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Kurzer
geschichtlicher Überblick |
| 6.
bis 9. Jh |
Auf
einer Rheininsel entstand eine erste Siedlung, aus
der sich ein bedeutender
Handelsplatz entwickelte. Ein Kloster wurde
gebaut; die Gründung eines Stiftes erfolgte durch
den Grafen von Zutphen. Als
Schutz und Befestigung sicherte ein Ringwall
aus Holz und Erde die Siedlung. |
| 1228
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erhob
der Kölner Erzbischof Heinrich von Molenmark Rees
zur Stadt; Rees ist die älteste Stadt am unteren
Niederrhein.
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| 1289
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begannen
die Reeser mit dem Bau der Stadtmauer, die nach
und nach Wall und Graben ersetzte. Weitere
Befestigungsbauten mit Türmen, Mauern und Gräben
entstanden in der Folgezeit.
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| 1283
– 1540 |
wurden
fünf Stadttore errichtet.
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| 15.
– 16. Jh.
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entwickelte
sich Rees zu einer der sieben bedeutendsten
Städte des zwischenzeitlich erhobenen Herzogtums
Kleve. In dieser Zeit wirtschaftlichen
Aufschwunges entstanden zahlreiche Bürgerhäuser,
Rathaus und Kirche. Die Nordwestbastion wurde nach
„Dürer’scher Manier" errichtet.
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| 1609
– 1648
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Bau
einer neuen Befestigungsanlage nach
niederländischer Besetzung.
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| 1761
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beginnt
eine neue Phase der Festungsbauten in Rees unter
französischem Einfluss mit spitz auslaufenden
Bastionen, breiten Gräben und einem Glacis, die
in den folgenden Jahren verfielen und im 19. /20.
Jh. weitgehend einplaniert wurden. |
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| Die
Rheinmauer schützt die Stadt vor Hochwasser. |
Die
Reeser Rheinbrücke. |
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Oben:
Historische Pegelstände |
rosalie
>
Wind-Spiel <
Kinetische
Installation von 7 Objekten, 2003
Die
Arbeit >Wind-Spiel< der Stuttgarter Künstlerin
rosalie. die sich für die Stadt Rees mit den Elementen
befasst hat, ist als farbiger Gruß an die Menschen auf
dem Rhein und am Ufer zu verstehen, als Zeichen der
Bewegung und Lebensfreude. |

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Rechts:
Tertiär-Quarzit
Der
Findling stammt vermutlich aus dem Raum Köln-Düsseldorf.
Er entstand lange vor der Eiszeit aus Meeressanden, die
durch auskristallisierte Kieselsäure zu Gestein
verfestigt wurden.
Während
der Eiszeit wurde er. in einer großen Eisscholle
eingeschlossen, als sogenannter ..Driftblock" aus dem
Süden der niederrheinischen Bucht nach Rees verfrachtet. |

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Stadtmauer
Spätmittelalterliche
Stadtmauer, erbaut Ende 13. Jh. an der Rheinseite. Die
Stadtbefestigung bot Schute gegen Rheinhochwasser,
feindliche Belagerungen. Überfälle usw.. Die Stadtmauer
ist im Schnitt sechs Meter hoch und 60-80 Zentimeter tief. |

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Wassertor
Beurkundet
1417.
Das
aus Backsteinen aufgemauerte Wassertor bestand
aus
einem mächtigen Turm mit Eck-Erkertürmchen
und
einem zurückgesetzten Satteldach.
Durch
dieses fußläufige Tor erreichten
Schiffer
und Fischer die Zolleinnahmestelle
am
Ende der heutigen Empfängerstraße,
den
Markt, die Kirche und Geschäfte. |
Pegelturm
Der
nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Pegelturm
zeigt den Schiffern den Rheinpegel Rees (nicht identisch
mit der Tiefe des Rheinstromes) an. Bei Normalwasserstand
ist der Rhein im Räume Rees durchschnittlich sechs Meter
tief. Der Pegel Rees dagegen beträgt dann 2.70 Meter. Der
Pegelturm ist eine Einrichtung des Wasser- und
Schiffahrtsamtes Duisburg-Rhein mit Sitz in
Duisburg-Homberg. Der Turm ist also nicht Bestandteil der
spätmittelalterlichen Reeser Stadtbefestigung. |
Alter
Zollturm (Töldersturm)
Erbaut
1299. Bestandteil der im ersten Abschnitt erbauten
Stadtmauer. Er diente zur Überwachung des Kölner und
später des Klever Rheinzolles. Die Basaltsteine im Untergeschoss
stammen aus den damaligen erzbischöflischen Steinbrüchen
im Siebengebirge. |

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| Älteste
Ansicht der Stadt Rees aud dem Jahr 1591. |
Blick
auf die Rheinfront von Rees im Jahr 1653. |
Die
Einnahme der Doppelfestung Rees am 8. Juni 1672 durch den
französischen König Ludwig XIV. |

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| Oben:
Rheinbrücke Rees.
Unten: Im Hintergrund die
Weseler Kirche. |
16,703
km bis zur Landesgrenze Preußen - Holland; auf der
Rückseite: 670,000 km bis Basel, 154,450 km bis
Rotterdam, |
335,227
km von der Landesgrenze Hessen - Preußen; auf der
Rückseite: LXVII über AP (d. h.: 67 Meter über
Amsterdamer Pegel) |

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Mitte
oben: Mühlenturm
Erbaut
1470
Sein
Unterbau besteht aus Basaltsteinen der ehemaligen Burg
Aspel. Der Turm wurde als Windmühle zum Mahlen der
Gerberlohe benutzt. Er bot der Stadt Schutz gegen schweren
Eisgang des Rheins und diente, da er mit kleinen
Mauergeschützen bestückt werden konnte, der
Stadtverteidigung. Seit der Renovierung im Jahre 1984
durch den VVV Rees dient er als Aussichtsturm und gewährt
einen weiten Blick über die niederrheinische Tiefebene. |

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Rondell
Offenbar
die hohen Kosten des Stadtmauerbaues scheuend, begannen
die Stadtbürger erst 60-70 Jahre nach der Stadterhebung
1228 ihre Rheinfront mit einer steinernen Mauer zu
befestigen. Noch während dieser Baumaßnahme fassten sie
den Entschluss, die einst dem Rhein direkt zugewandte Südostecke
nachträglich mit einem Rundturm zu bewehren. Dieser Wehrturm
wird schon 1329 als Rundeyl - Rondell - erwähnt.
Auch in anderen Städten wie Kalkar (1354 rundell) und
Kleve (1369 rondeel) existierten seinerzeit
Rondelle. Im damaligen Sprachgebrauch waren dies freilich
noch keine Artilleriebauten, sondern vielmehr bullige,
bastionsartige Rundtürme. Erst im 15. Jahrhundert
wandelten sich diese zu speziellen Wehrbauten für
Feuerwaffen.
Das
heute stehende Rondell ist das Produkt eines höchst
komplizierten Wachstumsprozesses, der aus einem kleineren
Rundturm über mehrere Um- und Ausbauphasen bis Ende des
16.Jahrhunderts den jetzigen Baukörper schuf. Dieser
zeigt eine grob halbovale, mehrfach im Verlauf
unregelmäßig gebrochene Gestalt mit geschrägten, d.h.
dossierten Wänden. Auffällig sind die zahlreichen
Flickungen der Außenhaut, die ein beredtes Zeugnis davon
ablegen, wie oft der Rhein durch Hochwasser und Eisgang
dieses exponiert gelegene Bauwerk beschädigte. Denn bis
1671 floss der Rhein in einer weiten Schleife direkt auf
das Rondell zu (sein Altbett ist noch gut zu erkennen).
Erst der mühsame Kurvendurchstich ab 1654, der den
jetzigen Rheinverlauf erzeugte, entlastete die Bausubstanz
spürbar.
Das
alte Rondell wurde um 1520 der neuen Wehrtechnik
angepasst, indem man es rundum erweiterte und mit
Schießkammem versah. Hierbei erhielt das Südwesteck zur
effizienten Bestreichung der Rheinfront ein eingezogenes
Ohr, ein sog. Orillon (siehe „Bastei am Westring").
Ein solches wurde nach Norden nicht benötigt, da dort
zeitgleich ein mächtiges bolwerck - die
Streichwehr unter dem Bosman-Museum - entstand. Von der
südlichen Schießkammer hat sich eine später vermauerte
Maulscharte für Hakenbüchsen und kleinkalibrige
Geschütze erhalten; eine das Ohr seitlich durchdringende
Scharte wurde nicht realisiert. Um 1583 erfolgte eine
weitere „Modernisierung", indem man die nördliche
Schießkammer erneuerte und mit einem Tonnengewölbe sowie
zwei Rundlochscharten versah. Zugleich wurde auch die
südliche Schießkammer eingewölbt. Beide Gewölbe
enthielten Deckenluken zur besseren Belüftung und zum
Abzug des Pulverdampfes. Als die Franzosen das Rondell
nach 1758 offenbar als Munitionsdepot nutzten, verdämmten
sie das Gebäudeinnere weitgehend und legten auf einem
wesentlich höheren Niveau jene gewölbten Korridore an,
die das Rondell noch heute stadtseitig erschließen.
Statische
Probleme im Inneren der südlichen Kasematte führten
2002/2003 zuerst zu einer Baliuntersuchung inklusive
archäologischer Schürfungen, dann zu einer statischen
Sicherung.
Das
Rondell wurde im Frühjahr 2003 durch das Seminar für
Burgenforschung (Deutsche Burgenvereinigung e.V.)
fachgerecht teilentschuttet. |

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Mitte
oben: Die Sage vom Bärenwal!
Im
Krieg gegen die Niederlande hatten die Spanier im Jahre
1598 auch die Festung Rees besetzt. Auf den Wällen
standen bei Tag und Nacht die spanischen Wachtposten.
Nun
wollte ein spanischer Hauptmann die Furchtlosigkeit seiner
Soldaten erproben. In das Fell eines Bären gehüllt,
erschien er, aufrecht gehend und laut brummend, nachts auf
dem Festungswall. Bei seinem Anblick warfen die meisten
Soldaten ihre Waffen fort und flohen erschreckt.
Nur
einer zeigte Mut. Er legte an, schoß, und der Bär fiel
zu Boden. Beim Nachschauen fand man in dem Fell den toten
Hauptmann.
Seit
diesem Ereignis nennt man diesen Teil des Stadtwalles
"Am Bär".
VVV
Rees, 1995 |

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Kath.
Kirche Rees
Die
erste „feste" Kirche wurde von Gräfin Irmgaris von
Aspel im romanischen Stil erbaut und um 1040
fertiggestellt. Nach einem Brand im Jahr 1245 wurde diese
Kirche, die der Mutter Gottes geweiht war, „St. Mariä
Himmelfahrt", zu einer fünfschiffigen Kirche, im
gotischen Stil umgebaut. Es war die bedeutendste Kirche,
gotischer Bauart, neben dem Xantener Dom, am Niederrhein.
Zur Zeit der Säkularisation befand sich die Kirche in
einem sehr schlechten baulichen Zustand, so dass 1811
Gewölbe im Mittelschiff und Chor zusammenbrachen und 1817
der Glockenturm einstürzte. Die zerstörte Kirche wurde
völlig abgetragen. Die neue klassizistische Kirche, Achse
Nord-Süd, wurde in der Zeit von 1820 – 1828 erbaut, und
zwar nach dem Entwurf des Bauinspektors Carl-Gottlieb
Heermann, Kleve. Die Genehmigung des Neubaus erfolgte
durch Karl-Friedrich Schinkel, Berlin. Der klassizistische
Neubau der zu den eindruckvollsten
Beispielen rheinischer Baukunst der Goethezeit
zählte, wurde 1945 bis auf die Umfassungsmauern und Reste
des östlichen Turmes zerstört. Zwischen 1958 und 1971
erfolgte der stilgerechte Wiederaufbau. http://www.katholische-kirchen-rees.de |

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Links:
Blick auf den Marktplatz. |