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KLEVE.
"Ich kann sagen, dass mich der "Eiserne Mann"
mein ganzes Leben beschäftigt hat, seine Topographie hat mich
außerordentlich stark berührt und wahrscheinlich zur
Bildhauerei gebracht." So umschrieb Joseph Beuys während
der Biennale in Venedig 1976 die Bedeutung, die der
"Eiserne Mann" - jenes Denkmal an der Ecke Nassauer
Allee/Lindenallee - für ihn gehabt hat. Diese, eigentlich
Cupido genannte eiserne Säule inspirierte Joseph Beuys zu
seiner bekannten Installation "Straßenbahnhaltestelle".
Die Faszination jenes Ortes, an dem der Junge Joseph Beuys so
oft auf die Straßenbahn zum Weißen Tor wartete, wurde
Ausgangspunkt eines Kunstwerks, das der Künstler Beuys während
der Biennale für den Deutschen Pavillon fertigte. Museum
Kurhaus Kleve lud nun zu einem besonderen Anlass ein: Denn die
"Straßenbahnhaltestelle" - nach dem Ende der
Biennale vom Kröller-Müller-Museum in Otterlo erworben -
kehrt nach Kleve zurück, als Dauerleihgabe der Niederländer.
Nur
noch in der Horizontalen
Mit
großer Freude präsentierten Bürgermeister Josef Joeken und
Museumsleiter Guido de Werd die Neuigkeit. "Die Straßenbahnhaltestelle
ist wieder da", sagte Joeken, "da, wo sie hingehört."
Die Installation gilt, so de Werd, als eines der Schlüsselwerke
deutscher Plastik des 20. Jahrhunderts. "Wir haben sie
durch die Generosität eines benachbarten Hauses und die dort
herrschende Raumnot nach Kleve bekommen", freute sich der
Museumsleiter. Die "Straßenbahnhaltestelle" soll
nun dauerhaft in der Wandelhalle des Kurhauses präsentiert
werden; die Wechselausstellungen des Hauses werden, so de
Werd, entsprechend anders konzipiert. Nach dem Willen von
Beuys wird die "Straßenbahnhaltestelle" liegend präsentiert.
Nach dem Ende der Biennale betrachtete der Künstler seine
Installation als beendet und verfügte, daß weitere Präsentationen
seiner Arbeit in der Horizontalen, als Bodenplastik,
vorzunehmen seien.
Beuys´
Bezug auf die Region
Joseph
Beuys nahm in seinen Arbeiten häufig Bezug auf die Region, in
der er aufgewachsen war. Die Cupido-Säule, die im Auftrag des
Statthalters Johann Moritz von Nassau-Siegen 1654 an der
Nassauer Allee errichtet wurde und heute einige 100 Meter von
ihrem ursprünglichen Platz entfernt steht, besteht aus altem
Kriegsmaterial und kann als Symbol des wieder erlangten
Friedens nach dem 30-Jährigen Krieg gedeutet werden. Für
Beuys bedeutete sie vor allem eines: die Wirkung des Materials
Eisen und die vom Ort der Installation ausgehende Faszination.
Für Kleve schließt sich ein Kreis: Mit seinem Kunstwerk
arbeitete Beuys Erinnerungen an seine Klever Kindheit auf, und
er verweist auf eine wichtige Persönlichkeit der Klevischen
Geschichte. Die Entstehung der "Straßenbahnhaltestelle"
wird in zwei Publikationen des Museums Kurhaus Kleve
dokumentiert. |