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"Im
Oktober 1930 wurde ich in das biologische Leben gepflanzt und
1931 in das friedlose Leben gestoßen.
Es zeigte sich
keinerlei künstlerische Begabung.
Als verträumter
Spätentwickler kam ich mit fast sieben Jahren bei meinem Vater
in die Volksschule, wo ich ein mittelmäßiger Schüler war.
Es zeigte sich
keinerlei künstlerische Begabung.
Als
Gymnasialschüler erstickte ich ständig an lähmenden Ängsten,
von denen ich mich durch geschicktes Schulschwänzen und
krankheitsvortäuschender Schauspielerei befreite.
Es zeigte sich
keinerlei künstlerische Begabung.
Von meinen
Eltern wurde ich religiös und vom Staat nationalsozialistisch
erzogen.
Trotz keinerlei
künstlerische Begabung meinte ich Bildhauer werden zu müssen.
1947 - 1950
Erste Bildhauerlehre. Erlernte das Aufräumen einer Werkstatt,
Gartenwege reinigen, Hecken schneiden, Bürgersteige fegen, Hühnerstallpflege,
Hühner schlachten, rupfen und ausnehmen, Federwagen schieben,
gegen Naturalien bei den Bauern vom Kriegspöbel zerschlagene Möbel
wieder aufarbeiten, Milch, Käse und Brötchen holen und mit dem
großen Holzbeitel für den Meister das Grobe wegschlagen.
1950 - 1952
Schreinerlehre. Erlernte wieder das Aufräumen einer Werkstatt,
mit Fußbodenbrettern beladene Federwagen schieben, Nägel und
Schrauben nach dem Längenmaß aussortieren, bis zum blutigen Ende
Profilleisten schleifen, Holz hacken und hier und da etwas den
Schreinerberuf.
Es zeigte sich
weiterhin keinerlei künstlerische Begabung.
1952 - 1953 Es
begann nochmals mit der Säuberung des Ateliers, aber danach
begann endlich eine richtige Bildhauerlehre: Holz- und
Steinschlagen, Gips gießen, Kunststein gießen, modellieren und
zeichnen nach der Natur sowie das Bekannt werden mit der
modernen Kunst.
Mein Lehrer
meinte, dass ich doch eine Begabung zum Bildhauer habe.
1954 - 1956 In
der Kunstakademie Düsseldorf gelernt, wie man es nicht machen
muss. Mit viel Verspätung zum ersten Mal mit einer Frau
geschlafen. Zeitungen verkauft und Rheinschiffe beladen.
1956 - 1958 In
der Kunstakademie Berlin gelernt, wie man es nicht machen muss.
Reformhäuser beliefert und Taxifahrer gespielt.
1958
Deutschland gegen Frankreich ausgetauscht. Als Grundstücksreiniger,
Ruinenabräumer, Anstreicher, Maurer, Schreiner und Kläranlagenreiniger
das Wasser für die Suppe verdient.
1967 Erste
Palmholzausstellung in Cannes.
1969
Palmenholzausstellung in Paris.
1970
Cassandrapreis in Chicago nur durch Schiebung.
1971 Hölzerne
Ausstellung in Grasse.
1978 Hölzerne
Ausstellung in Wesel.
1978
Holzblockartige Ausstellung in Kleve. Holzblockartige
Ausstellung in Nimwegen.
1979 Holzablage
in Macon.
1981 Holzablage
in la Gaude. Holzablage in Grasse.
1983
Holzaufstapelung im Bahnhof Cannes.
1984 Beton- und
Fahnenausstellung in Sophia Antipolis.
1985 Beton- und
Fahnenausstellung in Hamminkeln. Palmenholz- und
Fahnenausstellung in Schopfheim. Eisenguss-, Beton- und
Holzablage in Menton.
1986
Eisenguss-, Beton- und Holzablage in Mandelieu - la Napoul.
Eisenguss-, Beton- und Holzablage in Toulon.
1987 Aufhängen
von verbranntem Eisenblech in Figaniéres.
1989 Aufhängen
und Abstellen von verbrannten Eisenblech in Wesel."
Aus:
"Pierre Theunissen - Keinerlei künstlerische
Begabung", 1989 - Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.
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