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Bildersammlung
zur
Zerstörung
der Stadt Kleve
im
Zweiten Weltkrieg
60
Jahre nach der Zerstörung Dresdens (11. Februar 1945) habe ich
diese Seite in mein Internetangebot aufgenommen. Auch das alte
Kleve wurde "ausradiert" (am 4. September 1940 kündigte
Hitler ausdrücklich eine Verstärkung der Angriffe auf zivile
Zentren an. Englands Städte sollten - wörtlich -
"ausradiert" werden). Diese
Seite soll helfen das Vergessen zu stoppen, indem es einen Teil
des Schreckens, den Kriege erzeugen, darstellt. Falls
Sie Bilder besitzen, die die Zerstörung Kleves dokumentieren,
würde ich mich freuen, wenn Sie mir diese für eine
Veröffentlichung zur Verfügung stellen können. Bitte
schreiben Sie mir eine eMail. |
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G.
Blake, Mountain and Flood, S. 148:
"Sieht
man von den Auswirkungen der intensiven Bombardierung der Ruhr
ab, so ist zweifelhaft, ob jemals ein Gebiet außer Stalingrad
auf Gottes Erde derartig mit herkömmlichen Waffen
zusammengeschlagen wurde. Als alles vorüber war, waren die
deutschen und holländischen Städtchen westlich des Rheins -
Kleve, Kalkar, Goch, Uedem, Gennep, Afferden und die übrigen -
nur noch abstoßende Schutthaufen, der Hausrat der Bewohner war
im Staub der allgemeinen Auflösung zerstreut."
Erlebnisbericht
eines achtjährigen Mädchens:
"Am
7. Oktober 1944 war in Kleve ein großer Bombenangriff. Meine
Mutter und ich waren gerade in der Kavarinerstraße. Auf einmal
hörten wir über uns ein dumpfes Brummen. Als wir hochschauten,
sahen wir einen großen Schwarm Flugzeuge. Wir bekamen Angst und
rannten bei Remie in den Keller. Er war aber schon überfüllt
von Menschen. Wir mussten zurück und flohen bei Zwanziger in
die Gärtnerei. Unterwegs fielen uns Dachziegel auf den Kopf.
Staub und Steine wurden durch die Luft geschleudert. Wir saßen
von oben bis unten voll Staub und Dreck. In dem Schutzraum der Gärtnerei
bewegten sich Fußboden und Wände. Als es nach langer Zeit
ruhig wurde, versuchten wir nach Hause zu gehen. die Straßen
lagen jedoch so voller Trümmer, dass nicht durch die Stadt nach
Hause gehen konnten. Wir mussten einen weiten Umweg machen und
fanden unser Nachbarhaus zertrümmert. Den Tag der Bombardierung
werde ich nie vergessen."
US-Kriegsberichterstatter
Dawson:
"Die
Truppen bissen sich tiefer und tiefer in die Schuttmassen (der
Stadt Kleve), die vor einigen Tagen eine unzerstörte Stadt
gewesen war. Mit unseren schwersten Bomben bombardiert und von
der Artillerie zersprengt, wurde Kleve ein Trümmerhaufen, in
dem es schwierig war, die Straßen zu finden."
Der
7.
Oktober 1944 - Erlebnisbericht
von Heinrich Sack |

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| 13.
Februar 1945: Luftaufnahme der zerstörten Stadt. Mitte
des Bildes der Schlossberg |
13.
Februar 1945: Die Stadt ein Skelett, der Bahnhof ein
Kraterfeld, die Niederung eine Wasserwüste |
7.
Oktober 1944: Evangelische
Kirche und Schwanenburg |
7.
Oktober 1944: Umgestürzt liegt das Denkmal des Großen Kurfürsten
am Kleinen
Markt in den Trümmern. |

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| Am
Fischmarkt mit Sicht auf das Café Schürings, heute der
Eingang zur Neuen Mitte |
Opschlag
- Herzogbrücke - Zur Münze |
Die
Schwanenburg von der Stechbahn aus gesehen |
Der Fischmarkt mit
Hagscher Straße (links) und Stechbahn (Mitte) |

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| Stiftskirche
mit Durchsicht zum Kleinen Markt |
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Marstall
(unten), Goldstraße (Mitte) und Stiftskirche (oben) |
Die "Alte Brücke"
nach dem Bombenangriff am 7.10.1944. |

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| 7.
Oktober 1944: Hagsche
Straße zwischen Böllenstege und Stechbahn |
7.
Oktober 1944: Große
Straße von Dinnendahl (Hettlage bzw. heute Quelle,
links unten) bis zum Kaufhof |
7.
Oktober 1944: Schloßstraße
von der Großen Straße aus gesehen. Im Hintergrund das
Mädchenheim |
7.
Oktober 1944: Auch die erst 1934 eingeweihte
Christkönigkirche fiel den Bomben zum Opfer. |

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15. Februar 1945: Der
Torso der Stiftskirche
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13.
Februar 1945: An diesem Tag war die an der Stelle der
Alten Brücke gebaute Baileybrücke fertig. Blick von
der Einmündung der Gasthausstraße
in die Klosterstraße auf die Brücke.
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Gasthausstraße
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14.
Februar 1945: Die Unterstadtkirche in der Kavariner
Straße
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7.
Oktober 1944: Blick von der Herzogstraße
in die Große
Straße. Links: von Kiesow (Photo Porst) bis
Niederhöfer. Rechts: Eyting bis Boßmann |
Einige
Tage nach dem Angriff (siehe linkes Bild) brannte ein
Teil der Häuser nieder. Blick aus der Deutschen Bank
auf die brennenden Häuser Kiesow - Mülder - Swerts -
Dinnendahl
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11.
Februar 1945: Wäre dieses Bild nicht aus einer Serie,
so könnte man wohl kaum noch feststellen, dass diese
fast apokalyptische Landschaft einst die prachtvolle
Nassauer Allee war.
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Große
Straße
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Zwei Luftaufnahmen aus dem
Tagebuch der Royal Air Force von Februar 1945.
Auf die Fotos machte
mich Herrn Ludwig Seerden per eMail am 17. Juni 2007
aufmerksam. Danke!
"Beim linken Bild
(eine Zeile höher) bestehen meinerseits Zweifel, ob es sich um Kleve
handelt. Vielleicht kann hierzu jemand eine
Hilfestellung leisten." So lautete mein Hilferuf -
und er wurde erhört.
Vielen Dank Herr Loosen. Sie haben Recht, es ist ein
Teil der zerstörten Innenstadt von Köln!
Das rechte Foto zeigt die
Unterstadt. Der Kermisdahl teilt das Bild. Unten:
Herzogstraße, Opschlag; oben: Schwanenburg und
Innenstadt. |

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Die linke Aufnahme, die mir von
Herrn Ismael Cantero aus
Asturias (pdf-Datei,
33 kb), Spanien am 1. Sept. 2008 zur Verfügung gestellt wurde, zeigt die Oberstadt Kleves nach der Zerstörung. Zur Orientierung: oben rechts befindet sich die Schwanenburg, unten rechts das zerstörte Werksgelände der Elefantenschuhe. Die rechte Aufnahme gibt den Sektor nach dem Wiederaufbau um 2006 wieder. |

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Die
Zerstörung der Schuhfabrik Gustav Hoffmann |

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Grenzland
Post vom 22. November 2007
Ein
ungewöhnliches Fotodokument
Ein
ungewöhnliches Fotodokument hat der Klever Bernd Schulte zur Wißen in seinem
Archiv gefunden. Es zeige den Einmarsch von kanadischen Soldaten in die
Kreisstadt, so der 85-Jährige. Das Bild sei auf der zerstörten
Kavarinerstraße aufgenommen worden. Auf der linken Seite seien noch die
Schaufensterpuppen von Doherr zu sehen (heute Mensing-Damenhaus).
Das Bild
hat Karl Kisters aus dem britischen Armee-Magazin „Soldier"
reproduziert. In den Besitz der Zeitung kam Schulte zur Wißen nach Kriegsende
durch einen Kunden. Der Schneidermeister hatte für einen kanadischen Offizier
Schulterklappen angefertigt, weil dieser vom Hauptmann zum Major befördert
worden war. Als „Lohn" erhielt Schulte zur Wißen eine Schachtel
Zigaretten und die Zeitung. |

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Dieses Foto-Dokument
fand der Klever Bernd Schulte zur Wißen in seinem
Archiv. Es zeige den Einmarsch von kanadischen Soldaten. |
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Für
den Kreis Kleve begann im September 1944 mit der alliierten
Luftlandung ein neuer Abschnitt, als diese an Geschichte so
reiche Region für fünf Monate zum Frontgebiet wurde. Es gab
kein, auch nur in etwa vergleichbares Ereignis, das das Gesicht
der Landschaft derart veränderte und die Menschen so tief und
so unmittelbar berührte wie diese kurze Zeitspanne.
Doch
die Niederlage des Deutschen Reiches, der Schrecken von
Zerstörung und unendlichen Leides ist die Grundlage für eine
bessere Zukunft. Europa, der alte Kontinent, mit einer
gewachsenen gemeinsamen Kultur, wird auf friedvolle Weise zur
Nation. Die "Vereinigten Staaten von Europa" sind eine
greifbare Vision. Die gemeinsame Währung "Euro"
bildet das wirtschaftliche Korsett.
Das
Herzogtum Kleve, eine Stadt mitten im Herzen Europas, war im
Mittelalter mit allen wichtigen Mächten verbunden. In der
Neuzeit war Kleve als Residenzstadt westlichster Punkt Preußens
und somit ein bedeutender strategischer Punkt für die Kontakte
zu den Niederlande. Im Bad Cleve erholten sich u. a. berühmte
französische Intellektuelle, russische Adelige sowie das
niederländische Bürgertum.
Diese
bedeutenden Eckpfeiler Klever Geschichte hinterließen auch
Spuren im Stadtbild. Die nahezu totale Zerstörung Kleves
wischte vieler dieser Spuren hinweg. Doch der unmittelbar nach
dem Krieg von Klever Bürgern eingeleitete und geleistete
Wiederaufbau der Schwanenburg ist das äußerliche Zeichen für
das Selbstbewusstsein der hier lebenden Menschen.
Die
Werke Josef Beuys, den viele Fachleuten als bedeutensten
Künstler des vergangenen Jahrhunderts bezeichnen, ziehen im
Schloss Moyland interessierte Besucher aus aller Welt an. An
diesem historischen Ort trafen sich Voltaire und Friedrich der
Große und diskutierten über Toleranz. Toleranz war und ist
eine Tugend, die in der Klever Geschichte seinen Nährboden
fand. Auch für diese Tradition steht die Schwanenburg. Kleves
Zukunft liegt in Europa und die Wurzeln der Menschen dieser
Stadt sind europäisch. Römer, Franken, Spanier, Schweden,
Franzosen, Niederländer, Belgier, Engländer zogen durch den
Niederrhein, verliebten sich, blieben, bekamen Kinder: Klever
Bürger.
Am
7. Oktober 1944 galt Kleve der erste Vernichtungsschlag.
Mehrfach hatten seit Kriegsanfang Einzel- oder Reihenwürfe die
Stadt und ihre Außenbezirke getroffen, doch erst am 7. Oktober
1944 und am 7. Februar 1945 war sie das Ziel eines geplanten
Städteangriffs zusammen mit der Nachbarstadt Emmerich.
In
den Nachmittagsstunden des 7. Oktobers gegen 13:40 Uhr griffen
335 englische Flugzeuge die Stadt an und warfen 1728 t Spreng-
und 90 Zentner Brandbomben auf den Kern der Stadt. Zerstört
wurde durch diesen Angriff primär das Zentrum, das Gebiet, das
begrenzt wird durch die Lindenallee, Römerstraße,
Gruftstraße, Tiergartenstraße und Kermisdahl.
Der
nächtliche Angriff am 7. Februar 1945 verwüstete die bis dahin
im wesentlichen verschont gebliebene Oberstadt. Auf das Gebiet,
das begrenzt wird durch Lindenallee, Nassauerallee, Königsallee
und Bresserbergstraße, warfen 285 Bomber 1384 t Spreng- und
12,3 t Brandbomben. Die englischen Luftaufnahmen, die kurz nach
diesem Angriff geschossen wurden, zeigen das Gebiet der
Oberstadt als Kraterlandschaft. Zwei Angriffe genügten, um die
700jährige Stadt innerhalb von 30 Minuten bis zu 80 Prozent zu
zerstören und etwa 800 bis 1000 Menschen zu töten. |
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