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Die
Klever Straßennamen und ihre Geschichte
Bleichenberg
(Straßen-)
Verbindungen:
Dr.-Heinz-Will-Platz,
Reitbahn, Schloßberg,
Wasserstraße
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"Um
die Jahrhundertwende begleiten, hier vom Mühlenteich
her gesehen, das Huyssensche Pensionat, Schloss
Prinzenhof, Prinzenhofpark und Sternbusch das stille
Gewässer des Kermisdahl bis hinauf zum Flack. Über
dem alten Waschhaus am Bleichenberg steigt der Rauch
fast senkrecht auf. Gewaschen wurde hier schon am frühen
Morgen, denn hinter dem alten Mühlenteich liegt Wäsche
ausgebreitet zum Bleichen nahe der überdachten Schöpfstelle
am Ufer." (1)
Das Bild
ist um 1904 entstanden.
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| "Nur
selten ist eine Gesamtsicht aller Häuser des
Bleichenbergs, den Gasthof "Zur
Schwanenburg" miteingeschlossen, so gut gelungen
wie hier, zumal späterhin die Häuser im oberen
Bereich immer mehr durch Buschwerk verdeckt worden
sind. Die Bleiche selbst neigte sich damals langsam
und sehr flach dem Ufer des Kermisdahl zu. Das heutige
Steilufer an dieser Stelle ist erst in den
Nachkriegsjahren entstanden, als man hier den Schutt
der Unterstadt abkippte.
Eine besondere
Attraktion auf dem alten Rheinarm war zweifelsohne das
Motorboot "Beatrix", welches hier gerade zu
einer ihrer Anlegestellen, unterhalb von Hotel Maywald
oder in der Nähe vom Flack, unterwegs zu sein
scheint." (2)
Das
Bild ist um 1908 entstanden.
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Die
gleiche Ansicht ca. 70 Jahre später.
Das
Foto wurde mir am 08.08.2011 von Herrn Rudi Johann zur
Verfügung gestellt und von seinem Bruder, Erwin Johann,
erstellt.
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"Bei
diesem Wege handelt es sich sicherlich um einen der ältesten
der Stadt. An seinem schmalen Verlaufe, begrenzt von hohen
Mauern ist gegenwärtig noch zu erkennen, dass er eine
sogenannte
Posterne d. h. ein verschließbarer Postengang war,
der es den Wachen und Posten ermöglichte, eine unbemerkte
Verbindung zwischen der Burg und dem unterhalb gelegenen
Pulverturme und dem
Wassertor zu schaffen. ...
Der
Name Bleichenberg oder Bleicherberg ist wohl damit zu begründen,
dass er nach Freigabe des ehemaligen herzoglichen Weingartens
der Weg war, der aus der Stadt zum Wasser führte und in
Verbindung mit der sonnigen und geschützten Lage eine
willkommene Gelegenheit bot, unten zu waschen und am Hange zu
bleichen." (3)
Dieser
Name hat sich jedoch erst im Laufe des 17. und 18. Jhs.
durchgesetzt. Die älteste Bezeichnung stammt aus dem 14.
Jahrhundert und lautete "onder aen den berg" (unter
dem Berge). (4)
"Gegen Beginn des 16. Jhs. taucht daneben ein anderer Name
auf, der dann mehr und mehr die ältere Bezeichnung verdrängt:
die
Posterne."
(5)
Die
auf der Fotografie von 1908 zu sehenden Bebauung erfolgte um die
Mitte des 14. Jhs. durch den Grafen für Angehörige seines auf
der Klever Burg beschäftigten Gesindes. (6)
Kleinere Handwerker, Arbeiter und Angestellte waren wohl bis zur
nahezu vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg die
Bewohner. Um die Jahrhundertwende lebten hier u. a. die Klever
Bleicherfamilie Bredick, der Polizeisergeant Johann Simon, der
Zigarrenmacher Heinrich Rogmann, der Holzschuhmacher Jakob
Reymers, genannt "Klompe Kobes" und der Schuhmacher
Johann Bredick. (7)
Wenngleich
heute kein Mensch mehr auf die Idee käme, seine Wäsche im
Kermisdahl traditionell zu säubern, so ist es doch traurig,
dass an diese Zeit nichts mehr erinnert. Das letzte der kleinen,
einfachen und urwüchsig gestalteten "Waschhäuschen" (8)
fiel bereits während des Ersten Weltkrieges der Verwahrlosung
zum Opfer. (9)
Trotzdem
ist dieser Bereich einer der schönsten Ecken der Stadt. Die
Atmosphäre am Kermisdahlufer mit Blick auf die Burg und dem
bewaldeten Hang ist für Freilicht - Theateraufführungen oder
ähnliches hervorragend geeignet. |
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Fußnoten:
1)
Ernst Hannen: "Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit
alten Ansichtskarten", Seiten 75 und 76, Janßen-Druck
GmbH, Kleve, 1994
2)
siehe 1)
3)
Gerhard Hunscheidt: "Die Clever Straßennahmen und ihre
Geschichte nach archivarischen und anderen Quellen", Seiten
16 u. 17, Verlag von Frau Boß Ww., Kleve, 1925
4)
Friedrich Gorissen: "Historische Topographie der Stadt
Kleve", Seiten 108 bis 112, Boss-Verlag, Kleve, 1992
5)
siehe 4)
6)
siehe 4)
7)
siehe 1)
8)
Sabine Noack: "Woher die Namen kamen. Klever Straßen und
ihre Geschichten.", Seiten 64 bis 66, Verlag für Kultur
und Technik, Kleve, 1997
9)
siehe 3) |
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Fotografien vom Bleichenberg (25. März 2002)
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| Dieser Blick bietet sich am unteren Ende des Bleichenbergs. |
Im Hintergrund fließt der Kermisdahl. |
Der Weg vom Kermisdahl zum Burgberg |
Mittels Treppe überwindet man den Höhenunterschied. |
Am oberen Ende sieht man das Denkmal des "Großen Kurfürsten" auf dem
Dr.-Heinz-Will-Platz. |
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