Winterimpressionen von Forst- und Tiergarten

2009 / 2010

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EIN BAUM ERINNERT SICH

Diese 220 Jahre alte Baumscheibe stammt von einer Weihmutkiefer, die durch den Sturm Kyrill am 19. Januar 2007 gefällt wurde. Julius Ernst von Buggenhagen, der Präsident der kleve-märkischen Kriegs- und Domänenkammer, der den Forstgarten inden Jahren um 1788 als "Neue Plantage" anlegte, schätzte diese Baumart sehr. Von den über 100 Exemplaren, die er 1786 / 88 von C. Pronk in Arnheim bezog, sind mehrere bis heute erhalten geblieben.

Der Forstgarten wurde 1822 -1830 nach Plänen von Maximilian Friedrich Weyhe im Landschaftstil umgeformt.

1787

In meinem ersten Lebensjahr findet die Erbhuldigung von König Friedrich Wilhelm II als Nachfolger von Friedrich dem Großen (+ 1786) statt.

1793

Julius Emst von Buggenhagen, der Gründer des Forstgartens, wird als Ober-Kammerpräsident in Kleve vom Freiherrn vom Stein, dem späteren Staatsreformer, abgelöst.

1794

Der linke Niederrhein wird von Truppen der französischen Revolutionsarmee besetzt.

1801

Eingliederung des linken Niederrheins in die Republik Frankreich.

1809

Johanna Sebus stirbt beim Versuch Nachbarn aus dem Hochwasser bei Brienen zu retten.

1816

Kleve wird erneut Regierungssitz, doch nur für fünf Jahre.

1822

Maximilian Friedrich Weyhe erhält den Auftrag zur Neugestaltung des Forstgartens.

1841

Der Maler Barend Cornelis Koekkoek gründet in Kleve ein "Zeichen-Collegium".

1846

Eröffnung des Friedrich-Wilhelms-Bads. Es setzt ein kräftiger Aufschwung des Klever Kurbetriebs ein.

1848

Im Revolutionsjahr vertritt Dr. Aegidius Arntz den Kreis Kleve auf der National-Versammlung in Frankfurt.

1860

Kleve wird Garnisonsstadt der 56 er.

1863

Die Stadt erhält einen Bahnhof und Eisenbahnanschluss.

1888

Für Kleve bricht mit der Betriebsaufnahme der van den Bergh'schen Margarinefabrik in der Nachbargemeinde Kellen das Industriezeitalter an.

1898

Das Gebiet der Stadt Kleve wird von 179 ha auf 664 ha erweitert und umfasst jetzt erstmalig auch den Bereich des Forstgartens.

1908

Gustav Hoffmann trennt sich von seinem Partner Fritz Pannier und gründet eine eigene Schuhfabrik.

1914

Der Anfang des Ersten Weltkriegs, der Verwundete und Tote, Kriegszwangswirtschaft und den Einbruch des Klever Kurbetriebs bringt.

1918

Der Erste Weltkrieg endet mit einem Waffenstillstand. Kleve wird von belgischen Truppen besetzt.

1933

Der Machtergreifung durch Hitler und die N.S.D.A.P. folgt bald die Verfolgung von politischen Gegnern und Juden.

1938

In der Reichsprogromnacht wird die Klever Synagoge durch Brandstiftung der SS u. SA ein Opfer der Flammen.

1939

Mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen löst Hitler den Zweiten Weltkrieg aus.

1940

Deutsche Truppen überfallen die westlichen Nachbarländer. In Kleve sterben erstmalig Menschen bei einem Fliegerangriff.

1941

Die Ermordung, der auch in Kleve verbliebenen Juden, in den Vernichtungslagern nimmt seinen Anfang.

1944

Die Klever Innenstadt wird bei einem alliierten Bombenangriff am 7. Oktober größtenteils vernichtet Es sterben mehr als 500 Bürger und Bürgerinnen.

1945

Die Vertreibung des Nazi-Regimes am Niederrhein fängt am 7. Februar mit einem erneuten großen alliierten Bombenangriff auf niederrheinischen Städte an. Die Einwohner werden gegen Kriegsende zur Absicherung des alliierten Rheinübergangs vorübergehend in Bedburg interniert. Der zweite Weltkrieg endet nach deutscher Kapitulation im Mai. 

1948

Nach der Währungsreform kann erst recht mit dem Wiederaufbau begonnen werden.

1950

Zwei Meilensteine beim Wiederaufbau werden erreicht: das Richtfest des Schwanenturms und die

Einweihung der Unterstadtkirche.

1957

Abschluss der ersten Phase des Wiederaufbaus mit der Weihe der bis 1968 noch turmlosen Stiftskirche.

1969

Durch eine große Kommunalreform wächst das Stadtgebiet auf 97,40 Quadratkilometer.

1989

Auf Einladung der Stadt Kleve besucht eine Gruppe ehemaliger jüdischer Mitbürger und Mitbürgerinnen die Stadt.

1995

Durch Inkrafttreten des Abkommens von Schengen öffnen sich die europaischen Innengrenzen.

1997

Das Museum Kurhaus Kleve wird eröffnet.

2006

Mit der Schließung der Elefanten GmbH als Nachfolgerin der Hoffmann-Schuhfabrik endet in Kleve die Ära der industriellen Schuhproduktion.

2007

Gemeinsam mit zahlreichen anderen Bäumen in Kleve und im Reichswald falle Ich am 18. Januar 2007 dem Sturm "Kyrill" zum Opfer.

Jahresringe im Holz

Bedingt durch die Jahreszeilen und die winterliche Wachstumsruhe, entstehen charakteristische Jahresringe im Holz. Zu Beginn der Wachstumsperiode im Frühjahr bilden sich großvolumige Zellen und Gefäße. Dieses so genannte Frühholz ist als der helle Teil eines jeden Jahresringes erkennbar. Später im Jahr werden die Zellen dann deutlich engvolumiger und bilden den dunklen Teil des Jahresringes, das Spätholz.

Die extrem unterschiedliche Ausbildung der Jahresringe entsteht durch die wechselnden Standortbedingungen. Im hellen Teil des Holzes unterhalb der Rinde sind die wasserleitenden Zellen des Holzes.

Freunde des Forstgartens haben mir dieses Denkmal gesetzt.

KISTERS-STIFTUNG

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© Rainer Hoymann, 10.01.2010

zuletzt bearbeit am 10.01.2010