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Die Klever Straßennamen und ihre Geschichte

Dr.-Heinz-will-platz

(Straßen-) Verbindungen: Bleichenberg, Hertenberg, Reitbahn, Schloßstraße, Schloßberg, Schloßtorstraße


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Aufnahme vom Sigismund - Denkmal an der Schwanenburg (Privatbesitz)

aus: Ernst Hannen - Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit alten Ansichtskarten (Kleve, Janßen-Druck GmbH, 1994)

Nur vier, in Größe und Baustil recht unterschiedliche Häuser, standen rechts der Reitbahn, als diese Ansicht im Jahre 1907 entstand.

In dem kleinen Eckhaus vor dem Eingang in die Goldstraße das Kleinwarengeschäft der Antoinette Kreuzer. Die beiden nächstgelegenen Häuser gehörten damals dem Stadtrentmeister Albert Soentken. Während er selbst mit seiner Familie das kleinere Haus bewohnte, waren in dem Hause links daneben die Allgemeine Ortskrankenkasse und die Kreiskommunalkasse untergebracht. Hier, wo Fenster und Balkon des Hauses mit grünen Ranken schon fast zugewachsen sind, hat der Stadtphysikus Dr. Johan - Henrik Schütte einst gewohnt. Das vierte Haus im Bunde scheint, wie an der Vorderfront zu lesen, im 17. Jahrhundert erbaut, hier nicht bewohnt zu sein. Eigentümer des Hauses war damals der Kaufmann Heinrich Goldschmidt aus der Klosterstraße. Rechts im Vordergrund und schon zur Schloßstraße gehörig, das Haus des Städtischen Musikdirektors Heinrich Briefs. (1)  

Die Reitbahn, Marktseite (um 1905) - Friedrich Gorissen: Kleve so wie es war (Düsseldorf, Droste Verlag GmbH, 1977)

Die Reitbahn, Marktseite (um 1905)

Ursprünglich standen an dieser Stelle Gebäude, die zum Wirtschaftsteil der Burg gehörten, wie z. B. der Ochsen- und Schafstall (2). Der noch vorhandene, wenngleich eingekürzte Marstall deutet diese Nutzung noch an. Der Marstall wurde nach dem Krieg als Stadtbücherei genutzt und beherbergt heute eine Nebenstelle der Justizverwaltung. Erst die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bewirkten eine veränderte Nutzung als Vorplatz zum Schloss.

Das Reiterstandbild des "Großen Kurfürsten" dominiert den Platz. Zur Feier der 300jährigen Verbindung des Herzogtums Kleve mit Brandenburg-Preußen (1609 - 1909) kam sogar Kaiser Wilhelm I. in die Schwanenstadt und enthüllte das Denkmal, das damals noch auf dem Kleinen Markt stand.

Der Platz wurde nach einem engagierten Bürger der Stadt benannt, der u. a. 1969 das Buch "Betrachtungen über und Anregungen zu Klever Straßennamen" veröffentlichte. (3) Der offizielle Text auf der Hinweistafel unterhalb des Straßenschildes lautet: "Dr. jur. Heinz Will (1904 - 1978), Rechtsanwalt in Kleve, Gründer der Bauhütte Schwanenburg, die den Wiederaufbau der Schwanenburg ermöglichte, und der Initiator des Klever Tierparkes. Ehrenbürger und Träger des Ehrenringes der Stadt Kleve."

Der Zustand dieses zentralen Punktes in der Innenstadt ist wenig erbaulich. Einerseits ist zwischen Goldstraße und Marstall noch ein Trümmerstück, andererseits zerstört eine Vielzahl parkende Autos das Bild. Eine Überplanung des gesamten Burgvorplatzes ist daher dringend erforderlich!

Fußnoten:

1) Ernst Hannen: "Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit alten Ansichtskarten", Seite 88, Janßen-Druck GmbH, Kleve, 1994

2) Friedrich Gorissen: "Historische Topographie der Stadt Kleve", Seite 107, Boss-Verlag, Kleve, 1992

3) Sabine Noack: "Woher die Namen kamen. Klever Straßen und ihre Geschichten.", Seite 111, Verlag für Kultur und Technik, Kleve, 1997 

 

Fotografien vom Dr.-Heinz-Will-Platz (25. März 2002)

 

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Das Reiterdenkmal vom Großen Kurfürsten  Neben der Schwanenburg, der Stifts- und der Unterstadtkirche ist der Marstall das einzige Gebäude in Kleve, das noch aus dem Mittelalter stammt. Einige hundert Pferde sollen hier einst untergebracht worden sein. Das lang gestreckte Gebäude gegenüber der Schwanenburg wurde 1467 von Herzog Johann I. erbaut. Vor dem Zweiten Weltkrieg diente der Marstall als Wäscherei des Jungmädchenheims, heute beherbergt das Gebäude eine Nebenstelle der Justizverwaltung.

 

zuletzt bearbeit am 09.12.2004