Petrus Bertius

auch: Petrus Bert

(Bevern - Flandern, 14.11.1565 - 1629, Paris)

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Petrus Bertius verfügt über sehr vielseitige Talente; so arbeitet er als Theologe, Mathematiker, Historiker und Geograph. Bertius studiert Sprachen in London, Leiden und Heidelberg. Als Bibliothekar und Professor ist er in Leiden tätig. In Amsterdam wird Bertius der Schwager von Jodocus Hondius. Seine Professur an der Universität Leiden muss er wegen theologischer Dissonanzen aufgeben. Er flieht nach Frankreich, 1620 tritt er dort zum Katholizismus über und wird Geograph und Historiograph König Ludwigs XIII. von Frankreich.

Für den König hat er bereits 1600 den Auftrag zur Erstellung eines kleinen Atlanten erhalten. Dieser basiert u. a. auf den Karten von Mercator und den Stadtansichten von Pieter van den Keere.

Die Bezeichnung "Tabula Peutingeriana" geht auf die gedruckte Ausgabe von Bertius zurück (Leiden, 1618/19).

Zu seinen Hauptschriften gehören: Logicae Peripateticae libri VI; Geographischer eyn oder zusammengezogener Tabeln: Fünff unterschiedliche Bücher. In deren I. die ganze Welt in gemein II. Europa. III. Africa. IV. Asia. V. America vorgebildet und beschrieben wirdt, Franckfurt 1612; Theatrum geographiae veteris, Amsterdam 1619; Illustrium & clarorum virorum epistolae selectiores ... Tributae in centurias ii. In quibus multa theologica, politica, ecclesiastica, historica, quaedam etiam iuridica, & medica. Nomina autorum prodet index, qui praefationibus subijicitur, Leiden 1617.

Lit.: Zu Bertius: NNBW. Bd. 1. Sp. 320ff. Bachmann, Städtebilder: S. 14f. Koeman, Atlantes Neerlandici: Bd. 1. S. 60ff. Fauser, Topographien: Bd. 1. S. XXVIII. P. H. Meurer: Das deutsche Städtebuch von Bertius/Kaerius (Amsterdam 1616/19). In: Burgen und Schlösser, Jg. 24, Heft 2, 1983, S. 105-109.

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Cleve & Emmerich

aus dem Städtebuch von Petrus Bertius, 1616

Commentariorum Rerum Germanicarum Libri III. Amsterdam, Jan Janszoon d.J. (Johannes Janssonius), 1616

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Der Städteatlas des Petrus Bertius erschien in mehreren Auflagen bei Jan Janszoon d.J. 1616 und 1632 wurde das Buch mit Karten und Bildern versehen, in der späteren Auflage mit leichten topographischen Abänderungen. Die meisten der 101 Städtebilder und 26 Karten sind nach Vorlage der Offizin Hogenberg, Sebastian Münsters und Wilhelm Dilichs (Hessische Chronik, Kassel, 1605) gestochen. Zum Teil wurden auch die Platten Pieter van den Keeres wiederbenutzt. Janszoon d.J. verwandte die Illustrationen nochmals in späteren Ausgaben unter anderem Titel, so erschien 1619 Praecipuarum Urbium Germaniae Superioris Iconismi & Efßgies (ohne Text), 1620 erschien Het Keyserryck Van Duytschland... unter dem Pseudonym des Laonico ab Aquävivä. Das Werk zerfällt in drei Teile, Buch 1 enthält eine Topographie Deutschlands zur Römerzeit nach antiken Quellen, Buch 2 behandelt den Aufbau des deutschen Reiches mit Listen der Regenten, Buch 3 enthält in Wort und Bild die Beschreibung von 101 alphabetisch geordneten Städten.

zuletzt bearbeit am 19.08.2007