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IM
KOCHTOPF BESTATTET ...
Speziell für das Grab gefertigte Keramik gab es bei den Germanen nicht. Neben Koch- und Essgeschirr wurden sogar Vorratsgefäße für die Bestattung verwendet. Das Kochgefäß enthielt die verbrannten Überreste eines Germanen. Mit einem Alter von 50 bis 70 Jahren hatte der Mann für damalige Verhältnisse ein äußerst hohes Lebensalter erreicht. |
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DAS NEUE DER RÖMISCHEN KULTUR
Die römische Kultur brachte radikale Neuerungen an den Niederrhein. Erstmals wurde in dieser Region geschrieben. Schriftlichkeit schuf eine sichere Grundlage für die alltäglichen Geschäfte und in Rechtsangelegenheiten. Und sie war Voraussetzung für das Funktionieren einer umfassenden Verwaltung und Bürokratie. Die Regeln des Zusammenlebens wurden zum ersten Mal nicht von heimischen Stammesführern bestimmt, sondern von einem fernen Machtzentrum - Rom und seinem Kaiser. In dessen Auftrag wechselten hohe Amtsträger in rascher Folge ihre Posten im gesamten Römischen Reich. |
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MODESCHMUCK AM NIEDERRHEIN
Über die Kleidung der Germanen am Niederrhein ist nur wenig bekannt. Zur Tracht gehörten ein oder zwei Fibeln, mit denen die Mäntel verschlossen wurden. Sie funktionierten wie unsere heutigen Sicherheitsnadeln.
Bei den Frauen waren außerdem Armringe und Perlen aus Glas beliebt. Die Schmuckstücke wurden an den Niederrhein importiert und waren daher vermutlich teuer. |
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Um 12 v. Chr. kamen die ersten römischen Truppen nach Xanten. Erstmals erklang eine völlig neue Sprache am Niederrhein - Latein. Die Kolonnen tausender schwer bewaffneter Soldaten müssen sehr fremd auf die Bevölkerung gewirkt haben. Die Marschkolonne aus Legionärshelmen steht stellvertretend für die vielen Militärs, die von nun an das Erscheinungsbild des Xantener Raumes für Jahrhunderte prägen sollten. |
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WARENSTRÖME FÜR DAS MILITÄR
Das römische Militär versorgte sich soweit wie möglich selbst. Der Bedarf an Gütern aller Art konnte aber nur zu einem geringen Teil aus der Region selbst gedeckt werden. Grundnahrungsmittel wie Getreide, Olivenöl und Wein wurden aus Frankreich,Spanien und Italien importiert. Ebenfalls aus dem Mittelmeerraum bezog man Luxusgüter wie Bronzegefäße, Glas und Möbel. Viele Baustoffe mussten aus entfernten Gegenden herbei geschafft werden. Ziegel wurden dagegen von den Soldaten vor Ort hergestellt.
HERRSCHAFT IN STEIN
Im Legionslager Vetera I auf dem Fürstenberg standen einst große steinerne Gebäude. Es waren die ersten dauerhaften Bauten am Niederrhein: vor den Römern war der Steinbau hier unbekannt. Die Bevölkerung lebte in einfachen Fachwerkhäusern. Die monumentale Militärarchitektur muss die Einheimischen tief beeindruckt haben. Von den gewaltigen Gebäuden sind
heute nur noch kleinste Bruchstücke erhalten.
NEUE MENSCHEN NEUE TECHNIKEN
Mit der römischen Besetzung des Niederrheins kam eine neue Technik ins Rheinland: die Ziegelproduktion. Die Armee produzierte ihr Baumaterial selbst. Der neue Baustoff wurde erstmals bei Errichtung des Lagers auf dem Fürstenberg eingesetzt. Die Ziegel hatten verschiedene Formen, die mit ihrer jeweiligen Funktion zusammenhingen. |
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DIE FEINE LEBENSART DER OBERSCHICHT
Die Legionskommandeure des 1. Jahrhunderts n. Chr. gehörten dem senatorischen Adel Roms an. Jeder Senator musste über ein Mindestvermögen von einer Million Sesterzen verfügen. Das entsprach 10.000 Goldstücken. Ein einfacher Soldat erhielt etwas mehr als neun Goldstücke Sold pro Jahr. Auch während ihrer Dienstzeit am Niederrhein pflegten die hohen Offiziere einen luxuriösen Lebensstil. |
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DER LETZTE ANSTRICH - GRABSTEIN EINES MALERS
Tieberius Iulius Tertius war Maler. Sein Grabstein ist der früheste Nachweis eines Handwerksberufes in Xanten. Zu tun gab es genug: Gebäude wurden von außen getüncht, Wände im Innern bemalt, Grabsteine farbig gefasst. |
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EIN
GERMANISCHER KUNDSCHAFTER?
Die reiche Grabausstattung gehörte einem einheimischen
Soldaten. Er erhielt nach germanischer Sitte Waffen und ein
Trinkhorn mit ins Grab. Die aus Italien importierten
Metallgefäße belegen den engen Kontakt mit der römischen
Kultur. Germanen übernahmen für das römische Militär die
Sicherung von Verkehrswegen oder dienten als Späher. Das
Grab stammt aus einem germanischen Gräberfeld 18 km
südlich von Xanten. |
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FLÜGEL DER MACHT - STATUETTE DER VICTORIA
Die geflügelte Siegesgöttin Victoria verkörpert die römische Herrschaft in besonderer Weise. Sie steht auf einem Globus und hält den Siegeskranz in ihrer Hand. Die kleine Figur ist ein getreues Abbild der Statue, die den Giebel der Curia auf dem Forum Romanum in Rom krönte. In diesem Gebäude tagte der Senat Die Senatoren bildeten die Führungsschicht des römischen Reiches. |
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ALTE GÖTTER IN NEUEM GEWAND
Der Glaube an keltisch-germanische Gottheiten lebte unter römischer Herrschaft weiter. So ist ein Stier mit drei Hörnern nur im östlichen Gallien verbreitet und belegt keltische Glaubensvorstellungen. Die Statuetten des Mars sind schwieriger zu deuten: Von einem Relief in Rom weiß man, dass der keltische Camulus wie der römische Kriegsgott dargestellt wurde. |
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REITEN FÜR ROM
Die Bataver waren ein germanischer Volksstamm und lebten am Niederrhein. Sie galten nicht nur als hervorragende Reiter, sondern auch als besonders tapfer und kriegstüchtig. Viele Bataver dienten deshalb nach der Eroberung dieses Gebietes durch Rom in den berittenen römischen Hilfstruppen. Nach dem Tod Kaiser Neros kam es bei diesen Einheiten zur Revolte. Die Bataver fügten den römischen Truppen mehrere schwere Niederlagen zu. Zahlreiche Xantener Fundstücke vermitteln ein umfassendes Bild von der Ausrüstung der Hilfstruppen. |
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ROMS SIEG -
DAS ENDE DES BATAVERAUFSTANDES
Der Bataveraufstand am Niederrhein endete im Jahr 70 n. Chr. mit dem Sieg Roms. Anschließend errichteten die römischen Legionäre ein großes Siegesdenkmal. Der Text nennt die VI. Legion, die bei den Kämpfen maßgeblich beteiligt war. Der ursprünglich 2,40 m hohe Inschriftenstein dokumentiert den Abschluss der kriegerischen Vorgänge. Die Wiederherstellung der römischen Ordnung am Rhein wurde mit diesem Monument öffentlich hervorgehoben.
NEUBEGINN UND AUFSCHWUNG
Der Bataveraufstand wurde mit dem Einsatz zahlreicher Legionen niedergerungen. In der Folgezeit wurden die Militäranlagen am Niederrhein wieder aufgebaut. Der Standort des Zweilegionenlagers Vetera wurde jedoch aufgegeben. Ein neues Lager für nur eine Legion entstand auf der Bislicher Insel. Im Mittelalter wurde es vom Rhein weggespült. Friedliche Verhältnisse begünstigten die Entwicklung der zivilen Siedlung in Xanten. In den drei Jahrzehnten bis zur Gründung der Colonia Ulpia Traiana vergrößerte sich der Ort zunehmend.
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DIE COLONIA ULPIA TRAIANA ALS LEBENSRAUM
In der Colonia Ulpia Traiana lebten mehr als 10.000 Menschen. Die Spuren ihrer Häuser, Läden und Werkstätten geben Auskunft über Berufe, Gewerbe und Handel. Sie sagen etwas über die soziale und ökonomische Stellung, über den Geschmack und das alltägliche Leben ihrer Bewohner aus.
Die Lebensader der Stadt war der Rhein. Er sorgte für eine gute Verkehrsanbindung. Über den Hafen wurden Waren aller Art eingeführt. Baumaterial und Massengüter kamen mit Frachtschiffen nach Xanten. Straßen erschlossen das Umland.
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KULT IM HOF - DIE DENKERIN?
Minerva ist die Göttin der Weisheit und Beschützerin des Handwerkes. Sie ist
normalerweise mit Helm, Schild, Lanze und Ägis ausgestattet Die Ägis ist ein Umhang,
auf dem ein Medusenhaupt zur Abwehr von Unheil angebracht ist. Unsere Minerva trägt nur Ägis und Helm.
Ungewöhnlich ist, dass sie nachdenklich die Hand
ans Kinn gelegt hat. Ursprünglich war sie im Hof eines Wohnhauses zusammen mit der thronenden
weiblichen Gottheit aufgestellt. |
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STUMMER DIENER
antiker Bronzefund nördlich der Alpen. Wen die Jünglingsstatue zeigt, ist nicht ganz sicher. Nackter Körper, langes Haar sowie der reich mit Blumen und Früchten verzierte Kranz erinnern an die Schutzgeister (Genien) der Jahreszeiten. In den ausgestreckten Händen hielt er ein Tablett. Er übernahm so die Funktion eines stummen Dieners. Die Figur könnte zur Ausstattung eines Legatenpalastes in Vetera I gehört haben. Sie wurde anscheinend gewaltsam von ihrem Sockel entfernt. Handelt es sich um verlorenes Beutegut der Schlacht von Vetera im Jahre 70 n. Chr.?
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XANTEN - EIN ZENTRUM ANTIKER LEDERPRODUKTION?
Rinder lieferten nicht nur Fleisch und Milch, sondern auch Häute für Leder und Knochen für Leim. Besonders die Lederverarbeitung muss am Niederrhein eine zentrale Rolle gespielt haben. Mit lulius Quietus ist ein Leder verarbeitender Handwerker aus der Colonia Ulpia Traiana namentlich bekannt. Lederprodukte waren Schuhe, Sättel, Zaumzeug, Zeltplanen und Schildbezüge.
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AUF DEM RHEIN
Waren aller Art gelangten auf dem Rhein in die Colonia Ulpia Traiana. Als Transportmittel dienten hauptsächlich Lastkähne. Bauholz kam aus dem Rhein-Main-Gebiet. Mit eisenbeschlagenen Stakstangen brachten Flößer die Stämme in die gewünschte Position. Zu großen Flößen zusammengebunden, wurden sie rheinabwärts gebracht. |
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TRENDWENDE - FRÄNKIN IM 7. JH.
Die Tracht der fränkischen Frau änderte sich im 7. Jahrhundert. Deutlicher als zuvor ähnelten sich nun Fränkin und Romanin. Die Rekonstruktion ihrer Kleidung ist schwierig, da die Stoffe fast immer vergangen sind. Kenntnisse über Schnitt und Tragweise lassen sich nur indirekt aus den Grabbeigaben ablesen. Die Lage der Funde erlaubt Rückschlüsse auf Kleidung und Tracht. |
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OHNE FRANZISKA - FRANKE IM 7. JH.
Rang und Stellung des Kriegers in der fränkischen Gesellschaft bemaßen sich an Zahl und Qualität der Waffen. Waffenbeigaben in Gräbern sollten seinen Status auch im Jenseits sichern. Der Krieger trug das zweischneidige Langschwert (Spatha), das einschneidige Kurzschwert (Sax), Lanze und Schild. Von seiner Kleidung sind meist nur noch die Gürtelbeschläge erhalten. |
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