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Hendrik Feltman

Stadtprospekt von Ost, 1653, Kupferstich, 4 Platten, zusammen 408 x 2162 mm, Museum Kurhaus, Kleve

aus: Friedrich Gorissen - Conspectus Cliviae ... (Kleve, Boss-Druck und Verlag, 1964)

 

Hendrik Feltman, vielleicht um 1610 zu Kalkar geboren. Historien- und Landschaftsmaler. Sein Vater Gerit starb 1631/32 zu Kleve. Dort ist Feltman seit 1637, als er für das Kollegialstift vier Prozessionsfahnen malt, als Maler tätig; er wird auch in diesem Jahre geheiratet haben. Am 11. Februar 1645 wurde er mit 30 anderen Passagieren des weseler Marktschiffes auf Nimwegen auf dem Rhein bei Griethausen durch spanische Soldaten überfallen und nach Geldern gebracht; seine Frau bemühte sich am 13. Februar um seine Auslösung. Am 10. Juli 1647 beauftragte ihn die Stadt Nimwegen, er möge diese Stadt met eene penne pertinentelick afteyckenen ende daervan leveren twe cairten; die eene cleyn, om in het cairtboeck dat te Amsterdam uytgegeven wordt, gestelt; ende die ander in een groot plan dat in die raedtkamer gehangen sal worden. Der kleine Plan wurde in Kupfer gestochen und im Toonneel der steden van de Vereenighde Nederlanden (Amsterdam, Joan Blaeu) aufgenommen. Der große Plan ist nicht mehr vorhanden, wohl aber die 1668/69 vom Künstler besorgte Wiederholung (L 246 X 268 cm) im Städtischen Museum Marienburg zu Nimwegen. Im klevischen Antikenkabinett befand sich Ende des 18. Jhs ein großes Gemählde 6 Fuß hoch, 8 Fuß breit, stellt die Gegend der Stadt Cleve in einer alten Grund-Zeichnung und Prospect vor. Das wäre demnach das genaue Gegenstück zu der nimweger Tafel. Die Tafel ist nicht mehr vorhanden; aber man darf sicher sein, dass das Original von Feltman war. Sie zerfiel, wie die nimweger Tafel, in einen (Vogelschau-) Plan und einen Prospekt und war 8 Fuß breit. Acht klevische Fuß sind 216 cm; der große, 1653 von Jacob v. Biesen gedruckte Prospekt der Stadt Kleve misst 216.5 cm in der Breite. Unzweifelhaft geht die Kupfertafel auf eine Vorzeichnung von Feltman zurück. Die Studie dazu ist vorhanden: das Blatt im Germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg; sie ist von Feltmans Hand. Von seiner Hand sind, teilweise signiert, eine Reihe meist recht großer Stadtprospekte im Berliner Kabinett: Duisburg, Orsoy, Rees, Reeserschanz, Üdem und Xanten. Es scheint als ob Feltman Material für ein größeres Werk zusammentrug, das indessen niemals erschienen ist, den Prospekt von Kleve allein ausgenommen, dessen einziges Exemplar inzwischen auch verschollen ist. Noch am 16. April 1666 wies der Kurfürst den klevischen Waldschreiber an, dem Hofmaler Feltman ad dies vitae jährlich 20 Rtlr auszuzahlen. Feltman lebte noch 1669.

aus: Friedrich Gorissen - Conspectus Cliviae ... (Kleve, Boss-Druck und Verlag, 1964)
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aus: Friedrich Gorissen - Conspectus Cliviae ... (Kleve, Boss-Druck und Verlag, 1964)
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Ein abgerollter Prospekt. Um möglichst die ganze Stadt - auch die von der Burg verdeckten Teile - zu zeigen, hat der Zeichner den Prospekt in mehrere Abschnitte zerlegt. Die Standorte für diese Abschnitte liegen auf einer Linie, welche der hinteren, östlichen Begrenzung des Gartens am Neuen Wall und deren Verlängerung entspricht.

Der Wingert von Ost, 1653

 

Am Horizont von links: Melatenkapelle, Brunnen und Linde. In der Stadtmauer von links: Bürensturm, Wingertturm und Hagsches Tor; ganz re.: Palantsturm. Die Dwarsmuur geht den Berg hinab ans Kermisdal. Durch die Pforte führt der Wegh na den Vreughden Bergh.

 

1. Tafel aus 122

Kupfer, 408 x 531 mm

 

Die Neustadt von Ost, 1653

 

In der Stadtmauer von links: Palantsturm, das Burggrafenhaus, das Passendaelsche Haus, die Kanzlei (8), die Galerie und der Quartierturm (der alte Torturm der Burg). Links der Stiftskirche (2): der Dachreiter des Beginnenkonvents auf dem Berg Sion (6); rechts: die Zwiebelhaube vom Turm des Louwermanschen Hauses. Hinter der Galerie: Stadtmühle und Lutherische Kirche (4). Links hinter dem Quartierturm: das Neue oder Herzog Wilhelm-Tor der Burg. Durch das Pförtchen der Galerie geht die Posterne zur Stadtbleiche. Im Mühlendamm ist die Schleuse des Mühlenwehrs bereits entfernt; die Mühle kann also nicht mehr arbeiten.

 

2. Tafel aus 122

Kupfer, 408 x 536 mm

aus: Friedrich Gorissen - Conspectus Cliviae ... (Kleve, Boss-Druck und Verlag, 1964)

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aus: Friedrich Gorissen - Conspectus Cliviae ... (Kleve, Boss-Druck und Verlag, 1964)

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Burg und Altstadt von Ost, 1653

 

Zwischen Quartier- und Ostturm der um 1175 errichtet Palas oder Lange Saal. Hinter dem Palas der 1428 erbaute Spiegelturm. Rechts des Ostturms: das Hochschloss mit oberen Wehrgang und mit den 3 Spitzbogenfenstern der Burgkapelle.

Am Wasser von links: der Pulverturm (9) mit der Holzbrücke, die Wassermühle, das Wassertor (16) und das Weyersche Haus. In der Stadt rechts: die Reformierte Kirche mit hohem Dachreiter (3); links davon: der Renaissancegiebel des Rathauses (10). Am Hang des Burgberges ein Renaissancegärtlein mit dem Taubenturm; darüber die Zwiebelhaube des Mitteltores (11), links darüber: das Satteldach des Heideberger Tores (14). Die beiden Turmspitzen links des Tores: Kapuzinerkloster (7) und Raventurm. Hinten den Galgenberg mit der Vogelstange rechts.

 

3. Tafel aus 122

Kupfer, 408 x 545 mm

Unterstadt von Ost, 1653

 

Vorn die doppelte Rheinmauer mit ihren Türmen bis zur Stadtfärberei an der Steinbrücke. Der schlanke Dachreiter gehört zur Minoritenkirche (5); links davor: das Brücktor (13), rechts dahinter: das Kavarinertor (15). Links hinter Brücktor und Färberei das alte städtische Gasthaus mit seinen großen Maßwerkfenstern. Auf dem Berge die Heideberger Mühle; das Giebelhaus davor steht an der Südostseite des Großen Marktes.

 

4. Tafel aus 122

Kupfer, 408 x 550 mm


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zuletzt bearbeit am 04.02.2005