|
Petrus
Bertius verfügt über sehr
vielseitige Talente; so arbeitet er als Theologe, Mathematiker,
Historiker und Geograph. Bertius
studiert
Sprachen in London, Leiden und Heidelberg. Als
Bibliothekar
und Professor ist er in Leiden tätig.
In Amsterdam wird Bertius
der Schwager von Jodocus
Hondius. Seine
Professur an der Universität Leiden muss er wegen theologischer
Dissonanzen aufgeben. Er flieht nach Frankreich, 1620 tritt er
dort zum Katholizismus über
und wird Geograph
und Historiograph König Ludwigs XIII. von Frankreich.
Für
den König hat er bereits 1600 den Auftrag zur Erstellung eines
kleinen Atlanten erhalten. Dieser basiert u. a. auf den Karten
von Mercator
und den Stadtansichten von Pieter
van den Keere.
Die
Bezeichnung "Tabula
Peutingeriana"
geht auf die gedruckte Ausgabe von Bertius zurück (Leiden,
1618/19).
Zu
seinen Hauptschriften gehören: Logicae Peripateticae libri VI;
Geographischer eyn oder zusammengezogener Tabeln: Fünff
unterschiedliche Bücher. In deren I. die ganze Welt in gemein
II. Europa. III. Africa. IV. Asia. V. America vorgebildet und
beschrieben wirdt, Franckfurt 1612; Theatrum geographiae veteris,
Amsterdam 1619; Illustrium & clarorum virorum epistolae
selectiores ... Tributae in centurias ii. In quibus multa
theologica, politica, ecclesiastica, historica, quaedam etiam
iuridica, & medica. Nomina autorum prodet index, qui
praefationibus subijicitur, Leiden 1617.
Lit.:
Zu Bertius: NNBW. Bd. 1. Sp. 320ff. Bachmann, Städtebilder: S.
14f. Koeman, Atlantes Neerlandici: Bd. 1. S. 60ff. Fauser,
Topographien: Bd. 1. S. XXVIII. P. H. Meurer: Das deutsche
Städtebuch von Bertius/Kaerius (Amsterdam 1616/19). In: Burgen
und Schlösser, Jg. 24, Heft 2, 1983, S. 105-109.
|

136.95 KB |

118.75 KB |

144.67 KB |

182.62 KB |
Cleve
& Emmerich
aus dem Städtebuch von
Petrus Bertius, 1616
Commentariorum
Rerum Germanicarum Libri III. Amsterdam, Jan Janszoon
d.J. (Johannes Janssonius), 1616 |

152.56 KB |

725.21 KB |

693.34 KB |
|
Der
Städteatlas des Petrus Bertius erschien in mehreren
Auflagen bei Jan Janszoon d.J. 1616 und 1632 wurde das
Buch mit Karten und Bildern versehen, in der späteren
Auflage mit leichten topographischen Abänderungen. Die
meisten der 101 Städtebilder
und 26 Karten sind nach
Vorlage der Offizin Hogenberg, Sebastian Münsters und
Wilhelm Dilichs (Hessische Chronik, Kassel, 1605)
gestochen. Zum Teil wurden auch die Platten Pieter van
den Keeres wiederbenutzt. Janszoon d.J. verwandte die
Illustrationen nochmals in späteren Ausgaben unter
anderem Titel, so erschien 1619 Praecipuarum Urbium
Germaniae Superioris Iconismi & Efßgies (ohne
Text), 1620 erschien Het Keyserryck Van Duytschland...
unter dem Pseudonym des Laonico ab Aquävivä. Das Werk
zerfällt in drei Teile, Buch 1 enthält eine
Topographie Deutschlands zur Römerzeit nach antiken
Quellen, Buch 2 behandelt den Aufbau des deutschen
Reiches mit Listen der Regenten, Buch 3 enthält in Wort
und Bild die Beschreibung von 101 alphabetisch
geordneten Städten. |
|