurückgesetzten Satteldach.

Durch dieses fußläufige Tor erreichten

Schiffer und Fischer die Zolleinnahmestelle

am Ende der heutigen Empfängerstraße,

den Markt, die Kirche und Geschäfte.

Pegelturm

Der nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Pegelturm zeigt den Schiffern den Rheinpegel Rees (nicht identisch mit der Tiefe des Rheinstromes) an. Bei Normalwasserstand ist der Rhein im Räume Rees durchschnittlich sechs Meter tief. Der Pegel Rees dagegen beträgt dann 2.70 Meter. Der Pegelturm ist eine Einrichtung des Wasser- und Schiffahrtsamtes Duisburg-Rhein mit Sitz in Duisburg-Homberg. Der Turm ist also nicht Bestandteil der spätmittelalterlichen Reeser Stadtbefestigung.

Alter Zollturm (Töldersturm)

Erbaut 1299. Bestandteil der im ersten Abschnitt erbauten Stadtmauer. Er diente zur Überwachung des Kölner und später des Klever Rheinzolles. Die Basaltsteine im Untergeschoss stammen aus den damaligen erzbischöflischen Steinbrüchen im Siebengebirge.

rees16.jpg
118.62 KB
rees17.jpg
68.03 KB
rees18.jpg
86.69 KB
Älteste Ansicht der Stadt Rees aud dem Jahr 1591. Blick auf die Rheinfront von Rees im Jahr 1653. Die Einnahme der Doppelfestung Rees am 8. Juni 1672 durch den französischen König Ludwig XIV.
rees19.jpg
185.92 KB
rees20.jpg
213.21 KB
rees21.jpg
219.79 KB
Oben: Rheinbrücke Rees.

Unten: Im Hintergrund die Weseler Kirche.

16,703 km bis zur Landesgrenze Preußen - Holland; auf der Rückseite: 670,000 km bis Basel, 154,450 km bis Rotterdam, 335,227 km von der Landesgrenze Hessen - Preußen; auf der Rückseite: LXVII über AP (d. h.: 67 Meter über Amsterdamer Pegel)
rees22.jpg
58.59 KB
rees23.jpg
237.56 KB
rees24.jpg
225.60 KB

Mitte oben: Mühlenturm

Erbaut 1470

Sein Unterbau besteht aus Basaltsteinen der ehemaligen Burg Aspel. Der Turm wurde als Windmühle zum Mahlen der Gerberlohe benutzt. Er bot der Stadt Schutz gegen schweren Eisgang des Rheins und diente, da er mit kleinen Mauergeschützen bestückt werden konnte, der Stadtverteidigung. Seit der Renovierung im Jahre 1984 durch den VVV Rees dient er als Aussichtsturm und gewährt einen weiten Blick über die niederrheinische Tiefebene.

rees25.jpg
201.24 KB
rees26.jpg
173.04 KB
rees29.jpg
165.87 KB

Rondell

Offenbar die hohen Kosten des Stadtmauerbaues scheuend, begannen die Stadtbürger erst 60-70 Jahre nach der Stadterhebung 1228 ihre Rheinfront mit einer steinernen Mauer zu befestigen. Noch während dieser Baumaßnahme fassten sie den Entschluss, die einst dem Rhein direkt zugewandte Südostecke nachträglich mit einem Rundturm zu bewehren. Dieser Wehrturm wird schon 1329 als Rundeyl - Rondell - erwähnt. Auch in anderen Städten wie Kalkar (1354 rundell) und Kleve (1369 rondeel) existierten seinerzeit Rondelle. Im damaligen Sprachgebrauch waren dies freilich noch keine Artilleriebauten, sondern vielmehr bullige, bastionsartige Rundtürme. Erst im 15. Jahrhundert wandelten sich diese zu speziellen Wehrbauten für Feuerwaffen.

Das heute stehende Rondell ist das Produkt eines höchst komplizierten Wachstumsprozesses, der aus einem kleineren Rundturm über mehrere Um- und Ausbauphasen bis Ende des 16.Jahrhunderts den jetzigen Baukörper schuf. Dieser zeigt eine grob halbovale, mehrfach im Verlauf unregelmäßig gebrochene Gestalt mit geschrägten, d.h. dossierten Wänden. Auffällig sind die zahlreichen Flickungen der Außenhaut, die ein beredtes Zeugnis davon ablegen, wie oft der Rhein durch Hochwasser und Eisgang dieses exponiert gelegene Bauwerk beschädigte. Denn bis 1671 floss der Rhein in einer weiten Schleife direkt auf das Rondell zu (sein Altbett ist noch gut zu erkennen). Erst der mühsame Kurvendurchstich ab 1654, der den jetzigen Rheinverlauf erzeugte, entlastete die Bausubstanz spürbar.

Das alte Rondell wurde um 1520 der neuen Wehrtechnik angepasst, indem man es rundum erweiterte und mit Schießkammem versah. Hierbei erhielt das Südwesteck zur effizienten Bestreichung der Rheinfront ein eingezogenes Ohr, ein sog. Orillon (siehe „Bastei am Westring"). Ein solches wurde nach Norden nicht benötigt, da dort zeitgleich ein mächtiges bolwerck - die Streichwehr unter dem Bosman-Museum - entstand. Von der südlichen Schießkammer hat sich eine später vermauerte Maulscharte für Hakenbüchsen und kleinkalibrige Geschütze erhalten; eine das Ohr seitlich durchdringende Scharte wurde nicht realisiert. Um 1583 erfolgte eine weitere „Modernisierung", indem man die nördliche Schießkammer erneuerte und mit einem Tonnengewölbe sowie zwei Rundlochscharten versah. Zugleich wurde auch die südliche Schießkammer eingewölbt. Beide Gewölbe enthielten Deckenluken zur besseren Belüftung und zum Abzug des Pulverdampfes. Als die Franzosen das Rondell nach 1758 offenbar als Munitionsdepot nutzten, verdämmten sie das Gebäudeinnere weitgehend und legten auf einem wesentlich höheren Niveau jene gewölbten Korridore an, die das Rondell noch heute stadtseitig erschließen.

Statische Probleme im Inneren der südlichen Kasematte führten 2002/2003 zuerst zu einer Baliuntersuchung inklusive archäologischer Schürfungen, dann zu einer statischen Sicherung.

Das Rondell wurde im Frühjahr 2003 durch das Seminar für Burgenforschung (Deutsche Burgenvereinigung e.V.) fachgerecht teilentschuttet.

rees28.jpg
182.45 KB
rees27.jpg
81.29 KB
rees30.jpg
175.29 KB

Mitte oben: Die Sage vom Bärenwal!

Im Krieg gegen die Niederlande hatten die Spanier im Jahre 1598 auch die Festung Rees besetzt. Auf den Wällen standen bei Tag und Nacht die spanischen Wachtposten.

Nun wollte ein spanischer Hauptmann die Furchtlosigkeit seiner Soldaten erproben. In das Fell eines Bären gehüllt, erschien er, aufrecht gehend und laut brummend, nachts auf dem Festungswall. Bei seinem Anblick warfen die meisten Soldaten ihre Waffen fort und flohen erschreckt.

Nur einer zeigte Mut. Er legte an, schoß, und der Bär fiel zu Boden. Beim Nachschauen fand man in dem Fell den toten Hauptmann.

Seit diesem Ereignis nennt man diesen Teil des Stadtwalles "Am Bär".

VVV Rees, 1995

rees33.jpg
199.43 KB
rees31.jpg
230.59 KB
rees32.jpg
82.40 KB

Kath. Kirche Rees

Die erste „feste" Kirche wurde von Gräfin Irmgaris von Aspel im romanischen Stil erbaut und um 1040 fertiggestellt. Nach einem Brand im Jahr 1245 wurde diese Kirche, die der Mutter Gottes geweiht war, „St. Mariä Himmelfahrt", zu einer fünfschiffigen Kirche, im gotischen Stil umgebaut. Es war die bedeutendste Kirche, gotischer Bauart, neben dem Xantener Dom, am Niederrhein. Zur Zeit der Säkularisation befand sich die Kirche in einem sehr schlechten baulichen Zustand, so dass 1811 Gewölbe im Mittelschiff und Chor zusammenbrachen und 1817 der Glockenturm einstürzte. Die zerstörte Kirche wurde völlig abgetragen. Die neue klassizistische Kirche, Achse Nord-Süd, wurde in der Zeit von 1820 – 1828 erbaut, und zwar nach dem Entwurf des Bauinspektors Carl-Gottlieb Heermann, Kleve. Die Genehmigung des Neubaus erfolgte durch Karl-Friedrich Schinkel, Berlin. Der klassizistische Neubau der zu den eindruckvollsten  Beispielen rheinischer Baukunst der Goethezeit zählte, wurde 1945 bis auf die Umfassungsmauern und Reste des östlichen Turmes zerstört. Zwischen 1958 und 1971 erfolgte der stilgerechte Wiederaufbau. http://www.katholische-kirchen-rees.de

rees34.jpg
206.25 KB
Links: Blick auf den Marktplatz.

zuletzt bearbeitet am 27.08.2010